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Dagmar
Wilde SS 00 / FUB 12413 S
"Planung
von Unterrichtssequenzen zum Texte verfassen in der Grundschule"
Schreibbiografien
6 - 13
"Schreiben
in meiner Grundschulzeit - Erinnerungen an meinen Schreibunterricht, meine
Schreib(lern)erlebnisse, Schreibprozesse, Schreibprodukte, Lieblingsschreiborte...
Gedanken zum Schreiben und zu allem was es mir heute bedeutet..."
D.
R.
B.
B.
D.
V.
Chr.
Sch.
Chr.
B.
J.
T.
P.-N.
G.
F.
C.
D.
R.
Voller
Erwartung stand ich im September 1985 vor einem Gebäude, welches
ich nie zuvor betreten hatte. Ich hatte einen blauen Schulranzen auf dem
Rücken, eine Schultüte im Arm und eine rote Federtasche im Ranzen,
gefüllt mit allen möglichen Schreibutensilien. Eingeschult wurde
ich mit zwei funktionierenden Füllhaltern. Der eine war rot und der
andere, der Wechselfüller, war blau. Am Ende des ersten Schuljahres
besaß ich keinen der beiden Füllhalter mehr. Ich habe nie verstanden,
warum gerade immer meine Füllhalter einen Defekt hatten, bis ich
erfuhr, daß der Füllhalter beim Schreiben locker und leicht
in der Hand liegen sollte. Erst jetzt konnte ich mir meine krampfartigen
Schmerzen in meiner rechten Hand am Abend erklären.
Das
Schreibenlernen machte mir trotz meiner "schweren Hand" Spaß, aber
bis es dazu kam wurden uns alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen
im Umgang mit einem Füllhalter aufgezeigt. "Schließ den Füllhalter
nach einer beendeten Schreibübung! Laß den Füllhalter
nie offen liegen!" So oder ähnlich verliefen meine ersten Schreibstunden.
Die ersten Schreibübungen waren da schon interessanter. Das Nachschreiben
von Linien oder später das Schreiben von Buchstaben waren nun endlich
die ersten praktischen Übungen im Umgang mit dem Füllhalter
und somit meine ersten produktiven Schreibversuche.
Als
das erste Schuljahr etwas fortgeschritten war, konnte ich nun endlich
meinen Namen auch in Schreibschrift schreiben, was ich dann auch zu jeder
mir gebotenen Gelegenheit tat. Jedoch viel gespannter war ich als ich
mein erstes Diktat schreiben mußte. Die Lehrerin diktierte ihren
20 Schülern 4 bis 5 Sätze und sammelte die Diktathefte ein.
Die Aufregung davor erwies sich größer als das zu schreibene
Diktat. Eine Woche später erhielt ich mein Diktat zurück und
präsentierte zu Hause eine erfolgreich bestandene Lernerfolgskontrolle.
Mein Gott waren alle stolz, nur ich freute mich über meinen 4. Füllhalter
des 1. Schuljahres.
Am
Anfang des 2. Schuljahres starrten wieder 40 Schüleraugen zur Lehrerin
und waren gespannt, welche Aufgaben im Fach Deutsch im nun folgenden Schuljahr
zu bewältigen sind. Das Alphabet kannten wir bereits und die Fibel
hatten wir auch bis zum Ende des ersten Schuljahres gelesen. Aus dem einen
Schulbuch des ersten Schuljahres wurden zwei, zum einen war das die Muttersprache
und zum anderen das Lesebuch. Der Deutschunterricht wurde nun aufgesplittet
in Lese- und Rechtschreibunterricht. Das richtige Schreiben stand in diesem
Schuljahr auf dem Lehrplan. Die Tradition des Diktateschreibens wurde
in der 2. Klassenstufe, aber auch in den darauffolgenden Schuljahren,
weitergeführt. Die Diktate sollten der Lehrerin zeigen, welchen orthographischen
Wissenstand wir bis dahin erreicht hatten. Das richtige Schreiben sollte
geübt und gefördert werden.
Außer
der diktierten Texte wurde im Rahmen des Leseunterrichts sinnerfassende
Texte zu Lesebuchtexten geschrieben, die kontrollieren sollten, ob man
das sinnerfassende Lesen beherrscht.
Das
eigentliche Texte verfassen wurde den Schülern mit einer großen
Schreibmotivation erst im Rahmen des Ausdrucksunterricht, der in der 3.
Klasse eingeführt wurde, ermöglicht. Im Ausdrucksunterricht
wurde uns Schülern gelehrt, was es heißt zu beschreiben, zu
berichten, zu erklären oder eben eigene Texte zu verfassen.
Jedoch
verlief auch dieser Unterricht nach einem streng am Lehrplan orientierten
Muster. Die Schreibmotivation auf seiten der Schüler wurde vom Lehrer
immer in die vorgeschriebenen Bahnen gelenkt. Das alternative, freie,
kreative Schreiben wurde, aufgrund der gesellschaftlichen Bedingung in
meiner Grundschulzeit, völlig außer acht gelassen. Es wurde
mehr darauf geachtet, daß die formalen Normen beachtet und die Ausdrucksweise
den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen angepaßt wurden. Selbst
wenn der Lehrer einen alternativen Ausdrucksunterricht gestalten hätte
wollte, wäre er durch die strengen Richtlinien des Lehrplans daran
gehindert worden.
Die
Schreibanlässe bzw. -themen wiederholten sich, aufgrund des Lehrplans
in meiner Grundschulzeit. Immer wiederkehrende Themen waren z.B. "Mein
schönstes Ferienerlebnis"; das Protokollieren von Pioniernachmittagen,
das Schreiben von Bildgeschichten, das sinnerfassende Schreiben zu Lesebuchtexten,
das Schreiben von Gebrauchsanweisungen, das Beschreiben von Personen...
usw.
Schreibanlässe
wurden immer vom Lehrer inszeniert, um die vorgegebenen Richtlinien einzuhalten.
Der Ausdrucksunterricht war eher geprägt von den formalen Normen
als von der individuellen Kreativität und Selbständigkeit des
Schülers. Ein besonderes Augenmerk wurde auch hier auf die Rechtschreibung
gelegt. Im nachhinein denke ich, daß für einige die extreme
Beachtung der Rechtschreibung im Ausdrucksunterricht der Stolperstein
war, der sie entmutigte Texte zu verfassen und vielleicht sogar Schreibhemmungen
hervorrief.
Trotz
all dieser Hintergründe, die mir erst heute wirklich bewußt
werden, habe ich gern Texte geschrieben, auch wenn mir das kreative, freie
Schreiben bis zur 6. Klasse verwehrt blieb. Auch das auswertende Gespräch
zu einem verfaßten Text beschränkte sich in meiner Grundschulzeit
auf den Lehrerkommentar am Ende einer Arbeit. Das Besprechen und mündliche
Auseinandersetzen erfuhr ich erst in der Sekundarstufe I. Während
meiner Grundschulzeit suchte ich mir neben dem Ausdrucksunterricht andere
Schreibanlässe. Ich fing an Tagebuch zu schreiben, schrieb Briefe,
später schrieb ich Artikel in der Schulzeitung oder ich schrieb einfach
meine Gedanken zu bestimmten Themen auf. Ich empfand das Schreiben außerhalb
des Schulunterrichts als unbefangener und interessanter. Noch heute fällt
es mir schwerer im Beisein von anderen zu schreiben.
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B.
B.
Wenn
ich an meine Grundschulzeit denke, fallen mir zuerst die vielen Bildergeschichten
ein, die wir beschreiben mußten. Den kleinen Herrn Jakob fand ich
immer lustig. Leider hatten wir öfters "Vater und Sohn" Geschichten
zu beschreiben, und diese mochte ich nicht so gerne.
Bildergeschichten
waren natürlich nicht die einzigen Textarten. Ich erinnere mich auch
noch an Phantasiegeschichten, Nacherzählungen, Beschreibungen und
an Geschichten, die wir zu Ende erzählen mußten.
Meine
Gefühle waren dabei ganz unterschiedlich. Zum Beispiel habe ich Phantasiegeschichten
immer geliebt. Ich habe auch oft ein Lob dafür bekommen. Besonders
stolz war ich, wenn eine Geschichte von mir vorgelesen wurde oder wenn
ich sie vorlesen durfte. Dagegen mochte ich Beschreibungen überhaupt
nicht, weil ich das, was ich beobachtet hatte und für mich wichtig
war, nicht beschreiben durfte. Einmal sollten wir unseren Füller
beschreiben und ich fing an genau aufzulisten wo welche Bißspuren
zu sehen waren. Meine Lehrerin Frau Sonnenschein meinte dann, ich solle
mich doch lieber auf die wesentlichen Merkmale beschränken wie Farbe
und Form. Ich hab das damals nicht verstanden, weil ich mein Merkmal viel
auffälliger und wichtiger fand. Es war nämlich die einzige Möglichkeit,
meinen Füller von denen meiner Freundinnen zu unterscheiden.
Die
Vorgehensweise bei dem Umgang mit Texten war immer die gleiche:
-
Texte vorschreiben
-
korrigieren lassen
-
wieder abschreiben
-
ein Bild dazu malen
-
und wenn es schön war, bekam man einen Fu-Stempel
Oft
wurden dann die schönsten Texte vorgelesen. Allerdings kam es auch
vor, dass ein Text als negatives Beispiel vorgelesen wurde . Ich kann
mich erinnern, dass das besonders häufig bei den Beschreibungen vorkam.
Ich habe schon damals das Motto "Jeder ist zu etwas zu gebrauchen und
sei es als schlechtes Beispiel" verabscheut. Was ich allerdings noch schlimmer
fand als das Vorlesen von schlechten Texten war, wenn die Klasse den schönsten
Text auswählen sollte . Dazu wurden alle Hefte auf einen Gruppentisch
verteilt, und die Klasse stimmte im Plenum ab, welches der auf dem Tisch
liegenden Heften nun das schönste sei. Dabei wurde nur auf die äußere
Gestaltung geachtet. Leider wurden nicht nur die drei schönsten heraus
gesucht, sondern das Ritual ging so lange, bis kein Heft mehr auf dem
Tisch lag. Mein Heft war immer bei den letzten, da ich keine besonders
schöne Handschrift besaß! Wenn wir Aufsätze schrieben,
sollten wir vor allem Ausdruck und Satzbau üben. Auch auf die Rechtschreibung
sollte geachtet werden, was ich aber nie tat. Auch ordentliches Schreiben
stand auf dem Übungsplan.
Meine
Grundschulzeit prägt mich auch heute noch, und zwar in Bezug auf
"was" und "wie" ich etwas schreibe. Wenn es darum geht Geschichten, witzige
Texte oder Gedichte zu verfassen bin ich immer noch mit Feuer und Flamme
dabei. Ich liebe es, mir etwas auszudenken, woran ich und andere Spaß
haben könnten. Diese Art von Texten geht mir irgendwie freier von
der Hand. Ich bin dabei nicht so verspannt wie bei anderen Texten, die
ich für die Uni schreiben muß. Denn bei diesen hab ich immer
im Hinterkopf, dass ich ja keine Rechtschreibfehler machen darf, denn
was denken sonst die Leute von mir........
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D.
V.
Reise
in die Vergangenheit
Ich
habe mich bemüht meine Gedanken, die wirr in meinem Kopf herrumflogen
in Kategorien zu teilen. Einerseits erhielt ich so einen klar strukturierten
Überblick, anderseits ging auf diesem Wege das Aufzeigen der Vernetzungen
der gewählten Kategorien verloren. Der Versuch diese Vernetzungen
mit Pfeilen anzudeuten hob jeglichen Überblick auf.
Nach
etlichem Zusammenfassen der Stichpunkte erhielt ich folgende Kategorien:
-
Gefühle
-
Material
-
Anfangs
-
Schreibanlässe
-
Korrekturen
-
Offene
Kategorie
Ich
habe eigentlich immer sehr gerne und viel geschrieben. Diktate waren mir
jedoch schon immer ein Graus. Sicherlich bedingte eins das andere - meine
Noten in den Diktaten waren immer wesentlich schlechter als in den Aufsätzen.
So verstand ich es, spätestens nach dem Wechsel zur Oberschule, perfekt
mich vor allen Diktaten zu drücken. Dass das niemandem auffiel??!!
In
den Stunden der Freien Arbeit bearbeitete ich immer die Übungen auf
den Arbeitsblättern, egal welcher Art, alle Schreibimpulse über
Bilder ließ ich aus. Dies wundert mich im Nachhinein, denn die überarbeiteten
Texte wurden getippt und in einem Geschichtenbuch der Klasse gebunden.
Die
Materialien des Schreibenlernens sind mir erst durch mein Orientierungspraktikum
wieder bewußt geworden. Es handelte sich dabei um das FU- Schreibheft,
in dem hingebungsvoll Buchstaben nachgemalt und verbunden wurden. Auch
das Nachschreiben mit verschiedenen Stiften, auf Plakaten u.ä., kam
mir wieder in Erinnerung. In der Freien Arbeit standen Bilder bereit,
die die halbe Seite eines DINA-4-Blattes füllten. Diese konnten ausgemalt,
verändert oder neu gestaltet werden. Zu den Bildern sollte dann eine
kurze Geschichte verfasst werden, die nach einer Überarbeitung abgeschrieben
werden mußte.
Die
Schreibhefte mit den verschiedenen Liniaturen haben ebenfalls einen festen
Platz in meinen Erinnerungen, besonders der Stempel eines Hauses, der
vor jede Zeile gesetzt wurde.
Neben
nur wenigen Materialien wird mir die Einführung des Füllers
unvergessen bleiben. Die Lehrerin zeigte uns, halb auf dem Tisch sitzend,
mit einer hellen Hose bekleidet, das Vorgehen bei der Handhabung und beim
Reinigen des Füllers. Sie nahm dazu den Füller von Marco und
hielt ihn in die Luft, damit alle ihn sehen konnten. Nach den üblichen
Regeln zur Handhabung des guten Stückes zeigte sie das Reinigungsverfahren.
Dabei kleckste der Füller ihr mitten auf die Hose. Obwohl keiner
in der Klasse lachte, wir waren wohl viel zu fasziniert von der Vorstellung
mit einem Füller hantieren zu dürfen, habe ich diese Situation
noch immer bildlich vor Augen.
Ein
weiteres "Highlight" meines Deutschunterrichtes, welches ich der offenen
Kategorie zugeordnet habe, war das Erlernen der Altdeutschen Schrift.
Nicht nur das ich etwas lernte, was mein älterer Bruder nicht konnte,
sondern auch die Aussicht einen kleinen Aufsatz so schreiben zu dürfen,
motivierte mich sehr stark.
Zum
Schluss bleibt nur noch die Auflistung der Schreibanlässe und das
Umgehen mit den Korrekturen. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich
sie mir nur angesehen habe, wenn eine Berichtigung verlangt wurde. Auch
dann schrieb ich die Wörter ab, oder tat das verlangte damit, ohne
mich wirklich mit den Fehlern auseinander zu setzten.
Schreibanlässe:
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Chr.
Sch.
Schreiberinnerungen:
-Bildergeschichten
(z.B. Vater und Sohn)
-Erlebniserzählungen (z.B. Mein schönstes Ferienerlebnis)
-Abschreiben eines vorgegebenen Textes
-Phantasiegeschichten
-Schreiben zu Schlüsselwörtern
Kriterien
für das Schreiben im Unterricht:
-Rechtschreibung
-Schönschreiben
-Präsentation der eigenen Schreibergebnisse
-Förderung von Kreativität und Phantasie
Feedback
im Unterricht:
Die
Schreibprodukte wurden häufig in den Unterricht mit einbezogen, was
in den meisten Fällen auch als sehr positiv bewertet wurde. Eigene
Schreibergebnisse konnten laut vor der Klasse vorgelesen werden, teilweise
fand dann auch eine Beurteilung der Arbeit durch die anderen Schüler
statt. Das Vorlesen von nicht gelungenen Arbeiten, meist geschah dies
durch den Lehrer, wurde hingegen oft negativ bewertet. Bei Aufsätzen
wurde die Rechtschreibung und der Ausdruck häufig in den Vordergrund
gestellt und der Inhalt verlor an Bedeutung. Manchmal wurden die Schreibprodukte
in Gruppen besprochen und weiterbearbeitet. Die Klasse hat sich zu einer
besonders guten Arbeit beispielsweise ein Theaterstück oder ein Hörspiel
ausgedacht.
Schreibanlässe,
(in der Grundschulzeit):
Außerhalb
der Schule:
-Poesiealben
-Klassenfahrtsberichte
-Briefe
-Tagebuch
Schreibanlässe
(heute):
-Referate und Hausarbeiten in der Uni
-Briefe
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Chr.
B. / Berlin, den 15.05.2000
Ich
habe nun recht lange versucht, mich an meine Grundschulzeit zu erinnern.
Leider habe ich keine differenzierte Erinnerungen mehr, was die einzelnen
Klassenstufen betrifft.
Ich
erinnere mich jedoch, dass mir das Schreiben freier Geschichten am besten
gefiel. Der Lehrer gab einen Schreibimpuls, indem er eine Bildergeschichte
präsentierte, die es galt, in schriftlicher Form fortzusetzen. Oder
er las eine Geschichte vor, für die wir ein interessantes Ende finden
sollten. Besonders schön fand ich es, den handelnden Personen Namen
zu geben, so dass ich eine sehr hohe Identifikation mit meiner Geschichte
erreichte. Zumeist konnte man mich bei solchen Geschichten kaum stoppen,
denn ich wollte, je länger ich schrieb, immer mehr Details in meine
Geschichten integrieren. Beim Schreiben solcher Geschichten habe ich große
Fantasie entwickelt. Die größte Bestätigung waren die
Lacher der Zuhörer, meiner Mitschüler, denn ich versuchte mich
ständig als Komödiant. So war ich stets darum bemüht, meine
Geschichten zum Besten zu geben, was die Lehrer durchaus in Bedrängnis
brachte, war ich doch unruhig, zappelig und gab erst Ruhe, wenn ich an
die Reihe kam.
Leider
sind mir so auch nur solche Situationen in Erinnerung geblieben. An eine
inhaltliche Diskussion oder eine weitreichende orthografische Korrektur
kann ich mich nicht erinnern (fehlerhafte Worte mussten drei mal im Berichtigungsheft
wiederholt werden).
Ebenso
ist mir die Beurteilung, sei es nun verbal oder per Zensur, nicht in Erinnerung
haften geblieben. An differenzierte Beurteilungsgespräche ... ...
na ja ... ... Sie wissen schon: auch daran kann ich mich nicht erinnern.
Außerhalb
der Grundschulzeit erinnere ich mich noch heute sehr gerne an ein von
der Klasse bearbeitetes Theaterstück (in der Klassenstufe 8). Wir
lasen ein Buch, es war ein Roman, und verschiedene Autorengruppen sollten
die einzelnen Kapitel in ein Theaterstück umschreiben. Trotz der
inhaltlichen Vorgaben des Buches war es eine sehr freie Bearbeitung seitens
der Schüler. Der Lehrer gab Hilfestellungen oder machte an Schwierigkeiten
bei der Umsetzbarkeit des Stückes auf die Theaterbühne aufmerksam,
sollte das Stück doch bei der Einschulung der neuen 7. Klassen zur
Aufführung kommen. Ich war erneut in meinem Element und schrieb ein
lustiges Kapitel daher, das der Lehrer stilistisch nicht veränderte.
Kleinere Korrekturen gab es dennoch, dies jedoch erst bei den verschiedenen
Proben und nie ohne Zustimmung der jeweiligen Autorengruppe.
Da
meine schauspielerischen Fähigkeiten jedoch begrenzt waren (und sind),
wurde das Stück von anderen Mitschülern vorgetragen, während
ich in der letzten Reihe zusah und mich darüber freute, dass mein
Kapitel die meisten Lacher hatte und dem Publikum gut gefiel. Diese Bestätigung
erfuhr ich nur allzu selten, aber deswegen genoss ich es auch um so mehr.
Die
Vorliebe für Fantasiegeschichten und ausschweifende Texte setzt sich
bis heute fort. Schreibe ich doch liebend gerne Briefe umfangreiche an
Freunde. Ich habe mich sogar schon als Märchenschreiber versucht
und bei meinen drei Märchen durchweg angenehme Resonanz erfahren.
Vorzugsweise
schreibe ich diese Märchen abends im Bett, denn dann bin ich scheinbar
am kreativsten. Während ich am nächsten Tag diese Zeilen in
den PC übertrage, korrigiere oder ergänze ich das Märchen.
Aber ich kann so etwas nicht aus dem Ärmel schütteln, denn ich
benötige einen Anlass, wie z.B. eine Hochzeit, eine Taufe oder Weihnachten,
denn ich "verschenke" diese Märchen.
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J.
T.
Ich
freute mich schon vor der Schulzeit auf das Schreibenlernen und ich war
deswegen am ersten Schultag enttäuscht, da wir keine Hausaufgaben
aufbekommen und nicht gleich lesen und schreiben gelernt hatten.
Ich
weiß nicht, ob es meine erste sogenannte "Niederschrift" war, die
meine Klassenlehrerin uns dann ungefähr in der zweiten Klasse schreiben
ließ, aber an diese Niederschrift habe ich mich als erstes bei der
Beschäftigung mit meiner Schreibvergangenheit erinnert.
Wir
sollten eine Bildergeschichte beschreiben und ich glaube, dass es eine
"Vater und Sohn" Geschichte war - auf jeden Fall ging es um einen Schneemann.
Es
dauerte ziemlich lange, bis wir die Geschichte zusammenhängend auf
ein Blatt Papier schrieben. Vorher sollten wir unter die einzelnen Bilder
eine kurze Beschreibung der Bildaktion schreiben. Wie wir das und was
wir noch machen sollten, weiß ich leider nicht mehr.
Ich
kann mich nur noch an das Endergebnis erinnern, und daran, dass unsere
Lehrerin nicht sehr zufrieden war mit unseren Geschichten. Meine Beschreibung
wurde dennoch als die Beste gelobt und ich bekam dafür eine 2+. Darauf
war ich ziemlich stolz, denn meine Freundin, die sonst immer besser gewesen
war als ich, hatte dieses Mal ein kleines bisschen schlechter abgeschnitten.
Ich
weiß nicht mehr, ob ich die Geschichte noch einmal überarbeiten
sollte.
Das
Überarbeiten von Niederschriften und generell von allen benoteten
Arbeiten fand ich immer schrecklich. Wenn die Note darunter stand, sah
ich keinen Sinn mehr für weitere Anstrengungen.
Ich
war (und bin es vielleicht immer noch) sehr auf Anerkennung meiner Leistung
aus und ich sah auch in der Anerkennung, die sich für mich dann in
der Note äußerte, den Sinn und Lohn für meine Bemühungen.
Einmal,
das muss ebenfalls noch in den ersten drei Schuljahren gewesen sein, sollten
wir von einem Urlaubserlebnis berichten. Diese Aufgabe versuchte ich mit
viel Eifer zu erfüllen.
Ich
wollte etwas Spannendes schreiben und erinnerte mich an einen Urlaub in
Frankreich, wo sich im Meer ein Mann verletzt hatte und dann von meinem
Vater an den Strand gezogen wurde. Ich wollte die Geschichte "Der blutüberströmte
Mann" nennen. Ob ich das tatsächlich gegen die Einwände meiner
Lehrerin und meiner Eltern durchsetzte, weiß ich leider nicht mehr.
Ich war jedenfalls sehr stolz auf diese Geschichte, denn schließlich
konnte ich etwas Spektakuläres berichten! An die Resonanz auf meinen
Aufsatz kann ich mich nicht mehr erinnern.
Ich
weiß nur noch, dass ich mit Bleistift geschrieben hatte und dass
die Farbe Rot noch sehr dominierend auf den Seiten, auf die ich die Geschichte
schrieb, zutage trat. Ob das an meinen vielen Rechtschreibfehlern lag
oder ich mich nur an den "blutüberströmten Mann" erinnere, den
ich unter den Text malte, kann ich nicht mehr sagen.
Von
der dritten bis zur fünften Klasse herrscht bei mir eine Gedächtnislücke
in Bezug auf meinen Aufsatzunterricht.
In
der fünften oder sechsten Klasse sollten wir dann beschreiben, wie
unser Lehrer ein Müsli zubereitete, aber das machte mir nicht so
viel Spaß. Wenn ich schrieb, dann musste auch etwas geschehen sein,
das es wert war (wenigstens in meinen Augen), aufgeschrieben zu werden
und die Beschreibung von Müslizubereitungen oder Gegenständen
gehörten nicht unbedingt in die Kategorie für mich wertvoller
Schreibanlässe.
Am
liebsten schrieb ich über Katastrophen. In der siebten Klasse stand
einmal unter einem Aufsatz: "Dir ist wohl etwas die Phantasie durchgegangen!".
Aber ich hatte mich extra vorher erkundigt, ob ich auch etwas dazu erfinden
dürfe, und somit dichtete ich unserem Weihnachtsfest einen Wohnungsbrand
und einen ständig nässenden Hund zu.
In
der sechsten Klasse bekamen wir dann einmal die Aufgabe, selber, ich denke
mit Hilfe von Reizworten, ein Märchen zu schreiben. Das hat mir sehr
viel Spaß gemacht!
Ich
schrieb mit einem hohen Tempo die Geschichte nieder und ließ meinen
Gedanken freien Lauf. Das Ergebnis war ein fast unleserlicher Text mit
sehr vielen Rechtschreibfehlern (obwohl ich bei Diktaten nie schlechte
Noten hatte). Ich hatte mich so auf das Schreiben der Geschichte konzentriert,
dass ich die äußerliche Form total vernachlässigte, obwohl
ich mich im Nachhinein frage, wie dies passieren konnte, da man doch immer
Zeit bekommt, um den Aufsatz ins Reine zu schreiben.
Ich
habe in Erinnerung, dass mein Lehrer den Inhalt meines Märchens wirklich
gut fand und persönlich daran Anteil nahm, dass die Note wegen der
äußeren Form herabgesetzt werden musste.
Die
Geschichte wurde vorgelesen, wobei ich nicht mehr weiß, ob ich mich
freiwillig gemeldet hatte oder ob der Lehrer meinen Aufsatz als positives
Beispiel vor dem Austeilen aller Aufsätze vorlas (denn das geschah
immer so, bevor wir die Aufsätze zurückbekamen, wurden die guten
vorgelesen).
Ich
wollte immer, das meine Aufsätze vor der Klasse vorgelesen werden.
Mir war es wichtig, eine gute Note zu schreiben und ich war enttäuscht,
wenn mein Aufsatz nicht im Besonderen gewürdigt wurde. Ich denke,
durch die Notengebung wurde ich vom Sinn des Schreibens (anderen etwas
mitzuteilen) abgelenkt. Ich schrieb Aufsätze, weil es die Aufgabe
war, die ich zu erfüllen hatte und weil es dafür eine Note gab,
für die ich Anerkennung (oder eben auch nicht) gewinnen konnte.
Es
hat nie eine Ausstellung unserer selbstgeschriebenen Texte gegeben. Wenn
die Note unter dem Aufsatz stand und die Berichtigung erledigt war, wurden
die Texte nicht weiter im Unterricht behandelt (oder jedenfalls erinnere
ich mich nicht mehr daran).
Ich
denke, unsere Lehrer wollten, dass wir lernen, uns auf schriftlichem Wege
auszudrücken. Wir sollten dazu bestimmte Formen übernehmen.
Es war wichtig, dass wir eine gute Gliederung mit einer Einleitung, einem
Hauptteil mit Spannungshochpunkt und einem Ende in unseren Aufsätzen
aufwiesen. Ich kann mich nicht daran erinnern, die Gliederungstechnik
besonders geübt zu haben. Die Idealgliederung wurde an der Tafel
vorgestellt und dann kam es auf jeden einzelnen an, dies auch umzusetzen.
Heute
schreibe und erzähle ich noch immer gerne Geschichten, die ich mir
selber ausdenke (was ich allerdings nicht so häufig tue).
Berichte
über Praktika oder Hospitationen in der Schule gehen mir heute relativ
schnell von der Hand, ungern schreibe ich dagegen Seminararbeiten über
theoretische Themen ohne Praxisbezug, weil da die äußere Form,
die Gliederung und die Rechtschreibung eine sehr große Rolle spielen
und ich es anstrengend finde, nicht "frei von der Leber weg" schreiben
zu können.
Ich
bekam in der Schule oft die Gelegenheit, Geschichten mit viel Phantasie
zu schreiben und dafür bin ich meinen Lehrern dankbar. Ich würde
gerne meine alten Aufsätze noch mal lesen, aber leider besitze ich
keine Schulhefte mehr aus der Grundschulzeit.
Was
mir beim Nachdenken über meine Schreiberlebnisse in der Grundschule
aufgefallen ist, ist die etwas einseitige Würdigung der Schreibprodukte,
die nur in der Notengebung und in dem eventuellen Vorlesen des Aufsatzes
vor der Klasse bestand.
Vielleicht
fallen mir ja für meine zukünftigen Schüler noch mehr Möglichkeiten
zur Würdigung der Schreibprodukte ein (oder ich lerne welche im Seminar
kennen !?), sodass der Konkurrenzkampf um die beste Note und um das meiste
Lob, so wie ich es an mir selber festgestellt habe, abgeschwächt
werden kann und nicht mehr die Hauptmotivation zum Texte verfassen darstellt.
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P.-N.
G.
Als
ich diese Aufgabe gestellt bekam, wußte ich nicht was ich eigentlich
dazu schreiben sollte, denn mein ersten Gedanken wenn ich das Wort "schreiben"
höre sind eher negativ.
Ich
werde trotzdem versuchen meine Schreibgeschichte chronologisch darzustellen.
Alles
ging damals in der ersten Klasse 1980 richtig los. Wenn ich mich richtig
erinnere, war es früher sogar sehr schön schreiben zu lernen.
Diese Möglichkeit der Kommunikation war etwas völlig Neues und
dadurch natürlich sehr interessant. Mit Beginn der Zensurengebung
verflachte jedoch meine Lust am Schreiben und in etwa der gleichen Zeit
auch die am Lesen. Die daraus resultierenden schlechten Noten waren nicht
gerade förderlich um die Lust an diesen Beschäftigungen zu steigern.
Der
einzige Bereich, der mir in dieser Zeit noch Spaß machte war die
Schönschrift. Bei der Schönschrift handelte es sich allerdings
auch meist um Abschreibübungen.
Die
Aufsätze die wir damals schreiben mußten hatten oftmals die
gleichen Themenstellungen. Entweder wir mußten eine Bildgeschichte,
unsere Ferienerlebnisse oder irgendwelche Gegenstände beschreiben.
Die Themenvorgabe mit den Gegenständen kam erst in der Oberschule
dazu, verdeutlicht mir aber, als wir den Türknopf unserer Schultür
am Haupteingang beschreiben sollten, ohne ihn zu sehen, daß ich,
zu dieser Zeit, ziemlich blind durch die Gegend lief. Seitdem achte ich
eher darauf, was in meiner Umwelt so passiert und erkenne auch eher die
schönen Kleinigkeiten im Alltagsleben.
Ein
großer Komplex des Schreibens in der Oberschule ist noch die Zusammenfassung
von Büchern in einer Klassenarbeit oder Klausur. In diesen Aufgaben
erkannte und erkenne ich nicht die Notwendigkeit. Erstens empfand ich
die Lektüre meistens derart langweilig und zweitens fehlten mir immer
klar erkennbare Bewertungskriterien. Das Schönste am Schreiben in
der Oberschule war die Abschaffung der Diktate. Diktate habe ich schon
immer ungern geschrieben, denn auch hier sah ich als Schüler keinen
Sinn. Mittlerweile sehe ich die Notwendigkeit von Aufsätzen und Diktaten
anders.
Bewerbe
ich mich für irgendeinen Job und habe eine schlechte Rechtschreibung
ist dies nicht unbedingt förderlich für den Erhalt dieser Arbeitsstelle.
Auch der Sinn der Aufsätze ist mir heute klarer als damals. Ich hoffe
nur, daß ich später meinen Schülern den Sinn, den diese
Aufgaben haben, besser verdeutlichen kann, als dies meine Lehrer bei mir
getan haben. Auch die Themenstellung möchte ich später interessanter
gestalten.
Als
Fazit kann man sagen, daß ich während meiner Schulzeit nicht
gerne geschrieben habe.
In
meiner Freizeit schreibe ich eigentlich auch nur, wenn es notwendig ist.
Briefe oder Postkarten schreibe ich nur notgedrungen, ausgenommen davon
sind Briefe an meine Freundin, wenn ich sie mal eine Weile nicht sehe.
Solche
Briefe finde ich sogar ganz schön zu verfassen, weil ich aber auch
weiß, daß sie sich darüber sehr freut. Genauso viel Spaß
habe ich daran Blödelgedichte oder Verse oder Liebesgedichte zu verfassen.
Tagebuch
dagegen schreibe ich nicht. Finde ich nicht besonders gut.
Lustig
ist es immer im Internet zu chatten. Das mache ich von Zeit zu Zeit mit
meinem Mitbewohner. Bei solchen Gelegenheiten lernt man auch mal sein
"Zweifingersystem" zu optimieren. Am PC zu schreiben finde ich sowieso
ganz gut, weil man alle Fehler wieder rückgängig machen kann.
Am
liebsten schreibe ich aber Einkaufszettel oder kleine Nachrichten was
noch zu erledigen ist.
Mehr
fällt mir zu meiner Schreibiographie nicht ein.
Schönes
Wochenende!
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F.
C.
Schreiben
hat mir immer Spaß gemacht. Diktate, Niederschriften, Nacherzählungen,
das alles hat mir Freude gemacht. Ich konnte nie verstehen, warum einige
Mitschüler immer solche Angst hatten vor deutschen Klassenarbeiten,
vor allem vor Diktaten. Ich glaube, dass mir das Schreiben auch deshalb
Spaß gemacht hat, weil ich immer gute Noten bekommen habe und viel
für meine schriftlichen Arbeiten gelobt wurde. Allerdings hatte ich
früher auch häufiger zu Hause für mich oder meine Eltern
Geschichten erfunden und aufgeschrieben.
Ich
kann mich noch daran erinnern, dass ich mir bei einer Niederschrift viel
Mühe gegeben habe und extra viel geschrieben habe, weil ich der Meinung
war, je mehr man schreibt, desto besser (auch für die Note). Ich
hatte eine 2 bekommen, was etwas enttäuschend war, hatte ich doch
auf eine 1 gehofft. Ein Mitschüler hingegen, der nie besonders gut
war in Deutsch, hatte eine halbe Seite geschrieben und eine 1 dafür
erhalten mit der Begründung, dass die ausgedachte Geschichte 'kurz
und knackig' und gut durchdacht sei und man daran sehen könne, dass
man nicht unbedingt viel schreiben muss, um eine gute Note zu bekommen.
Leider weiß ich nicht mehr, in welcher Klassenstufe das war, ich
weiß nur, wie mich das frustriert hatte.
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