Dagmar Wilde • SS 2000 / FUB • 12417 S

"Texte verfassen im verbundenen Sprachunterricht"


Journalschreiben als seminarbegleitende Tätigkeit


Journal der Gruppe 12: Texte verfassen am Computer

Einsatz des Computers als Schreibwerkzeug im Deutschunterricht - Mediennutzung und Texte verfassen: Modelle und Perspektiven - Chancen und Probleme....
Ggf. in Verbindung mit Befragungen an Schulen...


Journal 12.05.2000

Arbeitsstand 20.07.2000 (1)

Arbeitsstand 20.07.2000 (2)


Stefanie Zeidler, Andrea Siwek, Sergej Gohrbandt

12.05.2000

Zunächst stellte sich uns die Frage nach den Vor- und Nachteilen vom Einsatz des Computers im Unterricht.

positiv

negativ

  • Die Schülerinnen und Schüler können sich in erster Linie auf den Text konzentrieren; orthographische und grammatikalische Fehler können später korrigiert werden; der Schreibfluss wird nicht gestört / unterbrochen.

  • Frühzeitige Gewöhnung an das Arbeitsmittel "Computer" (Zukunftsbezug).

  • Motivation durch den Einsatz eines "anderen" Arbeitsmittels.

  • Verbesserte "Publikationsmöglichkeiten", z.B. Internet, Intranet, Schulzeitungen; Projektarbeiten, Berichte, Geschichten, etc. können einer "breiteren Öffentlichkeit" zugänglich gemacht werden.

  • Verbindungsaufnahme mit anderen Schulen (national, aber auch international.

  • Vereinfachung für den Lehrer ("Handschriftentzifferung" entfällt).

  • Handschrift, Rechtschreibung, Sensumotorik werden eventuell vernachlässigt (lässt sich teilweise durch Einstellungen im Rechtschreibkorrekturprogramm verhindern).

Literaturhinweise dazu finden Sie inzwischen auf dieser Seite

Als nächstes werden wir uns Internetseiten von Schulen ansehen und Kontakt zu den Schulen aufnehmen um den folgenden Fragestellungen nachzugehen:

  • Wie wird der Computer eingesetzt?

  • Für welche Fächer wird der Computer eingesetzt?

  • Wie kommt der Einsatz bei den Lehrern, den Schülern, den Eltern an?

  • Wer arbeitet mit dem Computer (nur Lehrer, nur Schüler unter Aufsicht eines Lehrers, der Lehrer für die Schüler)?

  • Von wem kommen die Inhalte für das Internet?

  • Wer gestaltet die Seiten (Lehrer, Schüler mit Lehrer in einer AG)?

  • Ich finde Ihr Vorhaben überaus relevant, schlüssig geplant und bin sehr gespannt auf die Erkenntnisse und Schlussfolgerungen...


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Arbeitsstand 20.07.2000 (1)

Andrea Siwek

1. Computer als Werkzeug und Medium einer kindnahen Grundschule

  • es ist längst an der Zeit, dass auch die Grundschulpädagogik die Computertechnologie als zeitgenössische Herausforderung annimmt

  • dank der politischen Vorgabe der Bund-Länder-Kommission aus den Jahren 1985 und 1989 war der Computereinsatz in den Grundschulen tabuiert, womit sich die deutsche Grundschule von einer internationalen Entwicklung abkoppelte (hinsichtlich Computer, auf dem Niveau von Entwicklungsländern

  • 1992 ruft Wolfgang Klafki die Grundschule dazu auf eine "kritische informations- und kommunikationstechnologische Grundbildung als Moment einer neuen Allgemeinbildung zu bringen

  • Faust-Siehl betont, dass auch Computer ihren selbstverständlichen Platz in der Grundschule erhalten müssen

  • Im Widerspruch zu der wachsenden Akzeptanz steht die Finanznot der Schulträger

  • Die Grundschule der Zukunft braucht Pädagogen, die auch hinsichtlich der luK-Technologien medienkompetent sind

  • Die öffentliche Schule ist jener Ort, an dem am ehesten die Chance zum Erwerb von Medienkompetenz im Kontext von kritischer Bildung steht

  • Die Arbeit mit Computern verläuft, wie alles was im Raum der Grundschule geschieht nicht ohne Anstrengung, welche sich jedoch lohnen (Engagement von Lehrern)

  • Kleiner Baustein in einem breiten Gesamtkonzept offenem und zukunftsfähigem Lernen

2. Computer - ja, aber mit welchen Zielen?

  • als Schreibwerkzeug im Rahmen von Schreibprojekten oder als multimediale Lernumgebung in sachunterichtlichen Projekten

  • Computer als ein pädagogisches und didaktisches Element unter vielen anderen

  • Netzwerkanschlüsse bieten Schreibanlässe mit einem hohen, kaum zu übertreffenden Motivationsgrad

  • Spielerisches Lernen von Schreiben und Lesen beim ersten Umgang mit dem Computer

3. Vor- und Nachteile beim Computereinsatz in der Grundschule

  • unterschiedlicher Leistungsstand bleibt erkennbar

  • Möglichkeit zur Korrektur, ohne dass Mitschüler evntl. Lachen

  • Fördert die Schülerkooperation

  • Einfaches Korrigieren und der Konzeptausdruck

  • Organisation von Schülern

  • Je jünger die Schüler, desto leistungsfähiger müssen die Computer sein

  • Förderung von offenen, schülerorientierten und selbstbestimmten Lernprozessen

  • Handlungsorientierung und Praxiserfahrung dürfen nicht vergessen werden

  • Hemmnisse und Berührungsängste werden frühzeitig abgelegt

  • Spielerisches Lernen

  • Lehrerrolle verändert sich vom Wissensvermittler zum Moderatoren

  • Recherchieren, sammeln, Berichte schreiben

  • Beim Bilder herstellen: Verhältnis von Bild und Text

  • Auch schwächere Kinder können am PC lernen (Individualität ist gegeben)

  • Hohe Motivation

4. Lerninhalte und Aufgaben

  • Gedichte

  • Bilder

  • Theater

  • Klassentagebuch mit Schriften, Texten, Bücher, Ausflüge, Klassenfahrten, Fantasiereisen

  • Herstellen von Rezeptsammlungen

  • Schülerzeitung

  • Sachtexte, Rätsel

  • Buch herstellen

  • E-mail-Kontakte zu anderen Schulen

5. Der richtige Computer, die richtige Software

  • mind. 2-3 Gerate im Klassenraum, die vornehmlich als Werkzeug und als Informations- und Kommunikationsmedium genutzt werden sollten

  • Software muss den gleichen pädagogischen Anforderungen entsprechen

  • Das Buch und die Leseerziehung gehören auch weiterhin zu den grundlegenden Aufgaben der Grundschule

6. Forderungen an die Aus- und Fortbildung

  • der Lehrer bleibt, wie der amerikanische Pädagoge Douglas H. Clements betont, "the key to successful use of computers"

  • Arbeit mit Computern sollte Bestandteil der Ausbildung von Grundschullehrern sowie

  • der Lehrerfortbildung sein

  • informationstechnische Basiskompetenz

  • Kenntnis und kritische Reflexion

  • Hohe allgemeindidaktische Kompetenz

  • Medienpädagogische Kompetenz 8 psychologische Bewertung verschiedener Software-Genres

  • Übungen in der Lern- und Edutainment-Programm-Analyse und -Bewertung sollten zum festen Bestandteil werden

  • Medienpädagogische Antworten auf das Medium Computer

  • Entwicklung des Internets zur Kommunikationsplattform


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Arbeitsstand 20.07.2000 (2)

12. Juni 2000

Stefanie Zeidler

Texte verfassen am Computer - Einsatz des Computers als Schreibwerkzeug im Deutschunterricht

In der heutigen Zeit findet eine zunehmende Technisierung der Umwelt statt, die auch vor den Kinderzimmern nicht halt macht. So hat fast jedes Kind seinen eigenen Computer oder benutzt den der Geschwister oder der Eltern. Auch die Grundschule befasst sich mit dem Thema Computer und mit deren Einsatz im Unterricht.

Allgemein können Computer in der Schule genutzt werden, um Texte zu verfassen, Briefe zu schreiben, es können Klassenkorrespondenzen übers Internet geführt werden oder die Schüler beschaffen sich übers Internet Informationen zu bestimmten Themen. Des weiteren können Schüler Seiten im Internet erstellen, auf denen sie Ergebnisse von Projekten zusammentragen. Dieses wäre eine Alternative zur Wandzeitung und ausserdem für jeden zugänglich. Der Computer fördert nebenbei die Teamarbeit, die Eigenaktivität des Einzelnen steigt deutlich an gegenüber der Aktivität im Frontalunterricht und der Prozess des sozialen Lernens wird gefördert (gemeinsames Lösen von Konflikten, miteinander kommunizieren,...).

Es gibt aber auch Aspekte, die den Einsatz von Computern in Frage stellen. So gibt es curriculare, technische und finanzielle Probleme (Wer zahlt zum Beispiel die Telefonkosten fürs Internet?) und das was die Computerprogramme bieten, findet man auch in Schulbüchern und auf Arbeitsblättern. Die Programme machen den Inhalt nur attraktiver, um die Kinder zum Lernen zu bringen. Ein Argument, das häufig auftaucht und für den Einsatz von Computern spricht, ist, dass der Computer die Kinder auf das spätere Berufsleben vorbereiten soll. Dies wird aber dadurch widerlegt, dass die Computer, mit denen die Kinder später im Beruf arbeiten werden, kaum noch etwas mit den heutigen gemeinsam haben werden.

Möchte man im Deutschunterricht Übungsprogramme einsetzen, so müssen auch bestimmte Erwartungen gestellt werden. Das Programm muss:

  • eine einfache Bedienung bieten

  • dem Alter des Nutzers entsprechen

  • das Lernen positiv anregen

  • jederzeit verlassen werden können, da sich das Kind sonst dem Computer ausgeliefert fühlt

  • Lehrern und Schülern die Möglichkeit bieten, Lerneinheiten, den Schwierigkeitsgrad, die Hilfestellung, die Eingabemöglichkeiten, die Rückmeldung und die Lerninhalte wählen zu können

Soll nun speziell ein Programm zum Texte verfassen im Unterricht eingesetzt werden, so sind auch hier Minimalanforderungen zu stellen:

  • gut lesbare Schrift und Größe von dargebotenen Texten

  • einwandfreie Orthographie

  • alle Zeichen einschließlich der Umlaute und des "ß" und alle Satzzeichen müssen in den Texten vorkommen

  • verständlicher und vorbildlicher Ausdruck.

Die meisten Programme zum Schreiben von Texten sind nicht sehr abwechslungsreich. Sie beinhalten lediglich Übungen, in denen geschriebene oder gemalte Wörter oder Wortteile nachgeschrieben werden sollen.

Literatur

 

- Grundschule 10/1995 Computer im Unterricht

- Praxis Grundschule 5/1997 Grundschule goes Internet


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Literaturhinweise Computer im Deutschunterricht der Grundschule


©opyright bei den Verfassern, Berlin, Juli 2000

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06.04.2003


 

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