|
|
|
|
Kritik
hört niemand gerne.
Trifft sie uns unerwartet, sind wir verletzt.
Erwarten wir sie, gehen wir ängstlich in die Defensive.
Kritikerfahrungen
der Kindheit und gegenwärtige - ähnliche Erfahrungen - bestimmen
unseren Umgang mit Kritik.
Als Kind sind wir oft nicht für unser Verhalten, sondern eher pauschal
kritisiert worden. ("Du bist zu ungeschickt!" "Du bist faul!")
Wenn uns jemand kritisiert, dann empfinden wir dies nicht als gut gemeinten
Rat, sondern als Ablehnung unserer Person, Strafe, Liebesentzug.
Das Gefühl Unvollkommenheit aufzuweisen beeinträchtigt unser Selbstwertgefühl. Abwehrmechanismen (Zudecken, Beschönigen, Rechtfertigen) treten auf.
Wir haben gelernt Menschen, die uns kritisieren, zu misstrauen. Wir erwarten einen Angriff und wir glauben uns verteidigen zu müssen.
Unsere Reaktion auf Feedback hat viel damit zu tun, wie wir mit unserer eigenen inneren Kritik umgehen. Mitunter leiden wir an inneren Stimmen, die sehr viel vernichtender als die Kritik von außen sind - gerade deshalb verletzt Kritik von außen dann ganz besonders, weil sie diese "wunden Punkte" berührt.
Die Grundeinstellung sollte lauten: Feedback richtet sich nicht gegen meine Person, sondern kann mir helfen, bestimmte Facetten meines Verhaltens als Lehrer/in zu verändern, kann mir helfen, meine berufliche Professionalität weiterzuentwickeln.
Nehmen Sie Kritik auf und fragen Sie sich - sofern die Kritik berechtigt ist: "Was kann ich daraus lernen?"
Fragen Sie nach den genauen Wahrnehmungen des Anderen ("Was haben Sie wahrgenommen, gesehen, gehört...?")
Sie sollten sich nicht als Person abgelehnt ("ungeliebt") fühlen und Kritik als Attacke betrachten, sondern als Geste der Achtung. Aus konstruktiver Kritik können wir Lehren ziehen, wenn wir zuhören und abwägen. Beobachtungen anderer Menschen schärfen unsere Selbstwahrnehmung. Anstatt sich gegenüber Kritik hilflos und ausgeliefert zu fühlen, sollten wir uns darüber bewusst werden, daß Kritik stärkend sein kann.
Sie sollten kritisches Feedback nicht als Geringschätzung Ihrer Person begreifen, sondern - im Gegenteil - als Ausdruck von Respekt und Zuneigung. (Menschen gegenüber, die uns nicht wichtig sind, äußern wir keine Kritik. Ihr Verhalten ist uns relativ gleichgültig - weshalb sollten wir ihnen helfen, sich zu positiv zu entwickeln?)
Literaturempfehlung:
Lehner, Birgit B.: Selbstsicher handeln. Erfolgreich in Beruf und Alltag. Weinheim
und Basel 1993..
Lehner, Birgit B.: Selbstsicher werden. Hemmungen überwinden - Mut zur
aktiven Lebensgestaltung. Weinheim u Basel 1993.
Dagmar Wilde Fachseminar VU Seminarpapier 05/94
"Seminarfeedback" - Fragebogen Seminar-Evaluation
©opyright Dagmar Wilde, Berlin, Januar 2000
Sofern im Einzelfall nicht anders geregelt und soweit nicht fremde Rechte betroffen sind, ist eine Verwendung der Dokumente als Teile oder als Ganzes in gedruckter und elektronischer Form für den schulischen Bereich sowie Ausbildungszwecke gestattet, unter der Voraussetzung, dass die Quelle
"d.w.-online":
http://www.dagmar.wilde.de
genannt wird und diese Anmerkungen zum Copyright beigefügt werden.
Ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch die Verfasser/innen ist eine kommerzielle Verbreitung der auf diesem Server liegenden Dokumente ausdrücklich untersagt.
These pages belong to "d.w.-online": http://www.dagmar.wilde.de
Permission is hereby granted to use these documents for personal use and in courses of instruction at educational institutions provided that the articles are used in full and this copyright statement is reproduced. Permission is also given to mirror these documents on WorldWideWeb servers. Any other usage is prohibited without the written permission of the author. Please mail.
06.04.2003