Freie Universität Berlin
Seminar: 12417
Doz.: Dagmar Wilde
"Texte verfassen im verbundenen Sprachunterricht"

Computereinsatz im Deutschunterricht

Verfasserin: Andrea Siwek
Studienfächer: Mathematik und Grundschulpädagogik
Lernbereiche: Deutsch und Sachunterricht
Sommersemester 2000

Vorwort

Verschiedene Untersuchungen weisen "...eine ganz merkwürdige Allianz auf, die im politischen Spektrum von Grün bis Schwarz reicht. Ganz merkwürdiger Weise, ich nehme an, aus unterschiedlichen Gründen, ist sie im Ergebnis einig: Computer an der Grundschule sollen nicht sein! Und das sieht ein bißchen nach Tabu aus, wie wir das früher auch bei anderen Themen hatten" (Jürgen Liepe aus [1], Mitzlaff, Hartmut: "Computer" - Ein Thema für die Grundschulpädagogik?, Seite 35).

Diesem Argument sahen sich alle Initiativen in den 80er und 90er Jahren, die sich der Themenstellung zu nähern versuchten, ausgesetzt. Die Ursachen für dieses Tabu gingen auf ein komplexeres Gefüge zurück, die vor allem an finanzpolitischen Bedenken beteiligt waren bzw. sind.

Es gab schon viele Initiativen zum Computereinsatz in der Grundschule, die von 1981 bis heute reichen. Zu den ersten deutschen Grundschuldidaktikern, die die neuen Medien als pädagogische Herausforderung begriffen und kritisch und vorurteilsfrei nach ihren didaktischen Möglichkeiten fragten, gehören Hans Brügelmann in Bremen und Barbara Kochan in Berlin.

In Berlin sammelte Barbara Kochan seit 1986 vom Institut Fachdidaktik Deutsch und Fremdsprachen in der "Schreibwerkstatt" der TU grundlegende Erfahrungen zur kreativen Arbeit von Grundschülern mit dem Computer als Schreibwerkzeug bzw. zur Förderung des Schriftspracherwerbs.

Auch ich habe mich mit dem Thema Computereinsatz in der Grundschule, speziell im Deutschunterricht beschäftigt und gehe auf die Frage, welche Konsequenzen der Computereinsatz in der Grundschule hat, ein.

Inhalt

1 Computer in der Grundschule

1.1 Computereinsatz im Unterricht

1.2 Die Nutzung des Computers

1.3 Kriterien gegen die Nutzung des Computers in der Grundschule

1.4 Kriterien für den Computereinsatz

2 Der Computereinsatz im Deutschunterricht

2.1 Der Schreibprozess

2.2 Nutzung des Computers im Lese- und Schreibprozess

2.3 Nutzung der entsprechenden Software im Lese- Schreibprozess

3 Die daraus resultierenden Folgen

3.1 Konsequenzen des Computereinsatzes für die Schüler

3.2 Konsequenzen des Computereinsatzes für den Unterricht

3.3 Konsequenzen des Computereinsatzes für den Lehrer und die Schulverwaltung

4 Internet

4.1 Grundschule online

5 Hard- und Software

5.1 Welche Programme gibt es?

5.2 Anforderungen an Hardware

5.3 Anforderungen an Software

6 Ergebnisse

6.1 Schlussfolgerungen

1 Computer in der Grundschule

1. 1 Computereinsatz im Unterricht

Fast zwei Drittel aller westdeutschen Familien mit Kindern besitzen einen Computer entweder zu Hause, bei Freunden oder Verwandten. Wenige Grundschüler verfügen über keine Computervorerfahrungen.

"Die Computer halten Einzug in immer mehr Lebensbereiche. Wer mit offenen Augen seine Umgebung registriert, wird nicht verleugnen können, dass dieses Phänomen in unserer Umwelt - und der unserer Kinder - nicht ohne Wirkung bleibt." (Aus [2], Lorenz, J.H.: Kognitionspsochologische Grundlagen des Lernens mit dem Computer in der Grundschule.)

Nicht nur in diesem Zitat, sondern auch in der Wirklichkeit ist zu erkennen, dass in der heutigen Zeit eine zunehmende Technisierung der Umwelt stattfindet, die auch vor dem Kinderzimmer nicht halt macht. Fast jedes Kind hat seinen eigenen Computer oder nutzt den der Geschwister oder Eltern mit. Deshalb ist es längst an der Zeit, dass die Grundschulpädagogik die Computertechnologie als zeitgenössische Herausforderung annimmt.

Leider sind Computer zur Zeit keine verbreiteten Werkzeuge im Klassenraum und falls dieses an Schulen doch der Fall ist, ist es möglich, dass einige Lehrer noch lernen müssen, was man mit dem Computer machen kann und was man vielleicht doch lieber auf "traditionelle Art" durchführen sollte. Ebenfalls darf nicht nach dem Motto: "Je umfangreicher und kraftvoller das Medium ist, desto leichter führt es auch zur Bequemlichkeit" (Kay 1991) gehandelt werden. Genauso wie durch die Medien, Filme und Hörspielkassetten, die die Phänomene sehr einseitig darstellen, wird auch oft der Computer im Unterricht durch einseitige Benutzung dargestellt, wie beispielsweise zum Üben, wobei gerade die kognitiven Funktionen teilweise ausgelassen werden. Trotzdem ist der Computer gegenüber anderen Medien weit überlegen, so dass der Computereinsatz weitreichende Konsequenzen hat, wie sich später noch herausstellen wird.

Da die moderne Grundschule eine lebensnahe Schule sein will, die an die außerschulischen Erfahrungen der Kinder anknüpft und die aus der Erfahrungswelt der Kinder den Computer nicht mehr wegdenken kann, spielt der Computer im Leben der Kinder eine mehr oder weniger wichtige Rolle. Eine Rückkehr zu einem computerlosen Zustand unserer Gesellschaft ist eine Illusion. Eine Grundschule, die die Technologie ernst nimmt und die Kinder auf die Lebenswirklichkeit vorbereiten will, kann dabei die neuen Technologien, wie beispielsweise den Computer, nicht ausklammern, sondern sollte eine erste Basis zu einem mündigen Umgang legen.

Da viele Kinder den Computer spannend und interessant finden erwarten sie von ihren Lehrern, dass sie ihr Interesse ernst nehmen und auf diesbezügliche Folgen eingehen. "Wäre es angesichts der sicheren Prognose, dass Computer auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen werden, nicht geradezu fahrlässig, das kindliche Interesse nicht nur Fundierung zukunftsrelevanter Lernprozesse nutzen zu wollen? " (Aus [2], H.M.: Lernen und arbeiten mit dem Computer im grundschulpädagogischen Kontext - Skizzen zu einem pädagogisch-didaktischen Konzept.)


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1.2 Die Nutzung des Computers

Als zeitgenössisches Medium kann ein technisch hochwertiger Computer neben anderen Medien mit Gewinn in einem "guten" Grundschulunterricht sinnvoll genutzt werden, wobei er dann eingesetzt werden sollte, wenn er reformpädagogische Konzepte der Grundschularbeit fördert und unterstützt, wenn er entdeckende Lernprozesse anregt oder als Werkzeug zur Nachbereitung und Aufbereitung dieser Entdeckungen fungiert.

Der Computer ist ein Mittel,

  • um Schreibprozesse zu erleichtern,

  • um Texte zu entwickeln und zu publizieren,

  • um Kinder mit zeitgenössischem Schreibwerkzeug vertraut zu machen,

  • um Informationen zu gezielten Fragen zu gewinnen,

  • und um abstrakte Vorgänge zu veranschaulichen.

Es geht um die situationsgemäße, weitgehend fakultative Nutzung eines zeitgenössischen Werkzeugs und einer differenzierten Übungshilfe durch die Kinder im Kontext eines offenen und handlungsorientierten Unterrichts gefördert werden. Der Computer sollte eingesetzt werden, so dass die Entwicklung der Kulturtechniken des Schreibens, Lesens und Rechnens gefördert und geübt werden. Der Computer kann genutzt werden: im Wochenplanunterricht und der Freien Arbeit, in Projektwochen und projektorientierten Arbeitsformen, im Förderunterricht für Kinder mit Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche oder für stärkere Schüler mit besonderen Interessen, in spezifischen Arbeits- und Übungsphasen, in medienpädagogischen oder anderen Arbeitsgemeinschaften, oder in nachmittäglichen Betreuungsangeboten.

In der Hand des Schülers kann der Computer als:

  • Werkzeug zum Zeichnen und Malen,

  • Komfortables und interessantes Schreibwerkzeug zum freien Schreiben und zur Realisierung kleinerer und größerer Schreibprojekte sowie

  • als Hilfsmittel bei Rechtschreibfertigkeiten,

  • Karteikasten und Nachschlagewerk,

  • rechnerisches/spielerisches Simulationsmittel,

  • flexibles Musikinstrument,

  • Zentrale zur Steuerung von Spielzeug,

  • Spielgerät,

  • Hilfsmittel zur Veranschaulichung und zur Förderung des Nachdenkens,

  • und als Programmiertes System und Werkzeug der eigenen Programmentwicklung genutzt werden.

In der Hand des Lehrers kann er als: Werkzeug zur Herstellung individualisierter, standardspezifischer Materialien und als Hilfsmittel eingesetzt werden.

Es können Texte, Gedichte, Geschichten, Tagebücher, Schülerzeitungen, Geheimschriften und Liebesbriefe geschrieben, Rätsel gemacht, Namenskärtchen, ABC-Büchlein, Lesedominos, Kalender und Visitenkarten erstellt, Namensspiele, Würfeldiktate, Projekte und andere Spiele durchgeführt und Bücher übertragen werden.

Falls die jeweilige Schule online ist, können Brieffreundschaften mit anderen Schulen, Homepage-Projekte, E-mails, Online-Schülerzeitungen und Webseiten gestaltet werden.


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1.3 Kriterien gegen die Nutzung des Computers in der Grundschule

Natürlich gibt es Kriterien, die gegen den Computereinsatz sprechen, genauso wie Computergegner, wie von Henting, der sagt:

"Blicke ich auf die Schulwirklichkeit, bin ich geneigt zu sagen:

  • Alles, was man pädagogisch erreichen will, erreicht man besser ohne den Computer.

  • Alles, was man pädagogisch vermeiden will, vermeidet man besser ohne ihn.

  • Alle Dummheiten, die die Schule macht, macht sie mit ihm verstärkt

  • Das, was man nur mit dem Computer lernen kann, ist herzlich wenig und kann kurz vor der Entlassung in die Arbeitswelt... realistischer und wirksamer absolviert werden. " (Aus [2], Seite 30.)

Der Computereinsatz in der Grundschule erfordert sehr hohe finanzielle Mittel und so lautet die Frage eines Kultusbeamten: Schon in der Oberschule sind finanzielle Mittel knapp, wie sollten sie in der Grundschule vorhanden sein?" Wenn schon Grundschüler mit Gewinn auf Computer als Werkzeuge zurückgreifen können, mit welchem Argument wollte man Sekundarschülern derartige Systeme im Klassenraum enthalten?

Es liegen also, nach Untersuchungen keine hinreichende Beweise dafür vor, dass mit der Hilfe von Computern Lernfortschritte zu verzeichnen sind, die einen entsprechenden Einsatz des Computers in der Grundschule rechtfertigen.


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1.4 Kriterien für den Computereinsatz

Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Argumente für den Computereinsatz in der Grundschule. So"(...) finden - im Vergleich zum herkömmlichen Unterricht - häufiger Interaktionen zwischen den Kindern statt, diese sind (lern-) zielorientierter, die Kommunikation findet weniger mit der Lehrperson und eher mit den jeweiligen Gruppenmitgliedern statt, und ein großer Teil besteht aus wechselseitigen Bestärkungen." (Aus [1], Herrmann, Volker: Computer in der Grundschule: Anspruch und Wirklichkeit, Seite 56.) Als ein neues Medium, durch das ständige Feedback und die selbstbestimmte Kontrolle wirkt der Computer hochgradig motivierend. Während individuelle Lernfortschritte und -geschwindigkeiten ermöglicht werden ist der Computer objektiv, neutral und wertfrei, so dass eine angenehme Atmosphäre für den Schüler herrscht. Außerdem können einige Erziehungs- und Unterrichtsziele mit Hilfe des Computers und kindgerechter Software leichter, interessanter, effektiver und zeitgemäßer werden, so dass verschiedene Lernprozesse erleichtert werden. Weitere Vorteile beim Arbeiten mit dem Computer sind:

  • sofortige RückmeIdung über Erfolg und Misserfolg

  • Anpassung an den individuellen Entwicklungsstand

  • der Lernende bestimmt sein Lerntempo

  • hohe Arbeitsintensität

  • neue Möglichkeiten der individuellen Diagnose und gezielter Intervention

  • Hilfsmittel bei der Veranschaulichung abstrakter Vorgänge

  • die Möglichkeit neuer kooperativer Arbeitsformen, insbesondere bei der Textverarbeitung und die Möglichkeit bei der Auswertung der schriftsprachlichen Kommunikation

  • Erleichterung des Schreiblernprozesses durch eine zeitliche Entzerrung der Schreibkomponenten

  • Die Möglichkeit Druckvorlagen zu erstellen (Publikationsmöglichkeiten)

  • Relativierung der Bedeutung der Schreibmotorik im Schreiblernprozess, unterstützende Hilfe bei entsprechenden Defiziten

  • Förderung und Anregung entdeckender Lernprozesse in Verbindung mit schriftsprachlicher Verarbeitung und Verbreitung

  • Besondere Eignung bei lernspezifischen und körperlichen Behinderungen

Es gibt also im Gegensatz zu den negativen Kriterien auch eine ganze Reihe positiver Argumente, die jeweils im Zusammenhang mit der Software gesehen werden müssen, worauf ich in 2.3 noch näher eingehen werde.


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2 Der Computereinsatz im Deutschunterricht

2.1 Der Schreibprozess

Schreiben ist ein Wechselspiel zwischen sozialen, geistigen und technischen Prozessen, die sich gegenseitig beeinflussen. Schreiben als sozialer Prozess erfolgt innerhalb eines schreibkulturellen Beziehungsgeflechts, das Anregung und Unterstützung gibt, aber auch Entmutigung oder Abwehr bewirken kann. Das Schreiben bewirkt eine geistige Interaktion mit sich selbst. Indem der Schreiber sich selbst und alle Komponenten während des Schreibprozesses wahrnimmt und beurteilt, kann er Veränderungen vornehmen, nicht nur am Text sondern auch an den Komponenten, so dass er gedanklich zwischen mehreren Komponenten hin und her springt. Ein wesentliches Problem des Schreibens ist das Spannungsverhältnis zwischen diesem hin und her springen und der linearen Struktur des Textes. Durch die herkömmliche Schreibtechnik ist der Schreiber gezwungen, den linear zu strukturierenden Text auch weitgehend linear zu erzeugen. Es wird so verlangt, dass der Text innerlich möglichst so zustande gebracht wird (bevor er verschriftlicht wird), so dass er äußerlich zu präsentieren ist. Der Schreiber befindet sich also in einem störenden Spannungsverhältnis, welche den Text beeinflusst.

Der Computer ermöglicht dagegen ein ganz anderes Verhältnis zwischen dem geistigen und dem technischen Prozess. Er erlaubt dem technischen Prozess, sich an das hin und her springen anzupassen, so dass der Schreiber das lineare Produkt nicht auf entsprechend lineare Weise produzieren muss. So kann der Schreiber Hemmungen abbauen und einfach drauflosschreiben. Die vielen Schreibkomponenten werden entzerrt, so dass sich der Schreiber zuerst auf den Inhalt, dann auf die Formulierung und später auf die Rechtschreibung konzentrieren kann.

So geht es nicht natürlich nicht nur Erwachsenen, sondern auch Kindern. Wenn Kinder ihre Texte mit der Hand schreiben, kann man feststellen, dass sie ihre Schreibideen häufig zu Papier bringen. Wenn jedoch die erste Begeisterung vorbei ist, wird der Text abrupt beendet, da das Interesse den Text zu überarbeiten nicht vorhanden ist.

Der Computereinsatz soll den Schülern dagegen helfen, die Textarbeit von Anfang an als ein Prozess zu begreifen, sie ermutigen, Veränderungen wie Ergänzungen, Streichungen und Korrekturen vorzunehmen und sie von dem Schreiben per Hand zu entlasten.


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2.2 Nutzung des Computers im Lese- und Schreibprozess

Auch bei Kindern in den Eingangsklassen einer Grundschule im Laufe des ersten Schuljahres ist es sinnvoll Computer als Schreib- sowie als Lesewerkzeug einzusetzen.

Die Lese- und Schreibmotivation kann bei Kindern dazu führen, die Entwicklungsdifferenzierung deutlich zu verringern. Aufgrund der Heterogenität der Klassen ist in der Regel ein gleichschrittiges Vorgehen im Schreiblernstoff nicht möglich. Mindestens phasenweise müssen die Kinder je nach ihrem Schreiblernstand unterschiedliche Aufgaben erhalten, wobei auch der Computer dementsprechend wesentliche Hilfestellung leisten kann, da er auf die individuellen Besonderheiten eines jeden Schülers eingehen kann.

Zudem können auch mit Hilfe des Computers einige Kinder schon bei Schuleintritt lesen und schreiben, wodurch natürlich die Differenzierung im Unterricht noch größer werden muss. Ein Medium dieser Differenzierung ist der Computer, wobei gesagt werden muss, dass der Computer und die entsprechende Software nicht andere traditionelle Arbeitsmittel ersetzen oder verdrängen kann. Sie führen eher zu einer Erweiterung der Arbeitsmittel und Arbeitsformen und einer Akzentverlagerung innerhalb der Lernorganisation einer Schülergruppe.

So kann der Computer im Frontalunterricht, in Einzelarbeit, sinnvoller aber in Paar- oder Kleingruppenarbeit erfolgen. Zur Programmeinführung sollte die erste Stunde mit einer 15-minütigen Erklärung der Aufgabenstellung, der Hard- und Softwarebedienungen und des organisatorischen Ablaufs beginnen. Man kann anfangs den Computer vorne im Klassenzimmer aufstellen und gemeinsam mit den Kindern einige Übungen durchführen. Nachdem die Schüler mit dem computergestützten Üben vertraut sind, kann das Arbeiten zu zweit oder zu dritt in einer Ecke jeweils für fünf Minuten angegangen werden.


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2.3 Nutzung der entsprechenden Software im Lese- Schreibprozess

Mit entsprechender Software ist der Computer ein Medium, das die Lern- und Arbeitsmotivation, hohe und ausdauernde Konzentration, anhaltende Schreibmotivation und gesteigerte Bereitschaft Texte zu überarbeiten und zu korrigieren fördert. Außerdem kann die Arbeit mit entsprechender Software

  • den Schreib- und Leselernprozess fördern und dabei auftauchende Probleme reduzieren,

  • komplexe Schreibprozesse aufspalten und dadurch unterstützen und erleichtern,

  • durch diese Vereinfachung und die Korrektur-, Umstrukturierungs- und Gestaltungsmöglichkeiten die Motivation erhöhen

  • und zu typografischen Experimenten und Reflexionen anregen.

Die entsprechende Software ermöglicht eventuell vielfältige, zum Teil völlig neue, nämlich kooperative bzw. "dialogische" Formen der Textentwicklung und eine sukzessive Textüberarbeitung.


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3 Die daraus resultierenden Folgen

3.1 Konsequenzen des Computereinsatzes für die Schüler

Auf viele Kinder wirkt sich die Möglichkeit am Bildschirm zu arbeiten motivierend aus, da Korrektur- und Druckmöglichkeiten bestehen. (Wie schon teilweise in 1.4 beschrieben.) Aus zahlreichen Versuchen ergab sich, dass sich entweder für Kinder positive Effekte im Schreiben mit dem Computer herausstellte oder eben nicht, so dass sich der Computer für diese Kinder als ein anderes Schreibwerkzeug darstellte. Als wesentlicher Punkt für die Kinder muss das spurenlose Korrigieren und die Trennung einzelner Arbeitsschritte erwähnt werden. Außerdem ist das Schreiben an einer Tastatur weniger ermüdend und der Vorteil verschiedener Schriftarten ist gegeben.

Auch Grundschüler erkennen sehr schnell die aus dem Computer resultierenden Vorteile:

  • Schreibfehler lassen sich jederzeit und ohne Spuren korrigieren,

  • Satzzeichen können ebenso eingefügt werden, wie vergessene Begriffe,

  • neue Gedanken können nachträglich eingebaut werden,

  • der Text kann sukzessiv überarbeitet werden, der Schüler muss sich nicht auf mehrere Aufgaben gleichzeitig konzentrieren,

  • einzelne Teile des Textes können korrigiert werden, ohne dass der Zwang besteht den ganzen Text noch einmal abschreiben zu müssen,

  • Texte können nachträglich schrittweise in der Qualität verbessert werden,

  • das Schreiben am Bildschirm trennt den Schreibvorgang von der Schriftausgabe mittels Drucker,

  • die Lesemotivation bei selbst geschriebenen Texten ist höher als bei Fibeltexten,

  • Absätze können im nachhinein gebildet werden und der Text kann positioniert werden

  • und die Ausdrucke können eine hohe Qualität erreichen. Diese Möglichkeit wie ein Erwachsener zu publizieren, vermag das Selbstbewusstsein der Schüler zu stärken.

Außerdem ist mit dem Umgang des Computers die aktive Rolle des Lernenden von Bedeutung sowie das erforschende und entdeckende Vorgehen. "Lernen ist nicht bloße Kopie von Modellen, nicht das passive Komplement zur Lehre. Unterricht als zielgerichtete Vermittlung von Erfahrung wird um so wahrscheinlicher Erfolg haben je angemessener er Lernbedingungen arrangiert (...) Kinder können nicht 'belehrt' werden, sondern es sollte ihnen die Herausforderung ermöglicht werden, Dinge selbständig zu erforschen. " (Aus [1]. Krauthausen Günter: Von 'Futterprämien' und kognitiven Werkzeugen, Seite 89)

Allerdings hängt sehr viel von dem konkreten Programm und seinen technischen Möglichkeiten ab, welche die Konsequenzen entweder positiv oder negativ beeinflussen können.

Aus pädagogischer und lernpsychologischer Sicht ist das computergestützte Lernen für Kinder besonders motivierend wenn,

  • bei richtiger Lösung der Erfolg sofort bestätigt wird,

  • nach Fehlern sofort eine Lernhilfe gegeben wird,

  • ein eigenes Arbeitstempo ermöglicht wird,

  • individuelles Leistungsvermögen vorhanden ist,

  • der Lehrer das Anforderungsniveau anpassen kann,

  • der direkte Leistungsvergleich in der Gruppe entfällt,

  • ein schnell lernendes Kind selbständig weiterlernen kann,

  • schwächere Kinder ermutigt werden

  • und Kinder mit geringen Deutschkenntnissen individuell gefördert werden.

Da Kinder neugierig sind, Wissensdrang haben und keine Angst oder Scheu vor der Technik haben, kann der Computer im Unterricht ebenfalls gut eingesetzt werden. Da viele Kinder schon Vorerfahrungen haben, lastet auch nicht die ganze Arbeit auf dem Lehrer. Kinder mit Computererfahrungen können geschickt anderen Kindern die nötigen Arbeitsschritte erklären und können so als Helfer eingesetzt werden.


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3.2 Konsequenzen des Computereinsatzes für den Unterricht

Für den Unterricht gilt, dass der Einsatz vom Computer das Mehrdimensionale Lernen, also das Lernen mit allen Sinnen, ergänzt.

Zur Individualisierung ist zu sagen, dass entsprechende Lernprogramme das Lernangebot auf die jeweiligen Stärken und Schwächen abstimmen können.

Auch die Selbsttätigkeit ermöglicht der Computer in vielfältiger Form. An erster Stelle steht das Erfassen und Erstellen von Texten und die unbegrenzte Korrekturmöglichkeit, die den Kindern Mut macht. Außerdem ist es möglich mit Hilfe der Kinder Lernmaterial anzufertigen.

Die Kooperation wird durch die Arbeit mit dem Computer in jeder Hinsicht gefördert, da den Kindern die gegenseitige Hilfe selbstverständlich erscheint. Je anspruchsvoller die Projekte werden, desto unumgänglicher wird die Kooperationsbereitschaft.

Die Kreativität wird von der Arbeit mit dem Computer weder behindert noch stellt sie sich automatisch ein. Der Rechner soll das Singen oder Malen nicht ersetzen, er soll nur dabei helfen, die Leistungen der Schüler im musischen Bereich optimal zu konservieren und zu präsentieren.

Die Motivation zum Lernen und zur Freude an der Schule fördert der Computer langfristig nicht wegen seiner momentanen Aktualität, sondern aufgrund der oben angegebenen Eigenschaften. Der Computer stellt eine Herausforderung für die Kinder und ebenso für die Erwachsenen dar, wo es etwas zu entdecken gibt.

Die Chancengleichheit zu fördern gehört zu den Kernaufgaben der Grundschule, die im Zusammenhang mit dem Computer auf drei Aspekte zurückzuführen ist. Da der Zugang zum Computer von sozialen Faktoren abhängig ist, ist es nur positiv, dass schon Kinder im Grundschulalter mit ihm konfrontiert werden. Die Gleichsetzung von Technik und der Männerwelt ist ein weiteres Problem, was mit den Computereinsatz in der Grundschule schon frühzeitig überbrückt werden kann. Und das Zukunftsproblem, in dem unser Bildungssystem, was die Einbeziehung des Computers betrifft, mindestens ein Jahrzehnt hinter den angelsächsischen Ländern hinterherhinkt.

Neu und noch zu wenig reflektiert ist die Zukunftsorientierung, da die Erkenntnis, dass die Arbeit mit dem Computer eine Kulturtechnik darstellt, die unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen wird, noch nicht vorhanden ist.

Außerdem gilt für den Unterricht weiter, dass das individuelle Lernen ermöglicht wird, was allerdings auch im Wochenplanunterricht oder der Freiarbeit möglich ist. Die adaptive Wissensbereitstellung ist ebenfalls möglich, da der jeweilige Schüler individuellen Zugriff auf eine Wissensbasis, aus der er sich das für ihn passende aussuchen kann. Das interaktive Lernen ist wie beim kooperativen Lernen gegeben, ebenso wie das entdeckende Lernen. Zudem werden Vergleiche ermöglich, indem das konzeptuelle Lernen, die Metakognition und das lebenslange Lernen vorhanden sind.


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3.3 Konsequenzen des Computereinsatzes für den Lehrer und die Schulverwaltung

Da ein großer Teil in der Arbeit der Grundschule darin besteht, Materialien zusammenzustellen, didaktisch aufzuarbeiten, den Bedürfnissen und den Möglichkeiten der Kinder anzupassen und dabei die Materialien motivierend zu gestalten, kann ein geeigneter Computer der Grundschulpädagogik von Nutzen sein.

Mit Hilfe des Computers kann der Lehrer Arbeitsbögen und Overheadfolien erstellen und zudem die so gefertigten Materialien auf elektronischen Weg abspeichern, um sie bei passender Gelegenheit wieder verfügbar zu machen. Außerdem ist es möglich die abgespeicherten Seiten mit geringem zeitlichen Aufwand so abzuändern, dass sie in einer neuen unterrichtlichen Situation den Bedürfnissen der Kinder angepasst werden können.

Ein weiteres positives Merkmal für den Lehrer ist, dass die Möglichkeit besteht, fertige elektronisch gespeicherte Bilder zu verwenden und in die Arbeitsbögen mit einzubinden. Mit Hilfe eines Scanners ist es sogar möglich beliebige Bilder aus Zeitschriften oder Büchern einzuscannen und am Computer weiterzuverarbeiten, so dass sie den entsprechenden Anforderungen in die Arbeitsbögen eingepasst werden können.

Ein weiterer Bereich, in dem der Computer eine große Hilfe sein kann, ist bei der Erstellung von Selbstlernspielen und Ordnungshilfen für offene Unterrichtsformen, wie der Freiarbeit oder der Arbeit mit dem Wochenplan.

Moderne Computer lassen sich also bei der Organisation von Unterricht sehr vielfältig nutzen, was sich nicht nur positiv auf den Lehrer sondern auch positiv auf die Schüler und deren Lernen auswirken kann.

Von grundlegender Bedeutung für dieses Thema ist dabei die eigene Erfahrung des Lehrers mit der Computernutzung. Entdecken die Lehrer den Wert des neuen Werkzeugs für ihre eigene Arbeit, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch eine Erprobung in Teilbereichen ihres Unterrichts ins Auge fassen. Die Frage der Arbeit mit dem Computer wäre demnach eine Generationsfrage.

Um einem Missverständnis vorzubeugen: Es wäre völlig falsch, wenn man als Lehrer in eine Torschlusspanik verfällt und umgehend Computer in den Klassenraum stellt. Es wird auch zukünftig guten Grundschulunterricht ohne Computereinsatz geben können. Die Zahl der Computer ist weder heute noch morgen Gradmesser für einen guten Unterricht. Mittelfristig wird aber jede Grundschule eine überzeugende medienpädagogische Antwort auf die außerschulischen Computererfahrungen ihrer Kinder finden müssen.

1) Die Arbeit mit dem Computer erfordert eine eingehende Vorbereitung, wozu es gehört, dass sich der entsprechende Lehrer mit ausgewählter Anwendung vertraut macht.

2) Er muss die Überzeugung vom Nutzen des Computers gewinnen.

3) Zudem sollte er der Frage der Bedeutung der Textverarbeitung für den Schriftspracherwerb und die Förderung von Schreibprozessen nachgehen.

4) Falls er der Bedeutung positiv zustimmen kann, dann sollte er ein geeignetes Textverarbeitungsprogramm suchen und sich um die Frage der Finanzierbarkeit kümmern.

Zudem muss gesagt werden, dass der Computer den Lehrer in keinster Weise aus dem Unterricht verdrängen wird. Im Gegenteil, er ist lediglich sinnvoll auf der Ebene der Arbeitsentlastung des Lehrers als auch auf der Ebene des differenzierten Unterrichtsgestalten des Lehrers. Je nach Unterrichtsgegenstand des Kindes kann der Computer durchaus eine wesentliche Hilfestellung für den Lehrer leisten.

Der Computer macht den Lehrer nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil: Der Einsatz des Computers im Grundschulunterricht fördert einen kompetenten Pädagogen. Schlechte Lehrer wären auch mit diesem Medium nicht in der Lage, die Defizite ihres Unterrichts zu überwinden. Ebenso wenig kann ein gehäufter Computereinsatz schulpolitische Defizite wie beispielsweise den Mangel an Lehrkräften- beheben. " (Aus [2], Seite 28.)

Die Grundschule muss kompensatorisch und aufklärend wirken, wobei zu dieser Aufklärungsarbeit auch eine offensive medienpädagogische Komponente gehört, die sich der Medienwirklichkeit der Kinder zu stellen hat, anstatt in eine vor-industrielle Idylle zu flüchten.

In der Schulverwaltung kann der Computer wesentlich dazu beitragen, die Verwaltungsarbeit zu schaffen und zu erleichtern. So lassen sich beispielsweise Einladungen, Erinnerungen und Mitteilungen abspeichern und bei Bedarf abrufen.

Ein anderes Votum für den Computereinsatz in der Verwaltung liegt im Bereich der Führung von Schülerdaten, die jeder Zeit erneuert werden können.

Das heißt also, dass es nicht nur notwendig ist in dem Klassenraum den Computereinsatz zu ermöglichen, sondern auch der gesamten Lehrerschaft und Verwaltung. Schließlich heißt es nicht um sonst "mit gutem Beispiel vorangehen". Wenn nicht einmal Lehrer in der Lage sind als Vorbild zu fungieren, indem sie Computer anwenden, wie sollen dann Schüler verstehen, was sich alles hinter einem Computer verbirgt.

Wenn nun ein Computer im Klassenraum steht wird der Lehrer zum Helfer, Beobachter und Berater. Er könnte das Problem Computer im Unterricht so angehen, dass er einem Kind zeigt, wie geschrieben, markiert und die Schrift verändert wird. Dann könnte mit dem Helfersystem weitergearbeitet werden: Ein Kind zeigt dem nächsten, was zu tun ist. So ist der Lehrer entlastet und muss nicht dauernd neben dem Computer stehen, was ebenfalls in 3.1 beschrieben wurde.


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4 Internet

4.1 Grundschule online

"Ein Computer ohne Internet- Anschluss ist nur eine halbe Sache. Das gilt auch in der Grundschule. Man muss nicht oft online sein, aber der Zugang zum weltweiten Netz sollte immer möglich sein."

Am Computer ohne Anschluss kann man im stillen Kämmerlein arbeiten. Auf Dauer fehlt jedoch etwas Wesentliches. Es liegt im Wesen dieser Apparate, dass sie über den ganzen Globus miteinander verbunden sind. Das ist kein Luxus sondern notwendig.

Online sein hat zwei Aspekte: Nehmen und geben. Was dem Netz für die Schule und den Unterricht zu entnehmen ist, muss überhaupt erst entdeckt werden. Damit wir in dieser Hinsicht vorankommen, sollten wir allerdings auch unsere Bereitschaft entwickeln, unsere Schule, das was an unserer Schule geschieht, über das Netz an andere weiterzugeben." (Aus [3], Büchner, R.,C.H.: Grundschule online, Seite 170.)

Das Internet bietet als Informations- und Kommunikationsmedium eine Kombination aus Text, Bild und Ton. Es entwickelt sich sehr schnell und verändert sich ständig, fast täglich weit. Während ein einziger Computer eine mehr oder weniger begrenzte Menge an Informationen bietet, ermöglicht das Internet durch die weltweite Vernetzung von Millionen Computern einen Zugriff auf das gesamte "Weltwissen". Der Computer bietet vor allem in Verbindung mit dem Internet völlig neue Möglichkeiten kommunikativen Lernens. Kommunikation ist die Kontaktaufnahme mit anderen. (siehe Schlussfolgerungen)


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5 Hard- und Software

5.1 Welche Programme gibt es?

Es gibt verschiedene Programme, die hier kurz aufgelistet sind:

1) Übungsprogramme zur Förderung des Schreib- und Leselehrganges

2) Drill- and- Practice- Programme mit oder ohne Adaptions- bzw. Individualisierungsmöglichkeiten

3) Etwas komplexere Lern- und Übungsprogramme

4) Technisch komplexe Programme mit digitalisierter Sprachausgabe

5) Diktat- Trainingsprogramme mit natürlicher Sprachein- und -ausgabe

6) Einfache sprachbezogene Lernspiele

7) Schriftsprachliche Computerspiele, in denen die Schreib- und Lesefertigkeit im Kontext von Spielaufgaben trainiert wird

8) Offene Anwendersoftware

So gibt es beispielsweise das Programm "Creative Writer" von Microsoft, welches nicht mehr aktuell ist, aber weit verbreitet ist. Der Nachfolger Junior Schreibstudio" ist ähnlich aufgebaut. Das Programm ist so konzipiert, dass jeder Benutzer, also auch jeder Schüler der Klasse und bei Gruppenarbeit, jede Gruppe den eigenen Namen eingeben kann. Klickt man bei einer späteren Nutzung dann seinen Namen an, kommt man automatisch beim.öffnen" an seinen "Koffer". Dort sind alle Dokumente, die gespeichert wurden abgelegt. Die Comic-Figur Mc Zee begleitet durch ein virtuelles Haus, in dem die verschiedene Arbeitsmöglichkeiten untergebracht sind: Die Projektwerkstatt, die Ideenwerkstatt und die Schreibwerkstatt. Mc Zee hilft bei auftretenden Schwierigkeiten, kann aber, wenn er nicht mehr erwünscht ist, per Mausklick abgeschaltet werden.

Dann gibt es noch das Programm Auer Lesewelt. Die Schüler sehen ein Bild und hören das dazugehörige Wort. Daneben bekommen sie auf dem Bildschirm die benötigten Buchstaben angeboten, die sei mit der Maus in den vorgegebenen Wortrahmen ziehen müssen. Nacheinander erscheinen fünf Wörter, die gelesen werden müssen, die man sich aber auch zur Kontrolle vorlesen lassen kann. Die Kinder sollen das zum Bild passende Wort erkennen und anklicken. Nach der richtigen Lösung erscheint das nächste Bild.

"Der kleine Tiger braucht ein Fahrrad" ist eine CD-Rom, bei der es sich um eine Geschichte des kleinen Tigers handelt, der sich ein Fahrrad wünscht. Er lernt dabei, welche Teile ein verkehrssicheres Fahrrad haben muss, welche wichtigen Verkehrszeichen auch ein kleiner Tiger kennen muss und wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält. Aus der Geschichte heraus oder in einem abgetrennten Spielteil werden die wichtigsten Regeln in Puzzles, Malbildern und Frage-Antwortspielen nochmals vertieft.

Die COMLES Familie besteht aus sieben Teilen:
1. Lokführerin Lilli in der Buchstabenfabrik
2. Abenteuer mit Rudi Wieselwurm
3. Reise mit Käpten Tom
4. Mano mit dem Lesepfeil
5. Der lustige Briefkasten
6. Mit Lalipur in die Schatzkammer
7. Rechnen mit Fahrstuhlführer Felix

1. "Lokführerin Lilli in der Buchstabenfabrik" ist ein attraktiv gestaltetes Übungsprogramm, in dem die Schüler vom Computer vorgesprochene Wörter nachschreiben und Wörter aus Silben bzw. Sätze aus Einzelwörtern zusammensetzen lernen.

2. Das Programm "Abenteuer mit Rudi Wieselwurm" besteht aus einem Lexikon und einer Spielhandlung. Im Lexikonteil können die Schüler Bildausschnitte, Sprachlaute und Schriftzeichen einander zuordnen. Die Spielhandlung im zweiten Teil zeigt ihnen den Wurrn Rudi, der Wörter aus richtigen Buchstaben in der korrekten Reihenfolge zusammensetzen hilft.

3. Außerdem gibt es noch ein Leselernprogramm, "Reise mit Käpten Tom". Es verbindet "Schriftspracherfahrung mit einer attraktiven Spielhandlung". Das Krokodil Tom möchte mit bestimmten Buchstaben oder Wörtern gefüttert werden und gibt bei jeder richtigen Eingabe seiner Zufriedenheit lautstark Ausdruck.

4. "Mano mit dem Lesepfeil" ist ein Leseprogramm zum Lesen und nachschreiben für Schüler der 2. bis 5. Klasse. Zu den Lesetexten werden Verständnisfragen, mit der Möglichkeit mehrere Antworten zu geben, gestellt.

5. "Der lustige Briefkasten" ist ein Textverarbeitungsprogramm für die 2. bis 5. Klasse, das ein Rechtschreiblexikon mit ca. 5000 Wörtern beinhaltet und das Schreiben von Formbriefen unterstützt.

In "Lalipur in der Schatzkammer" geht es um das Üben eines Grundwortschatzes. Als Lernziele des Programms werden genannt: Förderung der selektiven Aufmerksainkeit, Entwicklung planvoller Wahrnehmungsstrategien, Festigung und Aufbau eines visuellen Lexikons. Ort der Spielhandlung ist eine Schatzkammer, die die Schüler jedoch nur erreichen, wenn es ihnen gelingt, die verschlossenen Türen zu öffnen. Jede Tür ist durch fünf Riegel gesichert. Um einen Riegel zu öffnen, müssen die Schüler ein kurz eingeblendetes Wort nachschreiben. Der Flaschengeist Lalipur hilft ihnen dabei. Mit Hilfe seiner Wunderlampen können die Schüler das betreffende Wort etwas länger sehen. Je mehr Wunderlampen sie anzünden, desto länger ist es auf dem Bildschirm sichtbar. Da aber insgesamt eine begrenzte Anzahl an Lampen zur Verfügung steht, muss jeder Schüler genau abwägen, wie viele er einsetzen will. Die Kinder werden immer über die noch vorrätigen Lampen informiert. Die Schüler müssen ihre Wunderlampen so einteilen, dass sie auch das letzt Lösungswort lange genug betrachten können. Wenn alle Riegel und Türen geöffnet sind, erscheint Lalipur in der Schatzkammer mit einer Belohnungsnachricht für das Kind. Außerdem können die Schüler zwischen zwei Schwierigkeitsstufen wählen, oder die Schwierigkeitsstufe durch die Zeit oder die begrenzte Anzahl der Wunderlampen erhöht werden. [8]

Für die Herstellung von Rechtschreib- und Freiarbeitsmaterialien eignen sich alle Textverarbeitungsprogramme wie zum Beispiel: Lotus Ami Pro, Microsoft Word oder Desktop Publishing-Programme, wie Microsoft Publisher.

Unter Anhang B sind weitere Lernprogramme, die nicht nur dem Deutschunterricht dienen, aufgelistet, während Anhang A einige Anbieteradressen für Kinderlernsoftware enthält, bei denen man nach Informationsmaterial bitten kann.


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5.2 Anforderungen an Hardware

Die Anforderungen verändern sich natürlich fast von Tag zu Tag.

Durch die gesunkenen Preise bei gleichzeitiger Steigerung der Rechenleistung sind heutzutage alle verkauften PC's bei Verbrauchermärkten wie beispielsweise "ALDI" für den Grundschuleinsatz mehr als ausreichend. Problem könnte es nur bei PC's geben, die unterhalb des Pentiums angesiedelt sind und weniger als 16 MB Speicher haben. Der Farbmonitor sollte mindestens 17 Zoll und gute Qualität haben. Außerdem sollte eine gute Soundkarte und ein Drucker vorhanden sein. Zudem müssten ergonomische Gesichtspunkte eingehalten werden.


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5.3 Anforderungen an Software

Auch bei der Software verändern sich ständig die angebotenen Programme. So sind einige Anforderungen an Programme die gut lesbaren und in Größe und Schriftart veränderbaren Buchstaben. Die Tastatur sollte mit einem Spracherzeuger gekoppelt sein und Einprägungshilfen und Schlüsselbegriffe besitzen. Das Gerät muss über einen Grundwortschatz über natürlich ausgesprochner Wörter verfügen und bei Lesetexten sollte der Computer durch Mausklicken oder Berührung die entsprechenden Wörter aussprechen.. Zum Texte verfassen sollte dem Kind ein thematisch organisiertes Lexikon mit Situationsbildern zur Verfügung stehen.

Als Lehrer sollte man sich die Fragen stellen:

1) Erfüllt das Programm tatsächlich den Zweck?
2) Wird das spezifische Potential des Mediums ausgeschöpft?
3) Ist der Aufwand angemessen?
4) Sind keine negativen Nebenwirkungen zu befürchten?

Außerdem sollte Lernsoftware nach Lothar Brey Eigenschaften haben, wie:

  • Start where you stopped (SWYS): ein Programm, bei dem man dort anfangen kann, wo man aufgehört hat

  • Multi-User-Fähigkeiten (MU): ein Programm muss von mehreren Schülern nacheinander genutzt werden können, ohne dass der "Level" des Vorherigen gelöscht wird

  • One after another (OAA): dem Lehrer muss es ermöglicht werden, mehrere Programmteile oder Programme hintereinander zuschalten

  • Handling by teacher (BBT): einzustellender Schwierigkeitsgrad bzw. Schwierigkeitsgrad selbst abstimmen und entsprechende Hilfe anbieten

  • Multimedial Monsters (MM): Überschaubare Häppchen

  • Regionaler Bezug: Lehrer sollte eigene Lerninhalte in das Programm integrieren können

  • Selbsterklärung und Hilfefunktion

  • Partner- und Gruppenarbeit: Programme sollten Partner- und Gruppenarbeiten miteinbeziehen

  • Ruheinseln und Pausen: der Übende soll zum Abschalten aufgefordert werden

  • Fehleranalyse und individuelle Übungen: Programme sollten in der Lage sein, einen individuellen Übungsablauf zusammenzustellen

  • Mehrkanaliges Lernen: gute Bedingungen von Sound und Animation

  • Lernen ohne Computer: Computerlemprogramme sollten den Schüler dazu auffordern, sich anderer, noncomputeraler Lernformen zu bedienen

  • Lehrplanorientierung: wobei es Schwierigkeiten bei der Übereinstimmung in den Bundesländern gibt

  • Gegenseitiges Vertrauen: gute Lernsoftware beruht auf einem kooperativen Miteinander zwischen Schule und Herstellern

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6 Ergebnisse

6. 1 Schlussfolgerungen

Grundsätzlich stimme ich mit den Konsequenzen für den Unterricht, die Schüler und den Lehrer überein, jedoch ist wichtig zu unterscheiden in welchen Situationen es angemessen ist den Computer zu benutzen oder nicht, denn Computereinsatz heißt nicht gleich besserer Unterricht.

1985 und 1989 gab es politische Vorgaben der Bund- Länder- Kommission, welche den Computereinsatz in der Grundschule tabuisierte und damit die Grundschule von einer internationalen Entwicklung abkoppelte. 1992 forderte Wolfgang Klafki die Grundschule auf, eine..kritische informations- und kommunikationstechnologische Grundbildung" als Moment einer neuen Allgemeinbildung einzuführen, womit auch ich übereinstimme.

Allerdings ist es meiner Meinung nach nicht notwendig, wie auch schon in 3.3 beschrieben, eine überstürzte Einführung des Computers in die Grundschule zu geben, genauso wenig, wie eine diffuse Technikfurcht vor dem Computer als Medium zu haben, da die Gegenwärtigkeit neuer Medien von Kindern als Selbstverständlichkeit akzeptiert werden. Kinder haben dem Computer, wie allem Neuen, gegenüber keine Scheu. Sie gehen mit ihm um, neugierig, begeistert, gelangweilt, distanziert, wie sie mit anderen Dingen auch umgehen.

Weizenbaum: "Ich habe bisher nur eine Erklärung für diese Faszination gefunden: Es handelt sich um junge Menschen, die gerne Fragen stellen, die auf Fragen auch Antworten bekommen wollen. Vor allem Schüler wollen in der Schule auf ihre vielen Fragen Antworten bekommen, die sie oft nicht erhalten; und wenn sie dann ein Instrument befragen und daraus wirklich auch Antworten bekommen, dann sind sie davon fasziniert, dass sie Erfolgserlebnisse haben, dass sie sogar auch das Erlebnis haben einen Computer beherrschen zu können, also endlich einmal eine Sache in der Welt zu beherrschen und nicht ständig selbst beherrscht zu werden (…)". (Aus [1], Krauthausen.H.: Plädoyer für eine pädagogisch didaktische reflektierte Diskussion zum Computereinsatz in der Grundschule, Seite 34.)

Kinder sollten nicht von dem Medium Computer ferngehalten werden. Die schulische Nutzung soll den Computer als ein Medium zeigen, mit welchem das Kind kreativ umgehen kann und mit dem die Kompetenz des Nutzens in vielfältiger Weise gesteigert werden kann. Ein Ausschließen des Computers an Grundschulen würde meiner Meinung nach an der Wirklichkeit vorbeigehen, da der Computer mittlerer Weile überall im täglichen Leben präsentiert wird. Deshalb sollten auch Kinder den Computer programmieren.

Deshalb sollte sich jeder mit dem Problem bzw. der Herausforderung zum Computereinsatz in der Grundschule auseinandersetzen, da kein Weg daran vorbeiführt, sich mit diesem Medium zu beschäftigen. Auch wenn sich viele Lehrerinnen und Lehrer dagegen sträuben, sich mit dem Thema Computer gedanklich auseinander zu setzen, ist es für die Zukunft wichtig alle Meinungen der Mitmenschen einzuholen. Dabei ist natürlich Engagement und Innovationsbereitschaft von Lehrerinnen und Lehrern notwendig, die sich allerdings nicht in Euphorie verwandeln sollte.

Es schadet nicht, wenn der Lehrer sich die Maschine, die hier instrumentales Medium des Lernens wird, selbst hinlänglich gut aneignet. Er sollte Konfiguration und Software haben, die ihm selbst und den Kindern keinen besonderen Stress bereiten. Der Lehrer muss aber nicht unter alles Umständen vor allen Kindern einen Vorsprung haben. Im Gegenteil: es ist meiner Meinung nach eine ausgezeichnete Lernsituation, wenn ein paar Kinder dem Lehrer oder der Lehrerin helfen können. Allerdings sollte der Lehrer, wenn er selbst dem Computer ablehnend gegenübertritt auf keinen Fall in eine Lernumgebung bringen. Denn ein guter Lehrer kann man nur sein, wenn man mit Überzeugung eine Sache vertritt. Gute Lehrer fügen Computer in Lernumgebungen ein, weil sie Freude daran haben und ein freudiges Lernen ermöglichen wollen.

Dabei ist es für den entsprechenden Lehrer mit einer einmaligen Pro- und Contrasammlung nicht getan, da verschiedene Kinder sehr unterschiedlich auf das neue Medium ansprechen und es zudem noch weiterer Arbeit bedarf.

1) Zuerst sollte sich der Lehrer mit entsprechender Literatur vertraut machen.

2) Dann sollte er seine eigene Sensibilisierung durch konkreten Umgang mit den Rechner machen.

3) Zunächst muss er die Angebotspalette der Unterrichtssoftware sichten und auswählen.

4) Dann sollte er die Nutzung des Computers als persönliches Medium im Rahmen zur
Unterrichtsplanung anerkennen.

5) Und schließlich sollte er auch schulinterne Fortbildungen besuchen und persönliche Weiterbildung betreiben.

Denn im Computer selbst stecken keinerlei didaktische Qualitäten, diese kommen erst ins Spiel durch einen Einsatz im Rahmen eines Unterrichts, der auf didaktisch tragfähigen Komponenten beruht und natürlich der richtigen Computersoftware, die wie in 5.3 beschrieben auf einem kooperativen Miteinander zwischen Schule und Herstellern beruht.

Der einzige Aspekt, mit dem ich überhaupt nicht übereinstimme, sind die Argumente in 4.1 für einen Internet-Anschluss. Sicher wäre es schön, wenn jede Schule, einen für die Schüler zugänglichen Internet-Anschluss hätte, trotzdem ist es meiner Meinung nach nicht notwendig für den Unterricht. Ich denke mit einem guten Computer, der entsprechenden Software, einer positiven Einstellung des Lehrers und ein bisschen Eigeninitiative ist schon ein großer Schritt in Richtung "Computereinsatz in der Grundschule" getan und es sollte auch ohne Internet möglich sein einen ansprechenden Unterricht zu gestalten.

Literaturverzeichnis

[1] Krauthausen, G.; Hermann, V.: Computereinsatz in der Grundschule, Forum Grundschule; Emst Klett Schulbuchverlag; Stuttgart, Düsseldorf, Berlin, Leipzig; 1994

[2] Mitzlaff, Hartmut: Handbuch Grundschule und Computer, vom Tabu zur Alltagspraxis; Beltz Verlag; Weinheim und Basel, 1996

[3] Freiarbeit und Computer in der Grundschule (Ein Fortbildungsmodell der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dilligen), Akademiebericht Nr. 320, 1999

[4] Logibyte, Preiskatalog Nr. 26

[5] Verlagsprogramm Frühling/Sommer 2000, TERZIO

[6] Frühjahr 2000, CD-Roms und Bücher, TIVOLA, Berlin - London

[7] Herbst 2000 CD-Roms und Bücher, TIVOLA Publishing

[8] aus: Computer und Unterricht 9/1993, Thome, Dorothea: Förderung der Lese- und Schreibfähigkeit


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©opyright Andrea Siewek, Berlin, September 2000

Literaturhinweise: Computer im Grundschulunterricht

Zitate - Neue Lernkultur und Neue Medien in der Grundschule

Computer im Deutschunterricht - Arbeitsergebnis Gruppe 12 SoSe 2000

"Fortbildungskonzepte zur Entwicklung neuer Lernkulturen in der Grundschule
unter Einbeziehung Neuer Medien im Klassenraum "
(FORMEL G)

 

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07.02.2004


 

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