Neue Lernkultur und neue Medien im (Deutsch)Unterricht


Zitate


"Aus einer lernförderlichen Didaktik des Schreibens und Publizierens als Mittel des Lernens folgt (...) - über das Schreiben mit der Hand hinaus - eine lernförderliche Nutzung des Computers als Werkzeug - sofern man mit der Anwendung der Möglichkeiten dieses Werkzeugs vertraut ist. Der umgekehrte Weg, nämlich von den Möglichkeiten des Computers her an ihren "Einsatz im Unterricht" heranzugehen, läuft Gefahr, auch schlechten Unterricht nur technisch zu perfektionieren. Durch den Computer wird Unterricht nicht "automatisch" besser.

Barbara Kochan: Schreiben und Publizieren mit dem Computer als Mittel des Wissenserwerbs in allen Lernbereichen -Ein didaktisches Konzept, in: Mitzlaff / Speck-Hamdan (Hg.): Grundschule und neue Medien. Frankfurt/M. 1998.

Barbara Kochan weist auf Lernpotentiale des Schreibens und Publizierens mit dem Computer hin:

"So befreit die Textverarbeitung (...) von Zwängen herkömmlicher Schreibtechnik auch zugunsten intensiverer inhaltlicher Arbeit. Indem die Textverarbeitung dem Kind mehr willentlichen Einfluss auf seinen Text gestattet, fordert sie seine Willens-und Urteilsbildung als Prozess auch stärker heraus. Inhalthches Wissen kann sich also schreibtechnisch unterstützt - entwickeln, kann allmählich hervorgebracht werden im Unterschied zum bloßen Niederlegen von Wissen. Die Textverarbeitung lädt stärker als das unmittelbare Schreiben auf Papier zu Entdeckungsreisen in den eigenen Kopf ein. Aber sie führt nicht automatisch zu solcher Gedankenarbeit. Die Motive dazu müssen aus einer entsprechenden vom Lehrer zu gestaltenden Lernkultur kommen, die den Kindern eine solche suchende Haltung erlaubt, ja sie dazu herausfordert, statt ihnen nur vorgefertigtes Wissen "darzubieten", "zu vermitteln" und dieses Wissen schließlich nur abzufragen.

Barbara Kochan: Schreiben und Publizieren mit dem Computer als Mittel des Wissenserwerbs in allen Lernbereichen - Ein didaktisches Konzept, in: Mitzlaff / Speck-Hamdan (Hg.): Grundschule und neue Medien. Frankfurt/M. 1998.


„Die sog. Lernsoftware entpuppt sich aber meistenteils als reine Übungssoftware, da sie nicht für ein selbständiges Lernen konzipiert ist. Es fehlen auf die jeweiligen Schülerprobleme ausgerichtete Hilfen und Erklärungen.“

Blatt, Inge: Medien-Schrift-Kompetenz im Deutschunterricht. Ein Basiskonzept mit unterrichtspraktischen Hinweisen.
In: Thomé, Günter u. Dorothea (Hg.): Computer im Deutschunterricht der Sekundarstufe.
Braunschweig 2000. S. 47.


 

Ein Großteil der auf dem Markt angebotenen Rechtschreib- und Grammatiklernsoftware „(...) perfektioniert genau das, wovon sich guter Unterricht endlich verabschiedet. Irreführenden Firlefanz wie Motivationsmätzchen und vorgeblich spielerische Einbettung haben Kinder nicht nöötig. Sie wollen - unter Bedingungen entfaltenden Unterrichts - ihre Schreibfähigkeit, auch ihre Rechtschreibfähigkeit vervollkommnen. Dabei können Lehrer sie am besten durch einen dialogischen Umgang mit ihren Rechtschreibfehlern unterstützen - mit und ohne Computer."

Kochan, Barbara: Computermerkmale und Unterrichtskonzept. Wodurch begünstigt der Computer den Schriftspracherwerb?
In: Huber / Kegel / Speck-Hamdan (Hg.): Schriftspracherwerb: Neue Medien - Neues Lernen!?
Braunschweig 1999. S. 45.

 

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 07.04.2003

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