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"Zum Lesen verlocken - Umgang mit Kinderliteratur im verbundenen Sprachunterricht"
Dozentin: Dagmar Wilde
Referentinnen: R. Richtzenhain, S. Zeidler, A. Siwek
S. Zeidler, A. Siwek
der überwiegende Teil der Kinder liest gern und häufig (absolute Nichtleser sind nicht aufgetaucht)
insgesamt spielt das Buch im Alltag der Kinder eine größere Rolle als in der Freizeit der Vater
Mütter lesen mehr als Kinder und Väter
Mutter ist zentrale Bezugsperson für die Leseentwicklung der Kinder
von den Müttern gehen die Leseinteressen auf die Kinder über, da meistens sie diejenigen sind, die ihren Kindern etwas vorlesen oder Bibliotheksbesuche machen
bei vergleichbaren Sozialisationsvoraussetzungen gibt es deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede im Leseverhalten
wenn über das Problem "Jungen und Mädchen in der Schule" gesprochen wird, geht es meistens um die Benachteiligung von Mädchen
im Bereich Sprache ist das umgekehrt (Mädchen besser)
Mädchen erbringen bessere schriftsprachliche Leistungen
Jungen schneiden beim Lesen von Gebrauchs- und Sachtexten gleich gut oder besser ab als Mädchen, deren Überlegenheit beschränkt sich auf Erzählungen
Mädchen und Jungen schreiben und lesen ihre Interessenwörter häufiger richtig als Wörter, welche sie nicht so interessant finden
2 Faktorengruppen: biologische und soziologische
diese Erklärungsmodelle sind zu einfach
Unterschiede nicht nur bei Vätern und Müttern, sondern schon bei Jungen und Mädchen am Ende der Grundschulzeit
Mädchen:
- Mädchen haben größere Lesefreude
- entwickeltere Lesefertigkeit
- lesen technisch besser
- Mädchen haben ein undistanzierteres und affektiv reicheres Verhältnis
zum Buch
Jungen:
-Lesehemmungen
liegen große Unterschiede in der Leseleistung, wie auch in weiteren intellektuellen und schulischen Leistungen vor
a) Frühlesequote
b) Leseleistung
c) Leseverhalten und Lektüreninteresse
d) Begabungsinteressen
die Begabung und das Leseverhalten hängt vom Interessengebiet ab, was auch Millhofer 1993 bestätigte
dazu wurde ein Versuch in einer Klasse durchgeführt, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler einen Text durchlesen sollten
es stellte sich heraus, dass es bei Begriffs- bzw. Wort-Bild-Zuordnungen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab
stellte man jedoch Aufgaben zur Sinnentnahme, so schnitten die Mädchen schlechter ab als die Jungen
bei Untersuchungen des Textinhaltes kam heraus, dass die Mädchen nur Randfiguren waren und dass die Handlungsabläufe eher die Jungen ansprachen
Wörter aus dem eigenen Interessenbereich werden öfter gelesen und geschrieben, werden besser gekonnt
wenn
die Interessen von Jungen im Schriftsprachbereich zu wenig berücksichtigt
werden, kann man mit diesem Konzept folgendes erklären:
1. die höhere Abhängigkeit der Rechtschreibleistung der Jungen
vom Wortinhalt
2. die höhere Leseleistung der Jungen bei den von ihnen bevorzugten
Textsorten
individuelles Eingehen auf Interessen
Vorlesen als bedeutsamen Weg der Heranführung von Kindern an Bücher
Informationen über Bücherauswahl auf Elternabenden
Auch Freizeitliteratur sollte in den Unterricht mit eingebunden werden
Bücherstunde in der Schule (Kinder stellen Bücher vor)
Ein an den Interessen orientierter Unterricht muss möglichst für jedes einzelne Kind die Möglichkeit bieten, von seinen Vorlieben auszugehen
Anfangsunterricht, indem die Kinder von Beginn an die Möglichkeit zur Verschriftung eigener Texte haben
Schreib-Bilder-Kartei
Klassenbücherei, die nicht nur die üblichen Kinderbücher enthält, sondern auch Kinder-Sachbücher zu verschieden Themen
Wunschliste, auf die weitere Bücher für die Klassenbücherei geschrieben werden können
Lehrer muss über das aktuelle Medienangebot informiert sein
Verbindung von Ausschnitten aus dem literarischen Text und denen der filmischen Varianten (Verbindung von Film und literarischer Originalität)
Steigerung der Lesemotivation
Quellen:
Grundschule 12/99 S. 38-40
Grundschule 1/91
Grundschule 12/98
Praxis Deutsch 123 1/94 S. 3-9
Richter/ Brügelmann: Mädchen lernen anders als Jungen; Konstanz 1994,
Praxis Deutsch 111 1/92
©opyright S. Zeidler, A. Siwek, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003