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Monika Gedicke / November 1999
Dem Lernprozeß im Seminar liegt keine hierarchische Rollenstruktur zugrunde; d.h.
die Ausbilder fungieren nicht allein als Wissensvermittler, sondern alle am Ausbildungsprozeß Beteiligten lernen voneinander,
vom Wissen und von den Erfahrungen auch der Referendare/Lehramtsanwärter selbst gehen wesentliche Impulse des Lernens aus.
Die Seminare haben Modellcharakter für den eigenen Unterricht der Referendare / Lehramtsanwärter; d.h. auch in den Seminarsitzungen
sind Variation wie auch Wahlmöglichkeiten in den Ausbildungsmethoden notwendig,
müssen unterschiedliche Lernertypen berücksichtigt werden,
sollten sich die Ausbilder zeitweise zugunsten einer höheren Selbsttätigkeit der einzelnen Seminarteilnehmer stärker zurücknehmen,
müssen positive Lernerfahrungen initiiert werden, die Kreativität, Interaktion und Kooperation einbeziehen.
Die folgenden Beispiele zeigen Möglichkeiten auf, bei Referaten in der Seminararbeit
das Üben von freiem Sprechen mit zielgerichtetem Hören zu verbinden,
den bei traditionellen Referaten üblichen einseitigen Informationsfluß zu verändern zugunsten einer stärkeren Interaktion und Kooperation zwischen den Referenten und ihren Zuhörern,
den Zuhörern Gelegenheit zu geben, sich untereinander aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen,
den Referenten Pausen und Zeit zur Reflexion zu geben,
einen flexiblen Umgang mit vorgegebenem Material einzuüben.
Die vorgestellten Referatformen sind zu verstehen als eine von vielen Ausbildungsmethoden; sie
können auf unterschiedliche Fächer, Inhalte und zeitliche Rahmenbedingungen übertragen werden,
können von den Ausbildern selbst wie auch von Seminarteilnehmern gehalten werden,
müssen im Hinblick auf die jeweilige Seminarsituation und den entsprechenden Themenkreis adaptiert werden,
sollten mit den Seminarteilnehmern reflektiert werden, auch im Hinblick auf ihre Einsatzmöglichkeiten im Unterricht.
Ein traditionelles Referat, das ein Referent vor einer Gruppe hält, ist effektiver, wenn die Zuhörer präzise Höraufträge bekommen, die dann in einer anschließenden Diskussion oder einer andersartigen Auswertungsphase besprochen werden können.
Beispiele von Höraufträgen sind:
selektive Notizen: die Zuhörer notieren sich stichpunktartig inhaltliche Aspekte des Referats in zwei oder drei Spalten, z.B. eine für die Aspekte, mit denen sie übereinstimmen und eine, mit denen sie nicht übereinstimmen; oder für verschiedene Aspekte, die unterschiedlichen inhaltlichen Bereichen zugeordnet werden können (beispielsweise: was für Großbritannien und was für die USA zutrifft); oder nach beliebig anderen Kriterien,
Ausfüllen einer in der Grundstruktur vorgegebenen 'mind map',
Vervollständigen von Satzanfängen, Tabellen etc.,
Notieren von Fragen, die sich für die Zuhörer im Verlauf des Referats ergeben,
Hochhalten
von Karten im Verlauf des Referats als nonverbales Signal immer dann, wenn
die Zuhörer etwas nicht verstehen oder den Faden verlieren.
(für weitere Möglichkeiten vgl. Tessa Woodward (1992), chapter
2, section 1)
Vorgehensweise:
Zwei Referenten wählen oder bekommen zwei unterschiedliche Referatthemen und bereiten anhand präziser Aufgabenstellungen jeder einen kurzen Vortrag über ihr Thema vor
Die Gruppe wird in zwei gleich große Kreise geteilt, die so weit voneinander entfernt sitzen wie möglich. Die Zuhörer werden davon informiert, daß jeder später in Partnerarbeit die Hauptgedanken des Referats an ein anderes Gruppenmitglied weitergeben muß. Die beiden Referenten halten gleichzeitig ihren Vortrag, einer im Kreis A, der andere in Kreis B. Der Leiter hört dem Referenten A zu. Die Zuhörer machen sich Notizen und stellen Fragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben oder erneut erläutert haben möchten.
Die
Teilnehmer des Kreises A suchen sich einen Partner aus dem Kreis B und informieren
sich gegenseitig über die Hauptaspekte der beiden Vorträge. Die
Referenten A und B arbeiten zusammen. Der Leiter hört nun dem Referenten
B zu, so daß er später beide Referate würdigen kann.
Werden einige Paare sehr früh fertig, erhalten sie eine zusätzliche
vom Leiter
vorbereitete Diskussionsaufgabe, die später im Zusammenhang mit den
beiden
Referaten im Plenum ausgewertet werden kann.
Nach der Partnerarbeit erhalten alle Beteiligten die Gelegenheit, die Referenten um weitere Erläuterungen zu bitten; ggf. werden inhaltliche Aspekte im Plenum ausgewertet und vertieft.
Anmerkungen:
Diese Referatform eignet sich für die Seminararbeit, aber auch für alle Lernstufen im Unterricht und gelingt dort am besten mit kurzen Vorträgen (ca. 5 Minuten), z.B. über historische Ereignisse, Bücher, begrenzte Hintergrundinformationen o.ä.. Die Zuhörer werden zum Zuhören und zur Auseinandersetzung mit dem Inhalt gezwungen, weil sie wissen, dass sie anschließend berichten müssen. Alle Anwesenden sind beteiligt und aktiv.
Dies ist eine Variation der 'mini lecture' in: Natalie Hess (1991), p.52
Vorbereitung in der vorhergehenden Seminarsitzung bzw. Unterrichtsstunde:
Die Anwesenden werden in zwei gleich große Gruppen, A und B, aufgeteilt.
Jede Gruppe bekommt ein unterschiedliches Thema, und die Teilnehmer bereiten sich anhand vorgegebenen Materials und präziser Aufgabenstellungen zu Hause darauf vor, grundlegende Informationen aus ihrem jeweiligen Material an andere Teilnehmer weitergeben zu können. Es ist wichtig, daß niemand die Themen der jeweils anderen Gruppe erfährt.
Vorgehensweise:
Jeder Teilnehmer aus der Gruppe A arbeitet zusammen mit einem Teilnehmer aus der Gruppe B.
Die Teilnehmer schreiben das Thema ihres Referats auf ein Blatt Papier und tauschen dieses mit dem ihres Partners aus.
Auf dem Blatt ihres Partners notieren die Teilnehmer Stichpunkte, die sie von ihrem Partner später bei dessen Vortrag berücksichtigt haben möchten, oder sie formulieren Fragen.
Die Partner tauschen ihre Stichpunkte oder Fragen aus, so daß jeder wieder an seinem eigenen Thema arbeitet. Jeder Teilnehmer bereitet nun endgültig die Struktur seines Vortrages vor und versucht dabei, so viel Stichpunkte oder Fragen seines Partners wie möglich zu berücksichtigen.
Abwechselnd
halten sich die Partner nun ihre Vorträge; ein Zeitlimit ist ratsam.
Bei einer ungeraden Anzahl von Teilnehmern (oder in dem Fall, daß
einige Teilnehmer unvorbereitet sind) können einige Paare Beobachter
zugewiesen bekommen, die sich Notizen über Motivation, Konzentration
und Interaktion zwischen den Referenten und Zuhörern machen.
Nach
den Vorträgen reflektieren die Teilnehmer mit ihren Partnern (und ggf.
mit ihren Beobachtern)
a) ihre Erfahrungen mit dieser Referatform als Referent und als Zuhörer,
b) den Inhalt der Vorträge anhand einer präzisen Aufgabenstellung
(sie können auch Fragen notieren, die später diskutiert werden).
Die Ergebnisse aus 8. (und ggf. die Notizen der Beobachter) werden im Plenum ausgewertet.
Anmerkungen:
Diese Referatform eignet sich für die Seminararbeit und darüber hinaus im Unterricht besonders für höhere Klassenstufen, da der Referent sehr flexibel sein muß; die zweite Vorbereitungsphase, Schritt 6, kann aber auch als Hausaufgabe zwischengeschaltet werden.
Die Tatsache, daß sich die Zuhörer vor dem eigentlichen Referat bereits mit dem Thema beschäftigen, und die Partnerarbeit führen zu stärkerer Motivation, Konzentration und Interaktion.
In Situationen, in denen nur ein Referent vor der Klasse spricht, können in einem 'brainstorming' mit der ganzen Gruppe oder in Partnerarbeit Aspekte zusammengetragen werden, die der Referent erwähnen könnte; damit kann das Referat inhaltlich und in bezug auf Fachvokabular etc. vorentlastet werden, und ein Eindenken in das Thema vor dem eigentlichen Referat wird ebenfalls erreicht.
Diese Referatform entwickelte ich in einem Ausbildungskurs bei Mario Rinvolucri, (Pilgrims, Canterbury, 1995) aufgrund einer Diskussion, die wiederum auf einer Idee von John Morgan basierte. Eine Variation für Referate vor der gesamten Gruppe findet sich bei Tessa Woodward (1992), p.26.
Vorgehensweise:
Ein Teilnehmer bereitet anhand präziser Aufgabenstellungen ein Referat vor,
Drei
Zuhörer assistieren dem Referenten. Sie sitzen vor ihm und haben die
Aufgabe, nach einigen Minuten jeweils kurz mit eigenen Worten zu wiederholen,
was der Referent gesagt hat. Dies bedeutet nicht, daß sie getestet
werden, sondern sie agieren als 'Spiegel', so daß der Referent herausfinden
kann, wie erfolgreich sein Vortrag ist.
Die anderen Zuhörer notieren sich Fragen, dürfen aber nicht eingreifen.
Der Referent gibt den ersten Teil seines Vortrags und macht nach ein paar Minuten eine Pause.
Einer der drei Assistenten erläutert, was er verstanden hat; die anderen Assistenten können ihn gegebenenfalls unterstützen. Wenn einzelne Aspekte falsch oder unzureichend verstanden wurden, kann der Referent sie noch einmal wiederholen.
Der Referent geht auf diese Art und Weise durch seinen ganzen Vortrag. Nach drei Referatteilen können andere Teilnehmer die Assistentenrollen übernehmen, sie können vor oder nach dem jeweiligen Referatteil benannt werden.
Nach dem Vortrag erhalten alle Zuhörer die Gelegenheit, Fragen zu stellen; ggf. werden inhaltliche Aspekte im Plenum vertieft.
Anmerkungen:
Diese
Referatform eignet sich für kürzere Vorträge und führt
zu einer großen Interaktion zwischen Referenten und Zuhörern.
Die Assistenten sollten sich zu Beginn freiwillig melden, denn manchen Teilnehmern
ist diese Rolle zunächst unangenehm.
Reaktionen im Schulunterricht machten deutlich, daß sich einige Schüler
in dieser Rolle als Assistenten sehr unter Streß fühlen und sich
nur schwer an Details erinnern können; andere dagegen können sich
viel besser konzentrieren, wenn sie wissen, daß sie den Inhalt später
genau wiedergeben müssen.
Eine Variation dieser Referatform lernte ich in einem Ausbildungskurs von Leslie Bobb Wolff (Pilgrims, Canterbury, 1991) kennen; im Hinblick auf den Kontext der Lehrerfortbildung vgl. auch: Tessa Woodward 1992, pp.23f.
Vorgehensweise:
Ein Teilnehmer bereitet anhand präziser Aufgabenstellungen ein Referat vor.
Der Referent gibt den ersten Teil seines Vortrags.
Die Zuhörer arbeiten in 'buzz'- Gruppen (zu zweit oder zu dritt): Sie fassen die Hauptaspekte des bisher Gesagten kurz zusammen. Der Referent kann während der Gruppenarbeit herumgehen, Fragen beantworten und/oder Aspekte sammeln, die er später kommentieren möchte. Auf ein vorher vereinbartes Signal hin hören die Gruppen auf zu arbeiten.
Der Referent gibt den zweiten Teil seines Referats, die Teilnehmer arbeiten anschließend erneut in ihren Gruppen; dasselbe geschieht mit einem dritten oder ggf. auch vierten Referatteil.
Im Anschluß an das Referat werden ggf. weiterführende Fragen diskutiert und/oder inhaltliche Aspekte vertieft.
Anmerkungen:
In der Gruppenarbeit können die Teilnehmer auch über die bloße Zusammenfassung des bisherigen Referatinhalts hinaus eine vom Leiter bzw. Referenten vorbereitete weiterführende Diskussionsaufgabe erhalten; ein Zeitlimit sollte aber hier vorher vereinbart werden. Diese Aufgaben können dann im Anschluß an das gesamte Referat ausgewertet werden.
Alle Teilnehmer werden aktiviert, und Interaktion findet nicht nur zwischen dem Referenten und den Zuhörern, sondern auch unter den Zuhörern statt. Die Unterteilung des Vortrags macht ihn weniger monoton und erleichtert die Konzentration. In der Gruppenarbeit haben die Zuhörer die Chance, sich noch einmal mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen oder das Vorgetragene zu kommentieren. Der Referent ist gezwungen, seinen Vortrag in überschaubare Teile aufzuteilen und flexibel zu reagieren. Er bekommt eine unmittelbare RückmeIdung darüber, inwieweit seine Zuhörer ihn verstehen und ihm folgen können.
In
dem Transfer auf den Schulunterricht ist bei einem großen Leistungsgefälle
auf eine heterogene Gruppenzusammensetzung zu achten, damit die Schüler
sich gegenseitig
unterstützen können.
Ich lernte diese Referatform im Kontext der Lehrerfortbildung in einem Kurs von Tessa Woodward in Wye College, 1996, kennen; vgl. Tessa Woodward: (1992), pp.24ff.
Vorgehensweise:
Ein Referent bereitet sich anhand präziser Aufgabenstellungen darauf vor, grundlegende Informationen über ein Thema an andere Teilnehmer weitergeben zu können.
Dieser Referent agiert als Experte. Der Leiter (oder der Referent) erläutert das Thema und ermutigt die Gruppe, in einem begrenzten Zeitraum so viele Fragen wie möglich zu stellen, um von dem Experten alle wesentlichen Informationen über das Thema zu erhalten.
Die Zuhörer stellen Fragen. Der Experte antwortet, gibt aber über die Fragen hinaus keine weiterführende Erläuterungen.
Das Interview wird nach einem vorher festgesetzten Zeitlimit beendet.
Falls nötig, erläutert der Referent dann zusätzliche Details. Eine auswertende Diskussion schließt sich ggf. an.
Anmerkungen:
In größeren Gruppen empfiehlt sich die Bildung von Untergruppen mit jeweils einem Experten, um mehr Teilnehmer aktiv einzubinden.
Diese
Referatform gelingt am besten mit überschaubaren Hintergrundinformationen,
Transferiert auf den Schulunterricht eignet sie sich eher für höhere
Klassenstufen, denn der Referent muß einen hohen Grad an Flexibilität
unter Beweis stellen, da er unmittelbar auf die Fragen reagieren soll und
keinen in seiner Struktur vorbereiteten Vortrag präsentieren kann.
Die Zuhörer setzen sich aktiv mit dem Thema auseinander
Diese Referatform habe ich entwickelt aufgrund einer Rollenspielidee in: Gillian Porter Ladousse (1987), p. 119.
Einige der vorgestellten Referatformen eignen sich für eine Vermittlung durch die von Tessa Woodward entwickelte 'loop input' Methode: Die Seminarteilnehmer probieren selbst die jeweiligen Übungsformen aus und reflektieren gleichzeitig die didaktischen und methodischen Grundprinzipien- eben dieser Vorgehensweise in dem für sie authentischen Situationsrahmen der Ausbildung sowie mit einem ihnen entsprechenden Schwierigkeitsgrad, und es wird ihnen durch die Methodenreflexion ein Transfer der ausprobierten exemplarischen Übungsformen auf weitere verschiedenartige Materialien und Unterrichtssituationen erleichtert (vgl. hierzu Woodward 1991 und Woodward 1992, activity 2.27).
Das bedeutet für den vorliegenden Zusammenhang, daß die Ausbilder die entsprechende Referatform einführen, indem sie deren Grundprinzipien und Vorgehensweisen in der Form eben dieses Referats erläutern. So sind die Ausbilder beispielsweise Experten für das 'expert' Referat, und die Seminarteilnehmer erfragen einzelne Elemente dieser Referatform in der gleichzeitigen Durchführung eines 'expert' Referats. Oder der Ausbilder gibt ein 'buzz-group' Referat bzw. 'mirror' Referat über Organisation, Durchführung, Zielsetzung und Problemkreise eines 'buzz-group' Referats bzw. 'mirror' Referats; d.h. die Referendare/ Lehramtsanwärter erfahren die neue Referatform nicht als 'leaming by doing' an einem beliebigen Beispiel, sondern durch didaktisch-methodische Information verknüpft mit der Durchführung dieser Referatform selbst.
Die einzelnen Referatformen können zudem im Seminar anhand von Beispielen ausprobiert werden; d.h. Ausbilder oder Referendare/Lehramtsanwärter halten Referate zu didaktisch-methodischen Themenkreisen. Beispielsweise kann zur Durchführung eines 'mini' Referats oder eines 'contract' Referats die Seminargruppe in zwei Untergruppen aufgeteilt werden, die jeweils ein Kurzreferat zu zwei verschiedenen Fragestellungen vorbereiten und im Seminar halten.
Um erfolgreiche Vorträge zu gewährleisten, kann zur Vorbereitung der Referate der Artikel von Nick Owen hinzugezogen werden (vgl. Literaturhinweise), der wesentliche Schritte der Planung und Durchführung eines Vortrags berücksichtigt und dabei auch Aspekte der Struktur, einzelner Präsentationselemente, der Beziehung zum Zuhörer, der Choreographie etc. berücksichtigt. Präzise Beobachtungsaufträge können dazu beitragen, die Referate im Anschluß sowohl hinsichtlich ihrer Inhalte als auch ihrer Präsentation auszuwerten bzw. zu reflektieren (vgl. hierzu beispielsweise eine Fragenzusammenstellung von Tessa Woodard, 1992, p.35, 'lecture evaluation form').
Bei einem Transfer der Referatformen auf den Unterricht sollten folgende allgemeine Hinweise thematisiert bzw. beachtet werden:
Die Schüler müssen Kriterien an die Hand bekommen, wie Referate vorbereitet und gehalten werden. Sie sollten schrittweise an das freie Halten von Referaten herangeführt werden; als eine mögliche Stufenfolge kann das Einüben unterschiedlichen Referatformen in der hier vorgestellten Reihenfolge (Beispiele 2-6) angestrebt werden.
Vorgehensweisen und Zielrichtungen müssen sowohl den Zuhörern als auch den Referenten im Vorfeld genau erläutert werden.
Sowohl die Zuhörer als auch die Referenten brauchen im Anschluß an das Referat Zeit, Ziele, Vorgehensweise und Ergebnisse zu reflektieren. Dies ist besonders deshalb unbedingt erforderlich, da Erfahrungen mit den vorgestellten Referatformen im Unterricht zeigten, daß einige Lerngruppen sich nur sehr zögernd darauf einließen, die 'bequemen' Referatmuster aufzugeben, an die sie gewöhnt waren, und neue, interaktive Formen zu akzeptieren.
Es ist ratsam, die für die Schüler neuen Referatformen zunächst mit einem Referat, das der Lehrer hält, oder mit einem weniger anspruchsvollen Inhalt auszuprobieren, so daß sich die Schüler zunächst einmal mit ihren neuen Rollen als Referenten und Zuhörer vertraut machen können. Dies ist besonders in Lerngruppen wichtig, in denen die Schüler leicht demotiviert, bzw. ungeduldig werden, wenn sie nicht gleich alles auf Anhieb verstehen.
Es hängt von der Lerngruppe und vom Thema, bzw. von der Weiterarbeit mit dem Thema ab, ob die Zuhörer sich Notizen machen oder nicht.
Gedicke, Monika: Student lectures in the classroom, in: Englisch Teaching professional, July 1997
Hess, Natalie: Headstarts, Longman 1991
Owen, Nick: Planning and Delivering your Talk, in: IATEFL (The International Association of Teachers of English as a Foreign Language) Newstetter, Issue No.128, August 1995
Porter Ladousse, Gillian: Role Play, Oxford University Press 1987
Woodward, Tessa: Models and Metaphors in Language Teacher Training, loop input and other strategies, Cambridge University Press 1991
Woodward, Tessa: Ways of Training, Longman 1992
Monika Gedicke ist Hauptamtliche Fachseminarleiterin (S) für Englisch
Kontakt:
Gedimo@gmx.de
©opyright Monika Gedicke, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003