
Für eine in die Zukunft gerichtete Lehrerausbildung ist die Integration neuer Medien in den Schul- und Ausbildungsalltag unabdingbar.
Wie
kann die aktive Auseinandersetzung mit neuen Medien trotz der zahlreichen
Problemfelder, die während der zweiten Phase im Schul- und Seminaralltag
zu bewältigen sind, gefördert werden?
Wie können Ausbilder und Lehreranwärter für dieses Themenfeld
sensibilisiert werden? Über welche Basisfertigkeiten und -kenntnisse im
Umgang mit neuen Medien sollten sie verfügen?
Im Diskussionsforum, das ich am 2. Tag gemeinsam mit Axel Schmidt (ebenfalls VU-Fachseminarleiter) leitete, hatten wir die Möglichkeit, Gedankengänge aus dem Workshop „Neue Lernwelten in Schule und zweiter Phase der Lehrerausbildung“ zu vertiefen.
Wir
gingen von der Annahme aus, dass für eine in die Zukunft gerichtete
Lehrerausbildung die Integration neuer Medien in den Schul- und Ausbildungsalltag
unabdingbar ist. Die Frage des WIE rückt dabei in den Vordergrund.
Um mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ins Gespräch zu kommen, stellten
wir zunächst drei Fragestellungen vor:
• Wie können Ausbilder und Lehreranwärter für das Themenfeld „neue
Medien“ sensibilisiert werden?
• Wie kann die aktive Auseinandersetzung mit neuen Medien trotz der zahlreichen
Problemfelder, die während der zweiten Phase im Schul- und Seminaralltag
zu bewältigen sind, gefördert werden?
• Über welche Basisfertigkeiten und -kenntnisse im Umgang mit
neuen Medien sollten LA und Ausbilder verfügen?
Schnell
kam es zu einem intensiven Austausch, indem sowohl Stolpersteine als auch
Chancen zur Sprache kamen, die mit dem Themenfeld zusammenhängen. Schnell
wurde deutlich, dass es auf der einen Seite die Ebene der Seminar- und Fachseminarleiter
gibt, bei denen das fachdidaktische Wissen vorausgesetzt werden kann, es
eher im technischen Umgang mit den Medien Nachholbedarf gibt und auf der
anderen Seite die Ebene der Lehramtsanwärter, die hinsichtlich des technischen
Handlings eventuell Vorsprung haben, denen didaktisch-methodische Kompetenzen
noch nicht so selbstverständlich sind.
Schnell wurde damit klar, dass die Ausbildung der Ausbilder anders aussehen
muss, als die Ausbildung der Lehramtsanwärter.
• Selbst
wenn LA guten Willens sind und sich voller Tatendrang dem Einsatz neuer Medien
zuwenden, werden sie dann doch gebremst, weil die Rahmenbedingungen im Seminar
nicht so sind, dass sie eine verlässliche Grundlage für die Beurteilung
ihrer Lehrproben vorfinden
• Die Seminare sind sehr unterschiedlich ausgestattet, verfügen noch
nicht flächendeckend über einen Internetanschluss, der von den LA genutzt
werden kann, mobile Einheiten (Beamer, Laptop) sind kaum vorhanden
• Wie kann Unterricht, der die neuen Medien berücksichtigt vorbereitet
und dokumentiert werden (Form des Unterrichtsentwurfs)?
• Wie kann ich als Fachseminarleiter/in den Einsatz neuer Medien im Unterricht
befördern, dazu anregen und ermutigen?In der Diskussionsrunde wurde deutlich,
dass hier und da schon einiges in der Berliner Ausbildungslandschaft passiert,
die neuen Medien hier und da bei Fachseminarleitern und Lehramtsanwärtern
allmählich stärker ins Bewusstsein rücken ....
Um
diesen Prozess zu intensivieren, wäre ein Forum wünschenswert,
das den Austausch der Kolleginnen und Kollegen darüber in den Blick
nimmt und befördert. Wünschenswert wären Mutmach-Runden, in
denen erste kleine Schritte öffentlich gemacht werden und anderen Mut
machen, sich auf den Weg zu begeben.
(Doris Lerner)
12.04.2003