Lehramtsanwärter/innen berichten als friendly reporter
über die Abschlusstagung des Berliner SEMIK-Projekts ForMeL G
am 12. Juni 2003

 

Bericht über den Workshop 3

Eine Grundschule macht sich auf den Weg... mit einem Medienkonzept

 

Wir schreiben das Jahr 1998. Die Firma Apple hatte den Auftrag übernommen, den Freund Computer fest im Alltag der bis dahin computerrestistenten, Berliner Schullandschaft zu implementieren. Darum standen plötzlich 25 nagelneue Computer in einer deutsch-portugiesischen Grundschule und warteten auf ihren Einsatz. Die Kollegen staunten nicht schlecht, da doch keine der Damen und Herren bis dato sich zur Implementierung berufen fühlten.
Also wurde lange überlegt, ein Motto wurde kreiert ("Der Wandel ist eine Reise") und man holte sich Hilfe von aussen. Die FU Berlin bot sich an, computerlahmen KollegInnen auf die Sprünge zu helfen und eine ABM-Stelle wurde auch bewilligt.

Es war beeindruckend zu hören, wie durch einen fast zufälligen Startschuss ein doch mittlerweilen langfristiges Projekt entstehen konnte, das zwar mit vielen Widrigkeiten der Technik und des Kollegiums zu kämpfen hatte, aber inzwischen so in der Schule verankert ist, dass es an dort inzwischen einen Computerlehrplan gibt, der die Schüler der Klassen 1-6 ganz selbstverständlich mit dem Medium Computer vertraut macht.

Frau Sonnick-Ritter schilderte sehr überzeugend die Stationen, die das Projekt zu überwinden hatte und machte einigen KolleInnen Mut, die schlafenden Computer an verschiedenen Schulen aus dem Stand-by Modus zu erwecken. Viele Interessen müssen hier an einem Strick ziehen, um ein so neues Projekt fest im Schulalltag zu verankern. Gewisse Strukturen sind unabdingbar, so hat sich recht schnell eine Fachkonferenz gebildet, die verantwortlich war für die Entwicklung eines Computercurriculums, das für alle Lehrer dieser Schule verbindlich ist.

Zur Entwicklung neuer Lernkulturen scheint der Computer erst einmal nur bedingt zu taugen, er kann aber sicher auch in neuen Lernkulturen sinnvoll eingesetzt werden. Ein Computerraum erscheint weniger sinnvoll, als ein Computer im Klassenraum, der den Umständen entsprechend eingesetzt werden kann.

Zum Schluss blieb die Frage leider offen, wie das Projekt weiter gehen wird, da demnächst die Förderung ausläuft und man z.B. bald über eine Erneuerung der inzwischen fünf Jahre alten Geräte nachdenken müsste. Nach allem, was wir in dem Workshop aber hörten, ist das Projekt so im Schulalltag verbunden worden, dass mit einer Fortführung der Arbeit gerechnet werden kann.

Axel Stier - VU-Seminar Wilhem Holthus