Zeugnisse als Information über die Lern-, Leistungs- und Kompetenzentwicklung

Indikatorenorientiertes Zeugnis für die Schulanfangsphase

An vielen Berliner Grundschulen bestand seit dem Schuljahr 2005/06 großes Interesse, die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler in der Schulanfangsphase auch in den am Ende des Schuljahres zu fertigenden Zeugnissen prozessbegleitend und indikatorenbasiert zu dokumentieren.
Auf der Basis verschiedener bezirklicher Initiativen, zahlreicher verschiedener Muster aus Schulen (deren Verwendung im Schuljahr 2006/07 genehmigt worden war) und des Schulversuchs "Abweichende Formen der Zeugnisbeurteilung" an der Erika-Mann-Grundschule hat eine Arbeitsgruppe "Zeugnisse der Schulanfangsphase" im Laufe des Schuljahres 2006/07 ein entsprechendes 4-seitiges Zeugnisformular erarbeitet.

Dieses indikatorenorientierte Zeugnis (Z 100a) steht ab dem Schuljahr 2007/08 allen Schulen als Variante der verbalen Beurteilung in der Schulanfangsphase zur Verfügung. Es ergänzt oder ersetzt den herkömmlichen Fließtext der verbalen Beurteilung durch eine standardisierte Darstellung fachspezifisch definierter Einzelleistungen in tabellarischer Form.
Nähere Bestimmungen zur Verwendung des alternativen Zeugnisses für die Schulanfangsphase sind dem Rundschreiben Nr. 17/2007 zu entnehmen.

Das alternative Zeugnis für die Schulanfangsphase folgt einem kompetenzorientierten Ansatz. Es bildet wesentliche Lern- und Entwicklungsziele der Schulanfangsphase mit Bezug auf die Rahmenlehrpläne, die Lernausgangslagenuntersuchung (LauBe) sowie die Lerndokumentationen Mathematik und Sprache ab und kennzeichnet differenziert und transparent die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler und ihre Lernentwicklung.

Für jedes Fach bzw. jeden Lernbereich wurden Indikatoren unter folgenden Prämissen entwickelt:
-    fachlich-didaktisch fundiert,
-    praktikabel für den Unterricht,
-    verständlich für Eltern.

Bei jedem Indikator ist anzukreuzen, ob er "sehr ausgeprägt", "ausgeprägt", "teilweise ausgeprägt" oder "gering ausgeprägt" ist. Der jeweilige Grad der Ausprägung wird durch mehr oder weniger ausgefüllte Kreise symbolisiert. Durch eine vierstufige Skala wird einerseits die suggestive Tendenz zum Mittelwert, andererseits eine - ausdrücklich nicht angestrebte - Gleichsetzung mit dem Notensystem vermieden.
Neben den verbindlichen Vorgaben, hat jede Schule Raum für Ergänzungen, z. B. für Indikatoren, die sich aus dem schulinternen Curriculum oder dem Schulprofil ergeben.

Die kompetenzorientierte Leistungsbeurteilung, die dieses Zeugnis widerspiegelt, erfordert - wie jede andere, ob verbal oder mit Noten dokumentierte, Beurteilung auch - eine Offenlegung der Kriterien zu Beginn des Beurteilungszeitraums sowie prozessbegleitende, zeitnahe Rückmeldungen an das Kind und seine Eltern zur individuellen Lernentwicklung. Das indikatorenorientierte Zeugnis zielt auf eine Bewertungspraxis, die für alle Beteiligten verständlich und nachvollziehbar ist. Das setzt den Dialog mit dem Kind sowie seinen Eltern und ggf. die Erläuterung einzelner Indikatoren voraus.

Rundschreiben 27/2007 und Zeugnisformular

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Indikatorenorientiertes Zeugnis für die Jahrgangsstufe 3 bzw. 4

Ab dem Schuljahr 2008/09 kann alternativ zur verbalen Beurteilung ein indikatorenorientiertes Zeugnis verwendet werden.
Das Zeugnis für die Jahrgangsstufe 3 bzw. 4 folgt dem kompetenzorientierten Ansatz der Rahmenlehrpläne, weist in Struktur und Inhalt Anschlussfähigkeit zum Zeugnis für die Schulanfangsphase aus und bildet die wesentlichen Lern- und Entwicklungsziele der jeweiligen Jahrgangsstufe mit Bezug auf die Rahmenlehrpläne und die Standards ab.

Eine Auswertung der Rückmeldungen zur den indikatorenorientierten Zeugnissen wird nach einer Erprobungsphase erfolgen und ggf. zu inhaltlichen Anpassungen führen.

Informationsschreiben vom 29.8.2008 und Zeugnisformular

 

Lernprozesse begleiten, beobachten, dokumentieren und beurteilen

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 02.11.2008

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