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Dagmar Wilde SS 2000 / FUB 12417 S "Texte verfassen im verbundenen Sprachunterricht"Journalschreiben als seminarbegleitende TätigkeitJournal der Gruppe 2.2: Was müssen Kinder lernen? Wie können Kinder lernen?Alexandra Backasch, Manuela Pötter Schriftliches
Erzählen ist Lernziel und -inhalt des Texte verfassens in den Klassenstufen
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Lernziele |
Lerninhalte |
Hinweise |
Anmerkungen |
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Schreibformen |
Gestaltung |
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Erzählen |
Insgesamt muß hier darauf geachtet werden, daß den Kindern möglichst viele Anlässe gegeben werden. Außerdem können verschiedene Formen gefunden werden, die den Kindern zusätzliche Anreize geben. Außer den vom Rahmenplan vorgeschlagenen Formen des Kummerkastens und der Klassenpinnwand kann auch durch Individualität gefördert werden. |
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Gedanken Gefühle Erlebnisse |
spontane schriftliche Äußerungen |
Reihung kurzer Sätze passende Überschrift treffende Worte Lesbarkeit |
Zunächst soll über die Schreibinhalte gesprochen werden, erst danach werden sie verschriftlicht. |
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einfache Bilder in Schriftsprache umsetzen |
Bildergeschichten |
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Informieren |
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Sachverhalte Ereignisse Lebewesen Gegenstände Tätigkeiten |
Beschriftung Kurzmitteilung Notiz Briefchen Reihen Bildunterschiede Steckbriefe |
Aufteilung äußere Form notwendige Daten Anrede Stichpunkte Schlüsselworte Reihenfolge Priorisierung |
Hier steht zunächst die genaue Beobachtung im Vordergrund. Schreibaufgaben haben den Umfang von Bildunter-schriften. Es sollen möglichst alle Anlässe genutzt werden. -> Klassenpinnwand |
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einfache Bilder in Schriftsprache umsetzen |
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Appellieren |
So kann es Kindern z.B. mehr Spaß machen in selbstgebundenen Heften zu schreiben. Ein weiterer Motivationsfaktor ist auch die Anlehnung an das, was Kindern in ihrer Umgebung sehen, so kann der Einsatz von PC mit Tabellierungen etc. motivieren . Außerdem können auch hier bereits Karteikartensysteme eingeführt werden. |
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Wünsche Aufforderungen |
Einladungen Fragen Angebote Wunschzettel Wunschbriefchen |
Datenselektion Anrede gezielter Umgang mit verschiedenen Schreibmaterialien Raumaufteilung Form |
Diese Form des Schreibends soll den Kindern hier als Alternative zum Ansprechen nahe gebracht werden. |
3. Klasse
Erzählen |
In diesem Teil des Rahmenplanes stehen Begriffe wie wichtige Schlüsselbegriffe, wesentliche Einzelheiten im Vordergrund. Hier wird außer Acht gelassen das besonders für Kinder reale Kontakte auch andere wichtige Inhalte haben als den rein sachlichen Informationsgehalt. Auch das immer wieder betonte planvolle Vorgehen steht im Gegensatz zu kindlichen Interessen. So werden dadurch spontane Ansatzpunkte ausgeschlossen. |
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auf wichtige Darstellungsmittel aufmerksam werden deren Einsatz erproben |
.... Reizwortgeschichten beenden angefangener Geschichten |
... treffende Wortwahl bei Verben und Adjektiven Vermeidung von Wiederholungen Einsatz von Fragen und Ausrufen graphische Gestaltung |
Für Bilder sollen nicht abgebildete Inhalte gefunden werden. Diese sollen zunächst wiederholt mündlich dargeboten und dann verschriftlicht werden. |
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Informieren |
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- folgerichtige Darstellung von Sachverhalten |
... Stichwortzettel Kartei- und Postkarte Formulare Tabelle Liste kleine Texte zu Inhalten der Sachkunde |
... formale Gliederung Anschrift/Absender klare Darstellung Schlüsselbegriffe |
Die folgende Schreibfolge soll geübt werden:
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Vorgänge Lebewesen Gegenstände |
... Sätze zu Tätigkeiten, Handlungen, Vorgängen kleine Verlustanzeigen Beschreibungsrätsel Spielregeln |
.... tabellarische Aufstellung variabler Satzbau übersichtliche Gliederung |
viele Stichwortsammlungen Zusammenstellen benötigter Materialien treffende Formulierung |
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Appellieren |
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Wünsche Aufforderungen |
... Fragen Angebote |
... notwendige Daten Briefgestaltung variabler Satzbau |
Auflistung von Imperativen, Stichpunkten... Gegenüberstellung pro und contra Umarbeitung in verbundenen Text |
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Darstellung der eigenen Meinung in sachlicher Form |
Ausstellungen im Klassenraum Themen: Ausflüge,, Spiele, Feiern |
.... Hervorhebung des zentralen Anliegens |
4. Klasse
Erzählen |
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Darstellungsmittel werden zunehmend bewußt eingesetzt. |
... Phantasiegeschichte Nacherzählung |
... Aufmerksamkeit erregende Überschrift Gliederung in Einleitung-Hauptteil-Schluß Spannungsbogen Zeitwahl Vergleiche |
... Es wird auf ein planvolles Schreiben hingearbeitet. Als Hilfen dienen Textstücke und Textvorgaben, die zu überarbeiten sind. |
Auch hier wird wieder großer Wert auf Formalia und Äußerlichkeiten gelegt. So wird das planvolle Vorgehen und die Textgliederung überbetont. Die Kreativität wird stark eingeschränkt, wenn nicht sogar ausgeschlossen. Dies kann zur Demotivation der Kinder führen. Außerdem steht dieses Vorgehen im Gegensatz zur Realität. Informationen werden heutzutage journalistisch aktionsreich dargeboten. |
Informieren |
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Sachverhalte und Sachzusammenhänge werden treffend und folgerichtig erstellt. |
... Sachniederschrift: - Versuch - Funktionsweise Vorformen der Inhalts- an |
... informative Überschrift klare Darstellung Mitteilungskern Einzelheiten |
... Filtern des Wesentlichen Klassenbücherei Gestalten von Karten, Ordnern... |
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Vorgänge folgerichtig, Lebewesen und Gegenstände genau beschreiben |
... Bastelanleitungen einfache Wegbeschreibung Verlustanzeigen |
... Materialliste |
Lesen und untersuchen vorgegebener Spiel- und Arbeitsanweisungen Erproben dieser Erstellen von Spielen Erproben |
Hier ist der Spielbezug positiv hervorzuheben. |
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Ereignisse zutreffend und genau beschreiben |
... Vorformen des Berichtes Schulgartenarbeit Wetter Unfall |
... Ort, Zeit, Beteiligte Vorgang/ Hergang des Geschehens |
Untersuchen von Textvorgaben Zusammenstellen von Abfolgen Streichen von Unwesentlichem Ergänzungen |
Unfallberichte sind besonders für den Grundschulunterricht, sehr kritisch zu betrachten. |
Appellieren |
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Strukturierte Aufforderungen verfassen |
... Verlust-, Verkaufs- und Tauschanzeigen Aufforderung zu Freizeitaktivitäten |
... Aufmerksamkeit erregen knappe Überschrift graphische Mittel typographische Unterschiede |
Zu einem bestimmten Handeln veranlassen wollen, soll hier deutlich werden. Dies kann auch einer Erfolgskontrolle unterzogen werden. |
5. Klasse
Erzählen |
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Erlebnishafte und unterhaltsame Texte unter Beachtung sprachlicher Mittel gestalten |
... Nacherzählung epischer Texte |
... Erzählschritte Spannungsbogen Betonung des persönlichen Erlebens Konkretisierung |
... Inhaltsklärung Erzählplan |
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Informieren |
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Inhalte und Sachzusammenhänge zutreffend wiedergeben |
... einfache Protokollformen Interview Sachbrief |
... Fachbegriffe Gestaltung von Briefkopf und Umschlag |
... Tabellen und Schaubilder ansehen entnehmen von Kerninformationen |
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Ereignisse sachgebunden und genau darstellen |
... Reise Schulleben |
... Schreibanlaß und -absicht sachliche Darstellung |
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Vorgänge, Lebewesen, Gegenstände genau und eindeutig beschreiben |
... -Steckbrief |
... Präsens als Zeitform |
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Appellieren |
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Wünsche und Forderungen formulieren und begründen |
... Briefe an Institutionen Bitten Entschuldigungen Beschwerden |
... angemessene Formulierung des Anliegens Grußformeln |
Schon im Vorfeld zum Schreiben muß der Inhalt auf Vollständigkeit geprüft werden, er darf nicht einseitig werden. Dies muß frühzeitig geschehen, um Lernprozesse in eine falsche Richtung zu stoppen. |
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werbende Texte verfassen |
Aufruf Werbetext Plakat |
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Erzählen |
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Erlebnishafte und unterhaltsame Texte unter Beachtung sprachlicher Mittel bewußt gestalten und mit Hilfen erarbeiteter Kriterien überprüfen |
.... Nacherzählung von dramatischen Texten |
... Absätze Anschaulichkeit Einsatz angemessener sprachlicher Mittel |
Die Forderung nach dem Einsatz angemessener sprachlicher Mittel erscheint hier doch sehr fragwürdig, da dies eine sehr subjektive Entscheidung ist. |
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einfache Formen dialogischer Texte entwerfen |
einfache dialogische Texte dramatische Schreibformen |
... Charakterisierung handelnder Personen Regieanweisungen Absätze bei gedanklichen Einschnitten |
Bei der Dialogisierung ist darauf zu achten, daß den Personen angemessenen sprachliche Mittel zugeordnet werden. Diese sollen nachträglich auch auf ihre Wirkung hin untersucht werden. Außerdem soll hier der Zusammenhang zum Darstellenden Spiel herausgearbeitet werden. |
Informieren |
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Inhalte und Sachverhalte zutreffend wiedergeben |
... - Vorformen der Erörterung |
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Beispielhaft sollen Streitfälle aus dem Schülerleben erörtert werden. Dies wird durch eine Sammlung von Argumenten eingeleitet. |
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Ereignisse sachgebunden und genau berichten |
... Ergebnisse von Erkundungen Vorhaben |
.... |
erstellen eines Tagebuches |
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Vorgänge, Lebewesen, Gegenstände genau und eindeutig beschreiben |
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... - auffällige und unveränder liche Merkmale |
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Appellieren |
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Wünsche und Forderungen adressatengerecht formulieren und begründen, Sachverhalte richtig stellen |
... - Antrag |
... knappe Darstellung des Sachverhaltes kausale Reihenfolge Schlußfolgerung |
Überlegungen zur Erwartungshaltung des Adressaten Analyse der Antwort |
Zunächst werden von der Autorin die grundsätzlichen Probleme der Textüberarbeitung herausgestellt.
inhaltliche, sprachliche,
stilistische Probleme
differenzierter Wortschatz
Satz- /Textstruktur
Dann wird auf die beiden grundsätzlichen Möglichkeiten des Lernens von Kindern untereinander verwiesen:
voneinander lernen
miteinander lernen
Das Überarbeiten von Texten sollte nach A.WEDEL-WOLFF zunächst an Fremdbeispielen geübt werden, da von Kindern zu eigenen Texten nicht genügend Distanz aufgebaut werden kann. Außerdem kann durch gezielt ausgewählte Texte bzw. Textstellen darauf geachtet werden, dass immer nur ein Problem beseitigt werden muss. In eigenen Texten könnte es immer wieder vorkommen, dass mehrere Probleme gleichzeitig behoben werden müssten, was zu Überforderungen der Kinder im Anfangsunterricht führen würde.
Im Anschluß werden Kopiervorlagen bereitgestellt, die in Form von Karteikarten oder Wandbildern den Kindern eine Hilfestellung bei der Überarbeitung von Texten bereitstellen sollen. Hier werden die häufigsten Fehler kindgerecht aufgegriffen und Lösungsvorschläge gemacht.
Die Karten behandeln die folgenden Schwerpunkte:
Meine Sätze fangen gleich an
Meine Sätze sind kurz und einfach
Meine Sätze fangen oft an mit: und dann, und dann, und dann, da, da, da
Meine Geschichte klingt langweilig
Ich mache oft Zeitfehler
Ich füge wörtliche Rede ein
Ich erzähle ausführlicher und spannender
Ich verwende treffende Ausdrücke
Ich bearbeite Zeitfehler
Ich erweitere Sätze
Zu diesen Themen werden auf den Karten Tipps zur Lösung gegeben.
HAUEIS geht von einer grundlegenden These aus:
Er kritisiert hiermit den allzu häufig von Didaktikern empfohlenen Weg, der von Bildbeschreibungen zum Verfassen von Erzähltexten führt.
Diese Gegenposition wurde schon 1981 von KOCHHEIM und HERINGS formuliert, blieb jedoch bis heute (fast) unbeachtet.
1995 befaßte sich RANK mit dem Problem, er kam zu dem Schluss, dass Bildergeschichten nicht die Kreativität beim Erzählen fördern. Seiner Meinung nach bieten Bildergeschichten lediglich eine Vorübung zum Nacherzählen. Jedoch ist auch diese Annahme fraglich, da Bilder keine Handlung haben.
HAUEIS macht einige Probleme der Bildergeschichten an zwei Beispielen deutlich.
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Anhand dieses Beispieles wird die Problematik der Erzählerperspektive dargestellt. Der Betrachter des Bildes erfaßt die Pointe in gegebener Reihenfolge der Bilder. Bei der Erzählung der Bildergeschichte muss sich der Erzähler für die Vater-, Sohn- oder Fremdenperspektive entscheiden. Dadurch würde die Pointe entweder entfallen (Fremder) oder nur durch Umstellung der Bildreihenfolge zum Tragen kommen (Sohn). |
Bilder dürfen nicht dazu verwandt werden, Vorgaben zum "Nacherzählen" zu bieten, sondern dürfen nur als Anregung eingebracht werden.
Grundlage des Artikels ist ein Projekt "Wege zu Schrift und Kultur", das die Hamburger Schulbehörde in Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Institut für Pädagogik durchführte.
Ziel war es Kindern individuelle Zugänge zur Welt der Schrift, zu den Kulturen der Welt und zum eigenen Fühlen und Denken eröffnen.
Den Kindern wurde eine Aufgabe gestellt, die viel Platz für eigene Vorstellungen lassen sollte. Die Schreibaufgabe war verbunden mit einer bildnerischen Vorgabe.
Die Aufgabe hieß für alle Kinder gleichermaßen: "Gestalte (Male) weiter und schreibe eine Geschichte dazu!"
Als Vorgabe diente die Umrisszeichnung zum "Senecio" von Paul Klee.
Aus Erfahrungen wusste man, dass abstrakte Werke der Klassischen Moderne besonders "schreibanregend" wirken.

Dieses Bild lässt deutlich die Umrisse eines Kopfes erkennen, jedoch ist kein Ausdruck erkennbar.
Es wurde wiederholt darauf hingewiesen, dass keine Bildbeschreibung, sondern eine Geschichte zum Bild geschrieben werden sollte.
Jedes Kind sollte nun für sich alleine interpretieren und dies ohne jegliche Gestaltungsvorgaben. Nach getaner "Arbeit" sollte jedes Werk die gleiche Würdigung finden.
Im Folgenden werden zwei Gestaltungen vorgestellt:
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Dieses Werk stammt von einer neunjährigen Schülerin aus Hamburg. Sie deutet den Ausdruck des Gesichtes traurig. Aus ihrer Geschichte wird der Wunsch nach Rückzugsmöglichkeiten und magischen Kräften deutlich |
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Dieses zweite Werk stammt von einem elfjährigen Schüler aus der Dominikanischen Republik, der in New York die Schule besucht. Er stellt seine Welt dar. Er schreibt von den Junkies, die er sieht. Auch hier kommt es im letzten Satz zu einer Wendung, in diesem Fall zum Positiven. |
Beiden Interpretationen und Gestaltungen ist der individuelle Gefühlsausdruck gemeinsam.
Motivation - Karin Babbe - Bilder , Fotografien nehmen als Schreibanlässe zu .Sie geben einerseits Halt und Anregung zum Schreiben und andererseits lassen sie Freiheiten beim Schreiben zu . Mit Imaginationskraft soll etwas Neues entstehen .
Mechthild Dehn - Die innere Sprache gilt als geistige Impulszone . Und das Kind verspürt Schreibdruck , wenn es etwas Bedeutungsvolles ausdrückt, wie ein Autor.
Frau Wilde - Überarbeitung orientiert sich nicht so an Normen .Es gibt gelungene und schlechte Überarbeitungen . Es gibt Kinder , die spielerisch mit ihren Texten umgehen und Textteile problemlos tilgen . Überarbeitung bietet die Möglichkeit schriftsprachliche Fähigkeiten bei Schülern nachhaltig zu fördern.
Manuela Pötter 21.07.2000
Wir beschäftigten uns mit den variantenreichen Möglichkeiten, Schreibanlässe im Unterricht zu installieren. Dabei stellten wir fest, dass diese Unterrichtsinhalte sehr motivierend auf die Schüler wirken können, wenn es ihre aktuelle Interessenlage betrifft. Faktoren für einen kreativen Schreibunterricht können die spezifische Auswahl von Schreibmaterialien, eine aktuelle Themenwahl, aber auch die bildkünstlerische Tätigkeit mit dem Schwerpunkt des mündlichen Sprachgebrauchs beinhalten. Für wesentlich halten wir auch die Rolle der Lehrer, die sowohl individuell beraten als auch aktiv mitschreiben.Sie müssen ebenso die Gradwanderung in Schreibkonferenzen angemessen lenken, die bei Loben und Hinweisen schülerbezogen erfolgen. Dabei sollten die Schüler lernmotivierende Impulse erhalten, ihre Schreibkompetenzen entwickelt werden und demotivierende Situationen weitestgehend vermieden werden.
Anmerkungen: - Die Schüler notieren in der 1. Klasse ihre ersten Schreibversuche sowie fortlaufende Texte auf unliniertem Umweltpapier. Die strikte Orientierung an der Liniierung entfällt somit schreiberleichternd. Die Schüler können sich dementsprechend intensiver auf das Texte verfassen konzentrieren. Schüler, die erschwert Texte notieren, erhalten auch die Möglichkeit, Bilder zu Themen zu gestalten. Sie erweitern ihren Sprachwortschatz, indem sie sich zu den Bildern wortreich äußern. Die Kombinationen von Text und Bild sowie Text und Sprechblasen sind bei den Schülern sehr begehrt und wirken lernmotivierend. Weiterhin werden zur Entwicklung des Schreibflusses bei den Schülern auch linierte Papierarten eingesetzt. Diese Lineaturen bilden den Schreibgrund auch in den folgenden Klassenstufen. Bei besonderen Schreibanlässen werden auch Buntkartonseiten zu kleinen Heften gebunden. Diese können in der Klassenbücherei aufbewahrt und jederzeit mit neuen Beiträgen ergänzt werden. Spezielle Themen können hierbei " Mein Haustier", "Mein Hobby", sowie weitere Projektthemen sein.
Die Studenten meinen, wenn die Linierung auf dem Papier entfällt, wirkt dies schreiberleichternd, da sich der Schreibprozess nur auf den Text fokussiert. Sie stimmen ebenso zu, dass Bilder zu Themen gestaltet werden können. Dieses sollte dann zur Erweiterung des Sprachwortschatzes beitragen. Weiterhin wirken ihrer Meinung nach die Kombination von Text und Bild sowie die Formen von Texten mit Sprechblasen lernmotivierend.
In der ersten Klasse eignen sich für einen dynamischen Schreibvollzug nach Meinung der Kollegen von der Firma " Lyra -Ferby Graphit" und die farbigen "Super- Ferby ". Sie notieren weiche Schreibspuren und unterstützen in ihrer Dreikantform die ideale Formung der Kinderhand. Ein Gummiaufstecker für diese Spezialstifte bietet Hilfe für Schüler mit schreibmotorischen Schwierigkeiten.Die Fingerauflage verbessert sich hierbei deutlich und der Schüler wird beim Schreiben entlastet. In der 2. Hälfte des 1. Schuljahres schreiben die Schüler mit dem Fineliner. Dieses Schreibgerät ist auch in den weiteren Klassenstufen wirksam. Wobei in der 2. Klasse ebenso der 1. Spezialfüller für die Schreibaufgaben wirksam wird. Die schulüblichen Füllhalter kommen erst ab der 2. Klasse in Frage
Die Studenten sehen in der Reihenfolge der Stiftarten einen sinnvollen Aspekt. Sie merken dennoch an, dass Bunt- bzw. Bleistifte für Kinder sehr unmotivierend beim Schreibenlernen sein können. Ihr Gegenvorschlag lautet, mit dem Fineliner beim Schreibenlernen zu starten und dann zum Füller überzuleiten.
Phantasiereisen können ein beflügelndes Moment im Schreibunterricht sein. Die Schüler entspannen sich und denken sowie fühlen in kreativen Räumen. Diese können ihre Vorstellungswelten erweitern und ihnen Anlässe zu vielfältigen Verschriftlichungen bieten. In der Kombination mit Entspannungsmusik können sich auf eindrucksvolle Weise kreative Mindmaps ergeben, die zu Schreibanlässen werden.
Kunstwerke, Bilder, Zeichnungen und Fotografien können nach Karin Babbe auch als Schreibanlässe dienen. Nach ihrer Meinung bieten sie einerseits Halt sowie Anregung und andererseits ermöglichen sie die Freiheit, die eigene Form und Sprache zu finden.
Aus ihrer Sicht kann durch die Imaginationskraft etwas neues entstehen. Weitere Autoren plädieren beim Einsatz von Kunst für abstrakte Objekte, weil sie vielfältige Schreibthemen ermöglichen. Die Bildgegenstände lassen sich in ihrer Form selbstgestaltend variieren und so ergeben sich neue Schreibvarianten.
Es stellt sich die Frage, inwieweit Figuren aus Comics und Zeichentrickfilmen für Schreibvorhaben nutzbar gemacht werden sollten. Unzweifelhaft identifizieren sich die Schüler mit ihren Helden. Ein pädagogischer Gedanke wäre die Einbindung von Sprechblasen bzw. die Gestaltung von Bilderserien zu diesen Schreibthemen, um die Lenkbarkeit dieser Themen didaktisch zu sichern.
Auch Rollenspiele können vielfältige Schreibanlässe ermöglichen. Die Schüler stellen die verschiedensten Szenarien aus dem Schulalltag dar und verschriftlichen diese Dialoge als motivierende sowie interessante Themen. Es eignen sich wiederum Sprechblasen und Untertitel in grafischen Serien sowie Collagen. Auch Handpuppen lassen sich im Deutschunterricht variabel einsetzen und erbringen dieselben Schreibanlässe wie die Rollenspiele. Eine attraktive Form besteht auch in der Gestaltung von einem Drehbuch, dass man beispielsweise in einem Projekt integrieren kann. Die Schüler gestalten hierbei Handlungsseiten, die sie zu einem Buch binden.
Die Studenten bewerten die Idee positiv, Texte zu Bildern zu verfassen. Sie merken an, dass dennoch eine differenzierte, kindgerechte Auswahl an Bildern getroffen werden sollte. Sie empfehlen stets eine reiche Auswahl an Bildkunst, die den Schülern individuelle Zugänge zu den Texten ermöglichen.
Die Schüler mögen das Schreiben, stehen ihm verhalten gegenüber oder wirken demotiviert. Sie lassen sich von den vorhandenen Themen inspirieren oder reagieren eher passiv auf diese. Nach Karin Babbe verspüren sie bei einer geeigneten Ansammlung von Informationen einen Schreibdruck und bearbeiten Textteile bzw. einen Text. Dabei kann die innere Sprache als geistige Impulszone dienen, in der die Schüler in den Kontakt mit ihren Ideen und Entwürfen treten. Selbstkritisch können sie ihre Mindmaps aktivieren, überarbeiten und auch verwerfen. Diese Impulszone bildet nach Krabbe die Basis für komplexe Prozesse beim Textschreiben.
Die materielle Ausstattung wie spezifische Stiftsorten sowie Papier - und Heftarten kann maßgeblich zur Entwicklung der Lernmotivation beitragen. Weiterhin ist die Rolle des Lehrers wesentlich, da die Schüler ihr Verhalten stetig an ihm messen. Es hat sich erwiesen, dass der beratende und mitschreibende Lehrer eine günstige Motivationslage beim Schüler bewirkt. Ein kreatives Schreibklima mit konstruktiven Gedankenaustauschen beim Entwerfen und Überarbeiten von Schreibtexten ist ebenso nutzbringend. Ruhe beim Schreiben im Klassenraum und ein dekoratives Ambiente sind basale Ausgangs - und Prozessbedingungen, die kontinuierlich in jeder Schreibphase wirken sollten.
Die Studenten hoben im Bereich der intrinsischen Faktoren heraus, dass sich die Mindmaps bei den Schülern im Schreibprozess auf das Aktivieren, das Überarbeiten und das Verwerfen von Gedankeninhalten beziehe. Sie sehen die innere Sprache ebenfalls als geistige Impulszone bei Schreibanlässen. Eigene Ideen und Entwürfe schaffen Kontakt mit dieser geistigen Impulszone. Als extrinsische Faktoren stellen sie die Ruhe im Klassenraum als Grundvoraussetzung für ein förderliches Schreibklima voraus. Der Lehrer soll individuell den Schreibprozess bei den Schülern unterstützen. Weiterhin sollen Schreibanlässe zu einem regen Gedankenaustausch zwischen den Schülern und auch dem Lehrer führen. Als extrinsischen Faktor befürworten die Studenten ein dekoratives Ambiente
©opyright Alexandra Backasch, Manuela Pötter, Berlin, Juli 2000
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06.04.2003