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Dagmar
Wilde SS 00 / FUB 12417 S
"Planung
von Unterrichtssequenzen zum Texte verfassen in der Grundschule"
Schreiben
als reflexive Praxis
Schreibbiografien
1 - 8
"Schreiben
in meiner Grundschulzeit - Erinnerungen an meinen Schreibunterricht, meine
Schreib(lern)erlebnisse, Schreibprozesse, Schreibprodukte, Lieblingsschreiborte...
Gedanken zum Schreiben und zu allem was es mir heute bedeutet..."
St.
Z.
Richtige
Erinnerungen an mein Schreibenlernen habe ich nicht. Ich weiß auch
nicht, ob ich schon vor der ersten Klasse ein paar Buchstaben oder meinen
Namen schreiben konnte. Aber mit Hilfe meiner alten Schulhefte kann ich
ungefähr den Weg meines Schreiblernprozesses verfolgen.
Ich
glaube es fing damit an, dass ich diese sogenannten Girlanden und Arkaden
nachmalen musste. Später ging es dann in einzelne Buchstaben über,
welche wirklich sehr ungelenk aussahen. Das Alphabet und meine ersten
Wörter lernte ich mit der Bunten Fibel, in der ich von Fu begleitet
wurde. Parallel dazu hatte ich ein Heft, in dem meine Lehrerin am Anfang
jeder Zeile einen Buchstaben oder später auch Wörter vorgab,
die ich dann üben sollte. Dabei mussten immer ganz genau die Linien
eingehalten werden. Meist stand dann am Ende meiner Seite: "Du sollst
die Linien besser einhalten." oder "Sauberer schreiben, Steffi.". Am Anfang
habe ich meinen Namen oder auch einzelne Buchstaben immer spiegelverkehrt
geschrieben. Doch das gab sich dann bald.
Das
Schreiben eigener Sätze und Texte begann damit, dass irgendwelche
Bilder aus Zeitschriften ausgeschnitten und mit Texten versehen wurden.
Außerdem bekamen wir oft Aufgabenblätter mit Fragen, die beantwortet
und mit Zeichnungen verschönert werden sollten. Später mussten
wir dann Bildergeschichten schreiben, in denen es immer um Herrn Jakob
ging. Dass hat mir Spaß gemacht. Toll fand ich es auch, wenn die
selbst geschriebenen Texte mit Matrizen für die Mitschüler vervielfältigt
wurden.
Das
Schreiben von Diktaten fand ich eher langweilig, da die Texte so lange
und ausführlich vorher geübt wurden, dass ich sie während
des Diktats schon auswendig konnte. In der dritten Klasse mussten wir
jeden Tag zu Hause ein paar Seiten aus einem Kinderbuch abschreiben. Ich
glaube, das sollte die Handschrift fördern. Diese war nicht so mein
Ding. Ich hatte immer eine drei in der Grundschule. Wohingegen Rechtschreibung
nie ein Problem für mich war.
Soweit
ich mich erinnern kann, habe ich in der Grundschule und in den ersten
Jahren der Oberschule ganz gerne Niederschriften geschrieben. Dieses änderte
sich aber schlagartig, als nur noch Erörterungen, Textanalysen und
Gedichtinterpretationen auf dem Programm standen. Da hörte der Spaß
dann auf.
In
meiner Freizeit habe ich nicht so viel geschrieben. Es gab eine Phase,
in der ich mir mit meinem Cousin aus Niedersachsen regelmäßig
Briefe geschickt habe. Aber von Tagebüchern oder Gedichten habe ich
nichts gehalten. Heute schreibe ich auch nur, wenn ich mir irgend etwas
notieren muss oder wenn ich in der Uni bin. Ansonsten schreibe ich ganz
selten mal eine E-mail an jemanden, oder es werden Textnachrichten verschickt,
weil man wissen möchte, was der andere gerade macht, wo er ist oder
wann man sich sieht. Anstatt Briefe zu schreiben, greife ich doch eher
zum Telefon, da das Gespräch dann nicht einseitig verläuft und
man auch gleich Antworten auf seine Fragen bekommt. Doch eine Sache ist
bei mir im Bezug auf Schreiben in der Freizeit geblieben. Ich schreibe
ganz gerne Ansichtskarten aus dem Urlaub. Und diese Vorliebe wird sich
auch nicht so schnell ändern.
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A.
K.
Die
Erinnerungen an meine Schreiberfahrungen in der Grundschulzeit sind im
Moment bei mir noch recht blass. Aber ich hoffe, dass ich mich, während
ich dies hier schreibe, an mehr zurück erinnern kann.
Was
ich definitiv weiß ist, dass ich immer sehr gerne geschrieben habe.
Ich glaube, dass es mir auch nie an Ideen gemangelt hat und ich, wenn
es ums freie Schreiben ging, nie lange überlegen musste, was ich
denn zu Papier bringen wollte.
Leider
kann ich mich an keinen konkreten Aufsatz oder Text erinnern, den ich
damals geschrieben habe. Das finde ich sehr schade, besonders wenn mir
meine Mutter noch von Aufsatzthemen aus ihrer (Grund)-schulzeit erzählt
und ein scheinbar viel besseres Gedächtnis hat, als ich.
An
das Schreibenlernen als solches kann ich mich auch kaum noch erinnern,
außer, dass wir immer mit einem "Inki" geschrieben haben und es
kaum abwarten konnten, endlich mit einem richtigen Füller schreiben
zu dürfen.
Ich
kann mich allerdings an zwei Schreibaktivitäten erinnern, die mir
überhaupt keinen Spaß gemacht haben:
1.
Bildergeschichten beschreiben.
Damals
habe ich mich bei dieser Art des Schreibens immer in meiner Kreativität
beschnitten gefühlt, weil nur genau das beschrieben werden durfte,
was auf dem Bild zu sehen war. Zusätzliche Ausschmückungen und
Phantasie waren nicht erwünscht.
2.
Das Einbauen von besonderen Wörten wie z.B. "Schatz", "Insel" usw.:
Die
Konstruktion einer Geschichte um bestimmte Wörter erschien mir immer
als sehr künstlich, und ich fühlte mich dadurch irgendwie eingeengt.
In
meinen Erinnerungen an das Schreiben spielt meine damalige Lehrerin eine
marginale Rolle. Sie war noch vom "konservativen Schlag" und an etwas
wie Schreibkonferenzen war z. B. noch gar nicht zu denken. Meine Aufsätze
schienen ihr aber immer gefallen zu haben, denn als sie uns noch der dritten
Klasse an einen anderen Lehrer abgab, gab sie jedem von uns ein kleines
Abschiedsgeschenk mit ein paar persönlichen Worten auf einem roten
Papierherz geschrieben. Meins habe ich heute noch. Es liegt in der verstaubten
Zeugnismappe. Damals war ich sehr stolz darauf: "Für die wissensdurstige
Schriftstellerin aus Leidenschaft", hatte meine Lehrerin geschrieben.
Ich
kann mich daran erinnern, dass es irgendwann in der 4 oder 5 Klasse Ziel
gewesen sein muss, Briefe zu verfassen. Damit haben wir uns ziemlich lange
beschäftigt. Die Methodik scheint aber nicht sehr kreativ gewesen
zu sein, denn sonst würde ich mich bestimmt daran erinnern.
Ich
kann mich nur daran erinnern, dass unsere Schreibergebnisse insofern in
den Unterricht mit einbezogen wurden, als die "besten" und die "schlechtesten"
als jeweils gute und schlechte Beispiele vorgelesen wurden. Fatal, aus
meiner heutigen Sicht.
Ich
wünschte, mir würden mehr Erinnerungen kommen, momentan bin
ich etwas enttäuscht, an wie wenig Konkretes ich mich erinnern kann.
Beim
Schreiben ist mir deutlich geworden, wie wichtig es ist, Kinder in ihrer
Kreativität zu unterstützen und ihnen Mut zu machen, diese beim
Schreiben auszuleben. Ich habe das Gefühl, dass ich in diesem Prozess
früher oft von Lehrern gehemmt wurde.
In
den letzen Jahren(!!!) habe ich leider sehr wenig Persönliches geschrieben.
Wenn ich es mir einfach machen würde, würde ich das auf permanenten
Zeitmangel zurückführen. Aber wenn ich ehrlich bin, dann liegt
es wohl daran, dass ich Schreibhemmungen (nur im persönlichen Bereich)
habe, seitdem jemand etwas ohne meine Einwilligung von mir gelesen hat.
Dies liegt schon einige Jahre zurück, trotzdem bin ich noch nicht
ganz darüber hinweg. Seitdem spreche ich lieber auf Diktiergerätkassetten.
Das ist für mich eine ideale Art, Gedanken und Geräusche, Eindrücke
und Stimmen festzuhalten.
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A. S.
Meine
ersten Schreibversuche liegen schon einige Zeit zurück. Schon als
Kindergartenkind versuchte ich "zu schreiben", auch wenn man zu der Zeit
noch nicht vom Schreiben reden konnte: Es entstanden irgendwelche Kritzeleien,
vermengt mit einigen wenigen Buchstaben, die dann einen Text, Brief, Fahrkarte
oder irgendetwas anderes darstellen sollten.
Auch
wenn die Erwachsenen meine Schrift nicht entziffern konnten, meine Freundin
und ich wussten auf jeden Fall, was gemeint war und das war auch die Hauptsache.
Das
einzige, was auch die Erwachsenen lesen konnten und anscheinend mit ihrer
Schrift übereinstimmte, waren mein Name und vielleicht noch Oma,
Opa, Mama und Papa, was natürlich ziemlich langweilig war.
Erst
in der Grundschule lernte ich dann ihre Schrift und musste anfangs immer
große Buchstaben nachmalen, wobei ich bunte Stifte benutzen durfte
und immer die Linien nachziehen sollte.
Später
dann, als ich endlich alle Buchstaben einigermaßen schreiben konnte,
gab es noch eine andere Schwierigkeit:
Man
konnte die Buchstaben nicht einfach unwillkürlich, wie man es sich
dachte, aneinander reihen, nein man musste gewisse Regeln beachten. Rechtschreibung
wurde sie von den Großen genannt. Das war natürlich gar nicht
so einfach. Außerdem dauerte alles so lange. Wenn ich mir dagegen
meine Mutter anguckte, die Mal eben schnell einen Einkaufszettel schrieb....
Seit
dem ich also ein bisschen schreiben konnte, "durfte" ich dann bei jeder
Gelegenheit schreiben, ob es ein Brief an meine Großeltern war,
ein Diktat oder Aufsatz in der Schule, Postkarten aus dem Urlaub, Hausaufgaben
oder ein Urlaubstagebuch für meine Mutter, was heute noch irgendwo
herumliegt. Irgendwie gab es immer eine Gelegenheit und selbst heute schreibe
ich noch sehr viel, wobei sich meine Schrift ziemlich verändert hat...
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N. B.
Ehrlich
gesagt, fällt mir nichts ein zum "schreiben".
Wie
genau ich schreiben gelernt habe, keine Ahnung!
Als
wir letztens in der Gruppe zusammengesessen haben und über unsere
Mind Maps geredet haben, sind mir einige Erinnerungen von früher
gekommen.
In
der Grundschule mußten wir am Anfang die einzelnen Buchstaben mit
einem Filzer nachschreiben. Hinterher mußten wir es selbst probieren,
auf liniertem Papier.
In
der Grundschule habe ich immer gerne Aufsätze geschrieben, besonders
Bildergeschichten, wo ich meiner Phantasie freien Lauf lassen konnte.
In der Mittelstufe nahm mein Interesse und meine Motivation ab bei Aufsätzen
und ich schrieb, je höher die Klassenstufe wurde, immer schlechtere
Arbeiten.
Trotzdem schreibe ich heute sehr gerne, wie Tagebuch, Briefe oder auch
kleine Geschichten.
Bei
meinen Geschwistern hat es eigentlich genau so angefangen, sie haben zusätzlich
mit der Fibel gearbeitet.
Ich
glaube in der Grundschule schreibt jeder gern Aufsätze, weil man
dort noch ungezwungener und freier rann geht. Bei Aufsätzen, zumindest
ist es bei meiner Schwester so, kriegen sie eine allgemeine Überschrift
und können dann frei darüber schreiben.
In
der Mittelstufe und in der Oberstufe kommen dann Interpretationen und
Erörterungen hinzu, zu einem bestimmten Thema oder über ein
Buch. Man ist förmlich gezwungen das richtige aufs Blattpapier zu
bekommen. Schließlich kriegt man dann auch noch eine schlechte Note
und man wird aggressiv oder auch deprimiert. Zumindest war es immer bei
mir der Fall. Ich glaube, da gehört schon Begabung dazu, um gute
Erörterungen und Interpretationen zu schreiben. So ist auf jeden
Fall meine Meinung.
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C. R.
Wenn ich an meine Schreibversuche
denke, fallen mir lediglich die zahlreichen Aufsätze ein, die ich
während der Schulzeit anfertigen musste; Einleitung, Hauptteil, Schluss,
so sollten sie gegliedert sein. Eigentlich machte mir das auch Spaß,
da ich für meine Ergebnisse immer gelobt wurde. Dass ich aufgrund
einer intrinsischen Motivation geschrieben habe, glaube ich nicht. Schon
in der vierten Klasse kann ich mich daran erinnern, dass ich Texte aus
Büchern abschreiben musste, ohne eigentlich den Sinn für diese
Aufgabe zu verstehen: "Du sollst Deine Rechtschreibung verbessern.". Diese
Schwäche für die Rechtschreibung sollte sich jedoch trotz der
zahlreichen Versuche meiner Lehrerinnen nie bessern. Bis zur Oberstufe
wurden meine Aufsätze zum Teil einen Punkt heruntergesetzt, da ich
zu viele Fehler hatte. Sogar in der Abitursklausur mein Thema war Heinrich
Heine "Die Buddenbrooks", entschuldigte sich mein Deutschlehrer er hätte
alles erdenklich versucht, musste jedoch schlussendlich meine Arbeit,
aufgrund der hohen Fehlerzahl, um einen Punkt herunterkorrigieren.
"Die Buddenbrooks"
sind doch "das" Werk Thomas Manns - ist Ihre Erinnerung da verblasst?
Mein Schreiben war während
meiner ganzen Schulzeit überschattet von meiner Schwäche für
die Rechtschreibung. Meine Gedanken während des Schreibens galten
allzu oft der Sorge nicht so viele Fehler zu machen. Obwohl man für
Inhalt und Ausdruck selbstverständlich auch eine Note erhalten hat,
wurde einem doch die ganze Zeit unterschwellig zugeriert, dass obwohl
es hier um das Schreiben geht, die Rechtschreibung doch vielleicht nicht
wichtiger, jedoch zumindest starken Einfluss auf die Benotung hat. So
z.B. auch bei der Korrektur von Aufsätzen.
Wie sehen
Sie das heute als Lehramtsstudentin eigentlich? Haben Sie Alternativen
im Sinn? Wie ist Ihre Position zum Rechtschreiben heute?
Ich kann mich nicht erinnern
das ich einen Text jemals überarbeitet habe und er dann ggf. noch
einmal beurteilt wurde. Nach der Rückgabe war die erste Amtshandlung
die Note anzuschauen, eine schriftliche Beurteilung gab es erst in der
Oberstufe und auch da nicht bei allen Lehrern, bzw. war der Nutzen sehr
unterschiedlich, danach machte man sich an die zeitraubende Berichtigung
der Rechtschreibfehler. Samt dieser und der Unterschrift der Eltern verschwand
das Heft dann wieder im Klassenarbeitsheftschrank für den nur die
Lehrer Schlüssel hatten.
S. o.: Welche
Alternativen sehen Sie? Welche Position nehmen Sie dazu heute ein, welche
wollen Sie als Lehrerin einnehmen? Was sagt die Fachdidaktik, was die
Pädagogik?
In der vierten Klasse haben
ich dann doch die Erfahrung des Freien Schreibens gemacht, zwar etwas
eingeschränkt aber immerhin. Meine Eltern wollten mit meinem Bruder
und mir über die Weihnachtsferien nach Südamerika fliegen, um
die Verwandten meiner Mutter zu besuchen. Da die Ferien aber nur zwei
Wochen lang waren, wir aber fünf Wochen wegbleiben wollten, war der
Vorschlag meiner Eltern, dass mein Bruder und ich ein Tagebuch führen
würden, dass unseren Lehrerinnen nach der Reise zum Lesen und ggf.
zur Beurteilung zur Verfügung stehen würde. Dieser Vorschlag
wurde von der Lehrerin meines Bruders, er war in der dritten Klasse und
auch von meiner Lehrerin angenommen. Während dieses Urlaubs haben
wir uns fast jeden Abend hingesetzt und aufgeschrieben was wir am Tag
erlebt haben. Ich kann mich zwar erinnern, dass meine Eltern uns oftmals
schon dazu zwingen mussten, jedoch machte mir das Schreiben, wenn ich
erst mal angefangen hatte meistens Spaß.
Warum? Erinnern
Sie sich bzw. haben Sie heute Vermutungen dazu?
An vielen Tagen habe ich
meinen Text dann noch durch eine Zeichnung ergänzt. Für Fragen
bezüglich der Rechtschreibung standen meine Eltern uns zwar jederzeit
zur Verfügung, jedoch kann nicht davon die Rede sein, dass sie Korrektur
gelesen haben. Als wir dann nach Berlin zurückkamen habe ich ein
ganz großes Lob für meine Arbeit erhalten und eine riesige
"eins". Zusätzlich durfte ich einzelne Passagen aus meinem Tagebuch
der Klasse vorlesen. Meine Arbeit wurde gelobt und ich kann mich noch
ganz genau erinnern, wie Stolz ich war und wie ich bis heute dieses Tagebuch
hüte wie einen Schatz.
Da bleibt
die Frage: Ein Schatz wegen der damaligen Note oder wegen der Schreiberlebnisse
oder wegen...
Es gehört zwar nicht
direkt zu meiner Schreibbiographie, jedoch finde ich es als abschreckendes
Beispiel wichtig zu erwähnen, wie die Lehrerin meines Bruders das
Buch bewährtet hat. Sie hat ihm keine "eins" gegeben und ihn auch
überhaupt nicht gelobt, ganz im Gegenteil. Sie hat ihm sämtliche
Rechtschreibfehler mit einem roten Stift angestrichen und es ihm dann
Kommentarlos zurückgegeben. Ich finde, dass auch hier, einmal abgesehen
von dem pädagogischen Fehlverhalten, die enorme Bedeutung, die der
Rechtschreibung beigemessen wird deutlich wird. Die Freude und die Lust
am Schreiben wurde mir dadurch genommen, dass ich Probleme mit der Rechtschreibung
und Zeichensetzung hatte und auch heute noch haben. Nur sehr selten setze
ich mich heute hin und schreibe etwas nur für mich, weil ich dazu
Lust habe.
Das Rechtschreibproblem
müssten Sie tatsächlich unbedingt in den Griff bekommen, da
auf Sie Klausuren und Examensarbeiten, Elternbriefe und Schülerarbeiten
zukommen werden, die rechtschriftliche Sicherheit erfordern. Mir scheint,
dass etwas mehr Fehlersensibilität (im Zweifel Wörter nachschlagen)
und Training in der Zeichensetzung hilfreich wäre. Da Sie als Lehrerin
sowieso die Neue Rechtschreibung beherrschen müssen - und wohl somit
neu lernen werden müssen -, ergibt sich ein natürlicher Lernanlass,
um noch einmal selbstbestimmt zu trainieren. Ignoranz gegenüber rechtschriftlichen
Normen und der Lehrerberuf als Ziel schließen sich per se aus -
da hilft alles nichts ;)
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A. B.
Schreiben
zählte ich persönlich nie zu meinen Stärken. Was nicht
zuletzt darauf beruhte, dass es mir wenig Spaß machte.
Bevor
ich eingeschult wurde, fand ich es zwar äußerst interessant
meiner Mutter oder anderen Erwachsenen beim Schreiben zuzusehen und diese
Bewegungen auch nachzuahmen, jedoch brachte ich es selber nicht zu mehr
als zu meinem Namen. Das fand ich damals jedoch ganz phantastisch. Und
am ersten Schultag überkam mich schon ein gewisser Stolz, als ich
zu den Kindern gehörte, die ihren Namen selber auf das vorbereitete
Schildchen vor sich schreiben konnten.
Der
Schreibunterricht der sich im Schulalltag an dieses positive Ereignis
anschloss, war für mich eher abschreckend. Schon im Anfangsunterricht
hatte ich doch einige Schwierigkeiten. Wir lernten einen Buchstaben nach
dem anderen und ich hoffte zeitweilig inständig, das Buchstabenhaus
möge sich doch nur langsam füllen. Dieser Wunsch basierte auf
der Tatsache, dass ich mit jedem hinzu kommenden Buchstaben seitenweise
Übungslinien auf mich zukommen sah, die keinen anderen Sinn hatten
als mit diesem einen Buchstaben gefüllt zu werden.
An
den weiteren Verlauf und das endgültige Vervollständigen des
Buchstabenhauses habe ich keine Erinnerungen mehr. Diese setzen erst später
wieder ein. Zu einem Zeitpunkt als es bereits um Noten ging. Das erste
Diktat stand an. Ich erinnere mich nicht an den Text, jedoch weiß
ich, dass er komplett und lange vorher bekannt gegeben war und ich ihn
immer und immer wieder übte. Ich war mir meiner Sache sehr sicher,
wie auch die meisten anderen Kinder meiner Klasse. Die eigentliche Verwirrung
setzte erst mit einem Satz unserer Lehrerin ein, nachdem sie den Text
diktiert hatte: "So, nun vergleicht noch mal, ob Ihr auch keinen Fehler
gemacht habt!". Dieser Satz veranlasste die Mehrzahl von uns den Text
noch einmal zu lesen, so wie es auch gedacht war. Nur eine Freundin von
mir nahm ihn zu wörtlich. Jeder von uns wusste, dass der diktierte
Text irgendwo im Ranzen korrekt schlummerte, jedoch nur sie kam auf die
Idee und verglich wirklich. Sie zog ihr Heft heraus, schlug die Seite
auf und verglich Wort für Wort. Eigentlich tat sie wirklich nur das
Verlangte, doch die Lehrerin sah das ganz und gar nicht so. Ohne irgendeine
Vorwarnung war das Heft meiner Freundin weg und der Text mit einer Sechs
versehen. Auch wenn das unsere erste benotete Arbeit war, so wussten wir
doch sehr genau um die Bedeutung dieser Zahl.
Ich
weiß nicht, wie es den anderen in meiner Klasse ging, aber seitdem
hatten Diktate für mich immer einen besonderen Schrecken.
In
meiner weiteren "Schreibkarriere" kann ich mich nicht mehr an Vorgaben
erinnern, die uns das Schreiben erleichtern sollten. Eigentlich sind mir
immer nur Situationen in benoteten Arbeiten in Erinnerung. So weiß
ich, dass mir Diktate bis in die Mittelstufe hinein immer sehr unangenehm
waren. Egal welche Vorgaben gemacht wurden (ganzer Text, Sätze, Worte),
meine Erinnerungen daran gehen immer in die Richtung, dass ich zu langsam
geschrieben habe. Ich war nie fertig, wenn die nächste Passage diktiert
wurde. Am Ende der Zeit, wenn man sich eigentlich damit beschäftigen
sollte alles noch einmal zu lesen, war ich meist damit beschäftigt
fehlende Textstellen möglichst sinnvoll aufzufüllen. Irgendwann
in der Grundschule hatte ich mal einen Lehrer, der dieses Problem umgehen
wollte, indem er jeden, der mit dem Schreiben der diktierten Textstelle
fertig war, aufforderte sich zu melden. Dieses System half mir leider
auch nicht, da er es immer nur so lange schaffte zu warten, bis sich nur
drei oder vier noch nicht meldeten. Andere Formen des Diktates habe ich
in meiner gesamten Schulzeit nicht kennen gelernt, so dass ich dieser
Form der Leistungskontrolle nie etwas abgewinnen konnte.
Aufsätze
kamen mir da schon eher zugute. Hier wurde mir von Anfang an klar, dass
ich meine eigenen Worte wählen konnte und eigene Sätze bilden
konnte. Dies half mir meine eigentliche Probleme, Interpunktion und Rechtschreibung,
etwas auszugleichen. So wurden meine Rechtschreibnoten hier deutlich besser
als im Diktat. Mit der gebotenen Phantasie hatte ich hin und wieder auch
so meine Probleme. So hielt ich mich im Notenspiegel immer im gesunden
Mittelmaß auf. Daher kann ich mich an einen Aufsatz noch sehr genau
erinnern. Ich weiß nicht mehr in welcher Klassenstufe es war, aber
es sollte eine Anleitung zur Reparatur eines Fahrradschlauches geschrieben
werden. Ich hatte es noch nie wirklich gemacht, aber durch die Vorgaben
konnte ich mir eine sehr genaue Vorstellung bilden. Ich schrieb eine sehr
detaillierte Anleitung und erhielt die Note Eins. Es war die einzige in
dieser Arbeit. Ich glaube seitdem weiß meine komplette Familie,
wie ein Fahrradschlauch zu flicken ist, diese Arbeit musste jeder lesen.
Das
Schreiben in der Oberschule spaltete sich bald in zwei Kategorien.
Auf
der einen Seite das Schreiben im Bereich des Pflichtunterrichts, besonders
natürlich im Deutschunterricht. Hier änderte sich am Unterrichtsstil
und auch an meiner Einstellung dazu nichts.
Auf
der anderen Seite war ich aber auch bald, vielleicht ab der 9. Klasse,
in einer Gruppe, die sich das Ziel gesetzt hatte, eine Schülerzeitung
auf möglichst hohem Niveau zu schreiben. Hier hatte ich zunächst
die Aufgabe das Layout zu gestalten. Doch über zunächst kleine
Mitteilungen über Programmpunkte der Schule o.ä. wurden meine
Schreibarbeiten von kurzen Artikeln bis hin zur "Titelstory" immer umfangreicher.
Leider
konnte ich diese Freude am Schreiben nie auf den Regelunterricht übertragen.
Die Probleme mit dem schriftlichen Arbeiten blieben mir bis zum Ende meiner
Schulzeit erhalten.
Diese
gesamte "Schreibbiographie" hat sich bisher nur auf das Schreiben in der
Schule bezogen. Dies liegt einzig und allein daran, dass ich außerhalb
der Schule nie mehr als mal eine Urlaubskarte geschrieben habe.
Die
nächsten Anlässe mich mit meinen schriftlichen Arbeiten auseinanderzusetzen
gab es dann in den ersten Unisemestern, in denen die ersten Hausarbeiten
abverlangt wurden. Hier kann man, glaube ich, fast von einer Schreibhemmung
sprechen. Immer hatte ich meine "Leistungen" in der Schule im Hintergrund,
von den Punktabzügen wegen mangelnder Rechtschreibkenntnisse, bis
zu den ständigen großen As am Rand, die mir falschen
Ausdruck bescheinigten. Die ersten Hausarbeiten waren eine "Qual", ich
war mehr damit beschäftigt an Formulierungen und Ausdruck zu feilen
als mich mit dem eigentlichen Thema auseinanderzusetzen. Da ich auf universitärer
Ebene aber nie wieder Kritik an den genannten Schwächen hörte,
fällt es mir heute wesentlich leichter, Texte zu verfassen als früher.
Diesen
von mir verfassten Texten mangelt es auch nie an Länge und Ausschweifungen,
wie das vorliegende Beispiel beweist. Ich hoffe, dass mir dieses "Problem"
nicht bei der nächsten größeren Schreibaufgabe, der Examensarbeit,
wieder zum wirklichen Problem wird.
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M.
R.
Ich lernte ganz normal in
der 1. Klasse das Schreiben. Buchstabe für Buchstabe wurden die Wörter
zusammengefügt. Obwohl ich sehr stolz war, irgendwann auch alleine
schreiben zu können, habe ich nie freiwillig Texte verfasst. Ich
schrieb Briefe und Postkarten sehr ungern und nur, wenn ich musste.
Sie sollten
einmal versuchen für sich zu klären, woran das lag...
Aufsätze zu schreiben
fand ich nicht besonders schrecklich, hat mir aber auch nicht irrsinnig
Spaß gemacht. Während der Grundschulzeit habe ich ein paar
Gedichte zu besonderen Anlässen, wie Geburtstag oder Muttertag verfasst.
Habe Sie
die gerne verfasst? Wenn ja, woran lag das? Wenn nein, woran lag es, dass
Sie sie geschrieben haben?
Aber private Texte, wie z.B.
ein Tagebuch habe ich nie geschrieben. Abgesehen davon ist die Rechtschreibung
nie meine beste Freundin gewesen, wodurch ich immer sehr schnell in die
" Du kannst nicht schreiben - Schublade ", gesteckt wurde. In der Oberschule
bekam ich einen Lehrer, der meinen Schreibstil nicht so glorreich fand
und mich konsequent nieder und fertig machte.
Welche Kriterien
bzw. Argumente führte er an?
So
stand ich dann die Oberschulzeit 5 Jahre lang 5 in Deutsch ! Nachdem ich
die Schule dann nach der 11. Klasse gewechselt hatte, bekam ich plötzlich
wieder gute Noten auf meine verfassten Texte. Doch dieses eine Jahr hat
mir die Freude am Schreiben auch nicht geben können.
Ich
schreibe auch heute nicht gerne, sondern nur, wenn ich muss !!!!!!
Nun mussten
Sie und habe sich dem unterworfen (wenn auch nur in knappster Form ;),
was ich hier aber nicht werten möchte, da wir uns nicht im Hauptseminar
befinden ...)- wahrscheinlich werden Sie im Zuge Ihrer studentischen und
beruflichen Karriere das Schreiben lieben lernen oder den Berufswunsch
überdenken müssen... das Schreiben im Studium und Referendariat
einmal zurückgestellt. aber Lehrerinnen, die nicht gerne schreiben,
dürften Kindern kaum ausführliches Feedback zu ihren Texten
oder individuell akzentuierte verbale Beurteilungen anbieten wollen...
Schreibmotivation ist etwas, dass man bei Kindern nicht fördern kann,
wenn man es nicht bei sich selbst erst einmal gefördert hat (dazu
ist ja bei Ihnen noch Zeit...)
Lesetipp:
Heide Bambach, Erfundene Geschichten erzählen es richtig. Lesen und
Leben in der Schule (vielleicht verlockt Sie Bambach zum Friedensschluss
mit dem Schreiben...)
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D. P.
Meine
ersten Erinnerungen im Hinblick auf das Schreibenlernen und Texteverfassen
in der Grundschulzeit gehen sehr stark auf die zu erledigenden Hausaufgaben
und den damit verbundenen Schreibanlässen zurück. Meine Mutter
hat sehr viel Wert darauf gelegt, mit mir zu jeder sich bietenden Gelegenheit
Schreib-Übungen durchzuführen. So ist sie mit mir Aufsätze
durchgegangen und hat mich zur Übung Diktate schreiben lassen, obwohl
ich dazu nur wenig Lust hatte und lieber Fußballspielen wollte.
Zur Motivation habe ich dann nach jeder Übung ein bis zwei Packungen
Fußballbilder bekommen, die ich dann immer begeistert in mein Fußballalbum
geklebt habe. Mit der Zeit haben mir die Schreibübungen dann immer
mehr Spaß gemacht, weil ich mich nicht nur über die Belohnung
in Form von Aufklebern freuen konnte, sondern ebenso über sehr gute
Schulnoten bei Diktaten sowie bei der Beurteilung meiner Schrift.
Durch
diese Bestätigung für den Erfolg der Schreibübungen hat
es mir auch Spaß gemacht, allein für mich nach der Schule Tagebuch
zu führen oder Briefe zu schreiben. Eine Zeit lang habe ich dieses
Tagebuch jeden Tag geschrieben, später habe ich es nur noch als "Ferientagebuch"
weitergeführt.
Damals
in meiner Grundschulzeit habe ich auch jeden Monat das Schülermagazin
"Mücke" im Abonnement zugeschickt bekommen, welches ich auch meist
gerne gelesen habe. Hierin wurden die Kinder einmal dazu aufgefordert
aufzuschreiben, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen. Sofort habe ich
mich also hingesetzt und meine Einfälle spontan aufgeschrieben, an
die ich mich bis heute gut erinnern kann. So stellte ich mir die Zukunft
vor: "Alles wird moderner, und viele Tiere sterben aus. Wenn wir nicht
mithelfen, alles sauberzuhalten, wird es sehr schlimm mit der Umweltverschmutzung.
Wenn es mit der Verschmutzung der Meere nicht bald aufhört, gibt
es nicht mehr viele Fische, und vielleicht kann ich dann auch nicht mehr
im Meer baden." Diese Zeilen wurden später in einem Buch mit dem
Titel "Bäume und Vögel gibt es auch nicht mehr - Kinder schreiben
über ihre Zukunft" veröffentlicht. Der freundliche Herr von
der Redaktion hat mir dann eine "große Zukunft als Autor" vorausgesagt,
woraus jedoch bis heute nichts geworden ist.
Oft
frage ich mich, warum ich nach der Grundschulzeit nicht so weitergemacht
habe und das Verfassen von Texten nicht fortgeführt habe. Wahrscheinlich
lag es daran, dass ich diese Ruhe nicht mehr gefunden habe, die ich beim
Schreiben sonst gefunden hatte. Anstatt mich mit Stift und Papier hinzusetzen
und zu schreiben (z.B. Briefe od. Tagebuch...), habe ich jede Gelegenheit
wahrnehmen wollen, aus dem Zimmer herauszukommen und Fahrrad zu fahren
oder zu laufen, was bis heute noch mein Interessenschwerpunkt geblieben
ist. Weitere Gründe für meine mangelnde Schreibpraxis sind mir
bisher noch nicht bewusst. Da ich jedoch ganz gerne schreibe, wenn ich
den inneren Schweinehund erst mal überwunden habe (z.B. durch diese
Schreibbiographie), denke ich, dass ich zum regelmäßigen Schreiben
zurückfinden werde.
So
wie ich vor kurzem in der Grundschule gelesene Bücher noch mal gelesen
habe und ich dadurch meine Lesemotivation wiedergefunden habe, so kann
ich es mir auch mit dem Verfassen von Texten vorstellen. So habe ich u.a.
vor, einmal eigene Gedanken über mein Hobby, "Laufen" aufzuschreiben.
Mir ist natürlich bewusst, das man als Lehrer selber gerne schreiben
sollte, wenn man Kinder zum Schreiben motivieren will. Deshalb werde ich
mich zuerst selbst wieder dazu motivieren, um so die Voraussetzungen zu
schaffen, auch Kindern Freude am Schreiben vermitteln zu können.
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