die
konkrete Lebenswelt der Kinder (ihre Erfahrungs- und Handlungsbereich,
ihre Gefühle und Denkweisen),
Erschließung der Lebenswelt der Kinder vollzieht sich - wo immer
möglich - in konkreten Situationen, an konkreten Dingen, Sachverhalten,
Lebewesen. Anschauliche Medien treten ergänzend hinzu, um Abstraktion
und Begriffsbildung sukzessive anzubahnen/zu erweitern
Situations-
und Handlungsorientierung des Lernens:
ganzheitlicher, erlebnisbetonter und handlungsorientierter Zugriff
auf Lerngegenstände (Abkehr von Orientierung an Strukturen der
Fachwissenschaften)
lernbereichsübergreifendes
Arbeiten, Verbindung von Sach- und Sprachlernen
Probleme
Themenauswahl
und -anordnung
Die
Plazierung einiger Themen in den jeweiligen Klassenstufen erscheint
fragwürdig, es wird nicht deutlich, inwiefern einzelne Themen
der Lebenserhellung und -deutung dienen.
(Heizung im 1. Schuljahr, ohne Bereich des Messens zu entfalten /
Medien wären ggf. evtl. im 4. Schuljahr fundierter zu bearbeiten.)
Themen
zur Entwicklung des Zeitverständnisses, der historischen Dimension
sind bis Kl. 3 unterrepräsentiert.
Es
existiert ein überproportional hoher Anteil textiler Themen (dekorative
Gegenstände).
Inhaltskanon
des 4. Schuljahres wirkt überfrachtet. Die Themen sind nicht
als Bestandteile umfassender Sinnzusammenhänge entfaltet (Das
verkehrssichere Fahrrad, Taschenlampe, Haushuhn)
Die
Anlage der klassenstufenbezogenen Teils führt zu Fehlinterpretationen:
Lerninhalte und Lernziele transportieren den Charakter eines Stoffverteilungsplans.
Themenlisten verleiten - additiv gelesen - zur isolierten Behandlung
einzelner Inhalte und zur Übernahme der Teilziele - ohne Reflexion
der Sachstruktur.
Es
wird nicht deutlich genug akzentuiert (z. B. durch grafische Präsentation),
daß es sich bei den Themen um "Bausteine" handelt: entsprechend
der spezifischen situativen Bedingungen einer Lerngruppe können
Themen in anderen Sinnzusammenhängen für die Kinder bedeutsam
werden können.
Es
wird nicht deutlich genug akzentuiert, daß Themen miteinander
sowie mit Teilbereichen des Du und anderen Lernbereichen des VU zu
verzahnen sind. Der Eindruck von Vereinzelung und Festschreibung der
Anordnung der Inhalte sowie eines unbestimmten Verhältnisses
der übergreifenden Ziele zueinander vermittelt kein Denken in
Zusammenhängen.
Umgang mit Medien:
Klassenzeitung, Sprachbetrachtung, Sprache der Schlagzeilen, Herstellung
von Bild- und Tondokumenten im Zusammenhang mit anderen Themen (Zoo,
Wohnviertel...)
Gemeinsam spielen
kann historische Dimension eröffnen - wenn Lehrer/innen dies
"sehen" (Kinder früher, Spiele früher, Leben früher),
ebenso wie Verbindungen zur Orientierung im Wohnviertel (Spielplätze
heute, Wohnen heute - Spielplätze früher - Wohnen früher)
Zahnpflege: gemeinsame
Mahlzeit - Figuren und Gegenstände formen (Zahn)
Figur aus Stoff könnte
ein Zootier sein
Trink- und Abwasser
impliziert Kartenarbeit, Erkundung in der Stadt, Versuche zur Filterwirkung,
Umweltbewußtsein im Haushalt
Benutzung öffentlicher
Verkehrsmittel impliziert Planen gemeinsamer Ausflüge (Erholungsstätten
in Berlin), Orientierung in Karten,
Körperliches
Wachstum und soziale Entwicklung impliziert soziales Lernen, rollen-
+ geschlechtsspezifische Verhaltensweisen, hist. Dimension i. S. der
eigenen Geschichte
Versorgung Berlins
mit Nahrungsmitteln eröffnet geographisches Lernen (Erdteile,
Herkunftsländer) ebenso wie soziale Erfahrungen (Kulturen, Lebensformen,
Reiseerfahrungen)
Gemeinsam spielen
könnte mit allen zu behandelnden Themen sinnvoll verbunden werden,
müsste nicht isoliert stehen
Kind und Familie /
Geburt und Wachstum eines Kindes könnten vernetzt werden
Teilpläne
vs didaktische Grundkonzeption
Es
ist nicht deutlich zu erkennen, ob und in welcher Weise Ziele und
Inhalte verschiedener Themen aufeinander bezogen sind.
Die
Anordnung der Themen suggeriert die Aneinanderreihung von Häppchenwissen.
Es wird nicht deutlich akzentuiert, daß Lernen und Kompetenzwerwerb
nicht durch Wissensanhäufung geschehen.
Themen
transportieren bei oberflächlicher Betrachtung eine einseitig
fachliche Sichtweise, erst eine Interpretation der Lernziele eröffnet
z.B. naturwissenschaftliche, historische, soziale Inhaltsaspekte.
Es wird nicht deutlich, inwieweit Wirklichkeitserhellung mit dem Erwerb
lebenspraktischen Wissens und Könnens verbunden wird.
3. Schuljahr:
Straße als Verkehrs- und Lebensraum: Vegetation, Autos heute
und früher, Umweltgefahren durch Verkehr, Kartenarbeit...
Bau einer Beleuchtungsanlage: nicht ohne grundlegende Erfahrungen
zum elektrischen Stromkreis möglich...
Umgang mit Nahrungsmitteln: Einkaufen heute und früher, Zahlungsmittel
heute und früher, technische Geräte heute und früher
(Kühlschrank, Mikrowelle etc.)
Orientierung im Wohnviertel: Umgang mit Plan und Karte, Erkundungen
und Interviews, Straße als Lebensraum
Werkzeuge und Maschinen bei handwerklichen Arbeiten: Berufe heute
und früher, Arbeitsplatzerkundung (Baustelle)
Die
didaktisch-methodischen Hinweise sind sprachlich nicht exakt genug
formuliert, teilweise im Anspruchsniveau wenig differenziert entfaltet.
Erwartungen an eine Überarbeitung
Eine
stringente Entfaltung der didaktischen Konzeption und der Intentionen
des vorfachlichen Unterrichts i. a. sowie des Sachkundeunterrichts
i. bes. wäre wünschenswert. (Auch wenn die Präambel
bereits zentrale Schlüsselbegriffe enthält.)
Ziele
und Aufgaben der Teilgebiete des Sachunterrichts sollten - ähnlich
der Konzeption des RPL D - in einem theoretischen Teil dargelegt werden
Eine
noch deutlichere Einbeziehung von Verbindungsmöglichkeiten und
vorfachlichen Akzentsetzungen wäre zu wünschen, didaktisch-methodische
Leitlinien und Gestaltungsprinzipien des VU sollten - nicht allein
in der Präambel, sondern vor allem auch in den Teilplänen
der Klassenstufen - akzentuiert werden.
Die
Interdependenz von Sach- und Sprachhandeln sollte deutlicher aufgezeigt
werden, indem z. B. Hinweise und Querverweise zu Teilbereichen des
Deutschunterrichts aufgenommen werden.
Explizite
Hinweise zur Interdependenz einzelner Teilgebiete bzw. Teilthemen
sollten erfolgen, ggf. auch i. S. eines Spiralcurriculums.
Eine
dritte Spalte "Hinweise zur Unterrichtsgestaltung" (wie im RPL Deutsch)
sollte u. a. auch Verfahrens- und Arbeitsweisen, Kontrollmöglichkeiten
etc. aufführen. Die in Thema und/oder Zielsetzung enthaltenen
Möglichkeiten neuer Lehr- und Arbeitsformen und des exemplarischen
Lernens sollten aufgezeigt bzw. entfaltet werden.
Die
Ausgewogenheit der einzelnen Inhaltsaspekte der Sachkundesollte überprüft
werden, u. zw. gemessen an Inhaltsfeldern modernen Sachunterrichts,
Lebensbedingungen heutiger Kinder (Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
der Inhalte und Ziele)
Lernziele
und Lerninhalte müssen hinsichtlich ihrer Relevanz und ihres
Anspruchsniveaus überprüft andererseits werden, die Formulierungen
müssen hinsichtlich der Trennschärfe und Exaktheit optimiert
werden.
Die
Dominanz von Lernzielformulierungen der kognitive Ebene sollte abgebaut,
der affektiv-emotionalen Ebene Raum gegeben werden.
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