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"Denke
ich heute an meine ersten Leseerlebnisse, so fällt mir sofort ein,
wie ich das Lesen gelernt habe. Es war in den Sommerferien vor meiner
Einschulung. Wir waren im Urlaub und eines Nachmittages brachte mir meine
Schwester das Lesen bei. Ich kann mich noch gut daran erinnern. Wir saßen
auf dem Bett und ich versuchte, die einzelnen Buchstaben zu Wörtern
zusammenzusetzen. Das war gar nicht so einfach. Ich konnte zwar die Wörter
lesen, wusste am Ende eines Satzes aber nicht was ich eigentlich gelesen
habe. Das Buch hatte viele Bilder und große Druckbuchstaben und
hieß Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg." (Stefanie
Zeidler)
"Am
Ende der Stunde hat uns unsere Lehrerin ein paar Seiten aus einer Geschichte
vorgelesen. Besonders gut hat mir die Geschichte vom Sams gefallen."
(Stefanie Zeidler)
"An
meine ersten Leseversuche kann ich mich kaum noch erinnern, ich weiß
nur, dass ich vor meiner Schulzeit noch nicht lesen konnte und meine ersten
Erfahrungen erst während der Schulzeit sammelte. Ich glaube, ich
fand es damals auch nicht so spannend, einzelne, zusammenhangslose Wortlaute
(Konsonanten und Vokale), Wörter und Sätze lesen zu können,
die in keinem Bezug zu irgendetwas standen und mit vielen Bildansichten
versehen waren. Toll war es nur, wenn ich meiner Oma oder einer anderen
Person Schilder, U- Bahnhof - und Geschäftsnamen vorlesen konnte
und ihr stolz präsentieren durfte, was ich schon alles gelernt hatte."
(Andrea Siwek)
Ich
kann mich eigentlich gar nicht mehr so genau daran erinnern, wie ich lesen
gelernt habe. Nur noch an einige Details, die ich behalten habe. In der
Schule fing alles damit an, daß wir einzelne Buchstaben an der Tafel
gelernt haben. Nachdem wir einige Buchstaben konnten, bekamen wir eine
Lesefibel namens..Fu". Darin fingen wir dann richtig an zu lesen, wie
"Fu ruft tut oder Fu ruft Uta".Doch zu Hause habe ich nie gelesen. Ich
habe mich immer darauf gefreut, wenn mir meine Mutter oder mein Vater
abends vor dem Zu-Bett-gehen vorgelesen haben. Aber was mir meine Eltern
vorgelesen haben?! Wenn ich das noch wüsste! (Nadine Blöhm)
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Lesen
lernen
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"Vorlesen,
das war toll. Jeden Abend vorm Zu-Bett-Gehen. Die Geschichten von "Birne".
Eine fliegende und denkende Glühlampe. Vom heutigen "wissenschaftlichen"
Wissen aus gesehen absoluter Quatsch. Aber damals habe ich mich fast totgelacht.
Und auch die ganzen anderen Bücher, deren Titel ich nicht mehr kenne.
Meine arme Mutter. Eine Geschichte reichte mir fast nie. Noch eine Geschichte
und noch eine und noch eine..." (Sergej Gohrbandt)
"Meine
Mutter hat mir im Alter von 2 - 9 Jahren regelmässig vorgelesen.
Titel an die ich mich erinnern kann sind: Sams, Lotter aus der Krachmacherstrasse,
Schnüpperle, Jim Knopf, Kleine Hexe, der kleine Wassermann, Räuber
Hotzenplotz und Wingewitt der weisse Schwan. Als Autorin fällt mir
nur Astrid Lindgreen ein." (Nadine Gottschalk)
ªMein
erster Kontakt mit Büchern waren die abendlichen " Gutenachtgeschichten",
die mir von meinen Eltern vorgelesen wurden. Über Bilderbücher
und Comics, wurde so allmählich das Interesse am eigenständigen
Lesen und Lesenlernen geweckt." (Melanie Kamradt)
"
Bis ich 14 Jahre alt war hatten meine Eltern keinen Fernseher. Er war
irgendwann kaputt gegangen und sie hatten sich keinen neuen angeschafft.
Ich hatte also immer viel Zeit zum lesen, und habe das Fernsehen lange
Zeit nicht vermisst." (Nina Rieke)
"Doch
dann erinnere ich mich daran, wie schön ich es fand, wenn mir jemand
vorgelesen hat. (...) Abends gab es auch immer eine Gute-Nacht-Geschichte."
(Andrea Bars)
"Meine
Eltern haben sich schon sehr früh, erfolgreich bemüht mir das
Lesen schmackhaft zu machen. Meine Mutter hat uns stundenlang am Abend
vorgelesen und das war immer die schönste Zeit des Tages." (Nina
Rieke)
Genauso
gut kann ich mich an Nachmittage erinnern, an denen meine Mutter bzw.
mein Vater schon fast völlig verzweifelt mit mir dasaßen und
versuchten, mir das Zusammenziehen von zwei Buchstaben beizubringen -
wie halt F und U ist Fu. Ich "wollte" das einfach nicht begreifen
und noch demotivierter wurde ich, als meine kleine Schwester im Hintergrund
damit anfing die Buchstaben problemlos zu "etwas" zu machen,
was meine Eltern dann mit einem erstaunten Kopfnicken bestätigten,
ich aber leider überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Schließlich
habe ich es dann aber doch noch gelernt und meine "Fu - Fibel"
verbinde ich selbst heute noch mit etwas Schönem. An Lesebücher
habe ich keine Erinnerungen mehr. Ich weiß nur, daß wir in
der Schule welche besaßen. (Britta Schumacher)
Wahrscheinlich
fing es, wie bei so vielen anderen, auch mit den allabendlichen Geschichten
an, die meine Eltern mir vorgelesen haben. (Katharin Ismer)
Meine
Eltern haben mir und meiner Schwester früher sehr oft vorgelesen
- auch, als ich schon längst lesen konnte. Meistens war das abends
vor dem Schlafengehen.
Als ich noch ganz klein war, hat sich mein Vater jeden Abend mit mir auf
dem Arm vor die Poster in meinem Kinderzimmer gestellt, um sich mit mir
genau die Bilder auf den Postern anzuschauen und mir dazu eine ausgedachte
Geschichte erzählen zu können.
Ich fand das immer unheimlich toll, weil ich so mit meinen Eltern etwas
gemeinsam erleben konnte. Außerdem hatte es eine "gewisse"
Gemütlichkeit. (Britta Schumacher)
Die
Vorlesestunden im Kindergarten und die Gutenachtgeschichten vor dem Einschlafen
zählen zu den wenigen Erinnerungen, die ich noch aus dieser Zeit
habe. Geschichten wie "Die kleine Hexe", "Jim Knopf",
"Der kleine Vampir", aber auch viele verschiedene Märchen
gehören dazu. Ich hätte stundenlang zuhören können!
Leider hatten die meisten Erwachsenen nie genug Zeit oder Lust, so dass
ich es kaum erwarten konnte, endlich selber lesen zu können. (Angela
Berkholz)
Allein
lesen fand ich viel zu anstrengend. Ich war viel zu ungeduldig, um ein
Buch zu Ende zu lesen. Manchmal fing ich mit gutem Willen an ein Buch
zu lesen, las ein paar Seiten vor dem Schlafengehen, aber ich rührte
das Buch am nächsten Tag nicht wieder an. Dies ruhige Rumsitzen fiel
mir sowieso immer sehr schwer. Ich brauchte Bewegung, draußen spielen
war viel besser. (Simone Schmidt)
Irgendwann
bekamen wir in der Grundschule die Aufgabe zu Hause unsere eigenen Bücher
zu zählen. Ich hatte so viele, dass ich sie kaum zählen konnte.
Um so mehr überraschte es mich, dass es tatsächlich Kinder in
meiner Klasse gab, die nur ein oder zwei Bücher besaßen. Ich
konnte nicht nachvollziehen, dass jemand keine Freude am Lesen haben konnte.
Ich hockte schließlich jede freie Minute über einem Buch. Natürlich
auch heimlich abends mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Meine Eltern
fingen sogar an sich Sorgen zu machen, dass ich nicht genug an die frische
Luft käme und mich zu einem Stubenhocker entwickeln würde. Das
ging so lange bis mein Schwester ebenfalls ins lesefähige Alter kam
und ganz im Gegensatz zu mir kein Buch auch nur eines Blickes würdigte.
Von nun an war ich das leuchtende Vorbild, an das sie sich halten sollte.
(Angela Berkholz)
Es
gibt einige Bücher, an die ich mich noch genau erinnern kann und
die ich früher immer wieder vorgelesen bekommen wollte. Dazu gehörten
"Das Nilpferd in der Kartoffelfabrik", "Willi Wieberg",
"Oh wie schön ist Panama", "Kinder aus der Krachmacherstraße",
"Pipi Langstrumpf", "Kinder von Bullerbü" und
"Sams". Vor ein paar Jahren habe dann ich sehr viel Spaß
daran gehabt, meinem derzeitigen Babysitterkind vorzulesen. (Britta Schumacher)
Die
blödsten Geburtstagsgeschenke waren Bücher. Darüber habe
ich mich damals nie gefreut. Für mich hatten die Bücher keinen
Wert, sie bedeuteten nur harte Arbeit für mich. Viel besser fand
ich TKKG Kassetten. (Simone Schmidt)
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Lesen
in meiner Kindheit
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"Irgendwann
haben wir dann auch angefangen in der Schule "Ganzschriften"
zu lesen. Und das war so ziemlich das Letzte. Gemeinsames Lesen, was für´n
Schwachsinn. Einer stammelt mehr oder weniger vor sich hin (war nicht
als Beleidigung gemeint, ich selbst habe damals beim laut Vorlesen meine
Schwierigkeiten gehabt, da meine Augen schneller gelesen haben, als mein
Mund sprechen konnte) und die anderen schauen stur ins Buch und freuen
sich über die Fehler, die der andere macht. Insbesondere das Fehlerlesen."
(Sergej Gohrbandt)
"rgendwann
haben andere und auch ich angefangen, schneller zu lesen als der, der
vorlas. Das führte dann dazu, das man den nächsten Anschiss
bekam wenn man drangenommen wurde, weil man nicht wusste, wo die anderen
grade waren. Na toll." (Sergej Gohrbandt)
"In
der Oberschule haben wir natürlich auch gelesen. Aber hier waren
es meist Bücher, die literaturwissenschaftlich sicher sehr wertvoll
waren, aber leider auch Stinklangweilig. So kommt es dann auch, dass ich
im Endeffekt gar nicht mehr genau weiß, welche Bücher ich in
der Zeit in der Schule gelesen habe. Zu Hause las ich jedoch mit wachsender
Begeisterung weiter. Ich fand auch bald meine Lieblingsliteratur (
)"
(Sergej Gohrbandt)
"In
der Grundschule habe ich das Lesen als langweilig empfunden. Ich habe
mir eher selber Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben. Zu dieser Zeit
wollte ich unbedingt Schriftstellerin werden." (Nadine Gottschalk)
In
der Grundschule hat mir das Lesen großen Spaß gemacht, weil
ich anfangs schneller als die anderen lesen konnte. Leider hat sich dieser
Vorteil ins Negative gekehrt, da ich nicht selten schneller als die anderen
fertig war, und mich dann gelangweilt habe. Das Lautvorlesen war mir aber
trotzdem ein Gräuel und ich hatte immer Angst, dass ich die nächste
sein könnte, die sich vor lauter Aufregung verhaspelt. (Katharina
Ismer)
"Das
nächste woran ich mich erinnere ist, dass ich das laute Vorlesen
in der Klasse immer als sehr lästig und in Zusammenhang mit der Angst
des Verlesens empfunden habe. Wie es zu dieser Angst kam, kann ich heute
nicht mehr nachvollziehen. Vielleicht war es der eigene Druck, vor der
gesamten Klasse die eigene Leseleistung beweisen zu müssen."
(Melanie Kamradt)
"Ich
wurde eigentlich erst wieder in der Oberschule an das Lesen herangeführt.
Wobei ich sagen muss, dass ich großes Glück mit meinen Lehrerinnen
hatte." (Melanie Kamradt)
"An
das Lesenlernen in der Schule kann ich mich nicht mehr erinnern, ich weiß
nur, dass ich mich immer um das Vorlesen in der Schule gerissen habe.
Ich kam aber fast nie dran, weil die Lehrerin ja wusste, dass ich es konnte.
Ich habe dann schon weitergelesen, und wusste dann oft nicht mehr, wo
die anderen gerade waren." (Nina Rieke)
"In
der Oberschule im Deutschleistungskurs ist mir das Lesen von guten Büchern
durch meinen Deutschlehrer sehr verleidet worden. Überhaupt lese
ich Bücher, die ich lesen muss, sehr ungern, obwohl sie mir, freiwillig
gelesen, vielleicht gefallen hätten." (Nina Rieke)
Außerdem
erinnere ich mich an die "Phase der Betonung." Jeden Text, den
wir in der Schule bekamen und lesen sollten, musste ich zu Hause so lange
üben, bis ich ihn flüssig und mit guter Betonung lesen konnte.
(Andrea Siwek)
"Wir
machten oft Fehlerlesen, was mir nie etwas ausmachte. Im Gegenteil ich
fand das damals ganz toll, habe aber nie daran gedacht, dass es auch Schüler
gab, die aufgrund ihrer nicht vorhandenen Lesekenntnisse, Fehlerlesen
verabscheuten." (Andrea Siwek)
In
der Grundschule kann ich mich an zwei Bücher erinnern, die wir gemeinsam
in der Klasse gelesen haben: "Vorstadtkrokodile" und "Die
Insel der blauen Delphine". Beide Bücher fand ich toll und spannend
und ich besitze sie heute noch. Das Schönste war es aber damals,
wenn uns unsere Klassenlehrerin aus "Sophiechen und der Riese"
oder "Hallo, da bin ich" vorgelesen hat. (Britta Schumacher)
Ich
habe keine guten Erinnerungen an den Leseunterricht in der Grundschule.
Für mich war das Lesen eine Qual. Ich konnte nur sehr stotternd und
langsam lesen, ohne jegliche Betonung. Meine Lehrerin wußte das,
und nahm mich ständig dran, um laut vorzulesen. Heute weiß
ich, daß sie es nur gut mit mir meinte, um mir mehr Zeit zum Üben
zu geben. Aber damals empfand ich es als Demütigung. Ich dachte,
sie nimmt mich mit Absicht dran, um mich vor meinen Mitschülern bloß
zu stellen. Dies geschah dann auch meistens. Wenn ich vorlas ging es nur
im "Schneckentempo" voran. Ich bekam einen knallroten Kopf,
mein Herz raste, meine Hände blieben an den Buchseiten kleben, weil
ich schwitzte und meine Mitschüler wurden unruhig und machten sich
über meinen Zustand lustig. Dadurch konnte ich noch viel schlechter
lesen. Außerdem konnte ich zwar vorlesen, aber ich konzentrierte
mich dann so auf das Lesen, daß ich den Inhalt überhaupt nicht
mitbekam. Alles in allem: Es war schrecklich. (Simone Schmidt)
Was
den späteren Literaturunterricht betrifft denke ich ungern an die
von großen Teilen der Klasse verhassten kleinlichen Interpretationen,
insbesondere von Gedichten, zurück. Diese Art der Auseinandersetzung
mit Texten kann, zumindest vorübergehend, jegliches Interesse an
der Beschäftigung mit Literatur zurückdrängen. (Leila Becker)
Als
ich auf die Oberschule kam habe ich das Lesen oft als "lästig"
empfunden. Die Masse, die an Lektüre regelrecht "abgeklappert"
wurde, hat mich manchmal erschlagen. Das ewige "Darüber reden",
"Analysieren" und "Interpretieren" wurde mir irgendwann
zu trocken und zu langweilig. (Britta Schumacher)
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Lesen
in der Schule
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"Mein
Lieblingsort zum Lesen war schon immer mein Bett. Gerade vor dem Einschlafen
lese ich gerne noch ein paar Seiten. Früher sind meine Eltern dann
abends hereingekommen und ich sollte schlafen. Meistens war das Buch gerade
so spannend. Ich überredete meine Eltern, die Seite noch zu Ende
lesen zu dürfen. War die Tür wieder zu, las ich meistens noch
ein paar Seiten weiter. Hörte ich dann Schritte vor der Tür,
legte ich das Buch so schnell es ging beiseite und schaltete das Licht
aus. Heute muss ich mich oft zwingen, das Buch abends zuzuklappen, damit
ich am anderen Morgen nicht ganz so müde bin." (Stefanie Zeidler)
"Es
wurde eingeführt, dass wir um acht Uhr im Bett liegen mussten und
bis neun Uhr lesen durften, was mir sehr gut gefiel. So kam auch meine
Schwester dazu, zu lesen, was auch wegen des Aufbleibens geschah."
(Andrea Siwek)
Heute
lese ich, wann immer ich genügend Zeit dazu habe, aber vor allem
im Urlaub und dann ununterbrochen. Wenn ich ein Buch angefangen habe,
das mich interessiert, lege ich es praktisch nicht aus der Hand, bis es
ausgelesen ist. Ich kann sogar auf meinen Schlaf verzichten und die Nächte
durchlesen. Auch früher schon, durfte ich immer so viel und lange
lesen wie ich wollte, so dass das Unter-der-Decke-lesen nicht nötig
war. Es gibt praktisch keinen Abend, an dem ich nicht wenigstens ein paar
Seiten in meinem aktuellen Buch lese. Am liebsten sind mir dicke Romane,
weil die nicht immer so schnell ausgelesen sind, das Thema spielt dabei
eigentlich kaum eine Rolle. (Katharin Ismer)
Wenn
mir ein Buch sehr gut gefällt, kommt es auch vor, dass ich es mehrmals
hintereinander lese, und bestimmte Passagen immer wieder laut vorlese.
Es ist auch nicht selten, dass ich mehrere Bücher, die völlig
unterschiedliche Inhalte haben, parallel lese. (Katharin Ismer)
Meine
Beziehung zu Büchern war über die Jahre sehr unterschiedlicher
Natur. Es gab Zeiten, in denen ich Bücher regelrecht verschlungen
habe. So konnte ich es, gerade die Bibliothek verlassend, manchmal gar
nicht abwarten, bis ich unsere Wohnung erreicht hatte und suchte mir ganz
in der Nähe ein Plätzchen und begann bereits dort mit der Lektüre
der kurz zuvor ausgeborgten Bücher. Ich erinnere mich, zu diesem
Zeitpunkt gleich in drei Bibliotheken angemeldet gewesen zu sein. (Leila
Becker)
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Lesegewohnheiten
früher und heute
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"Letztes
Jahr hatte ich im Urlaub nichts mehr zu lesen. Also kaufte ich mir ein
Buch. Es war ein Australienroman von Patricia Shaw. Ich war von dem Buch
so begeistert, dass ich fast alle ihrer Bücher gelesen habe.´
(Stefanie Zeidler)
"Bei
der Bücherauswahl lasse ich mich gerne durch Freunde und Bekannte
animieren, wobei ich mich nicht speziell auf bestimmte Themen festlegen
lasse. Häufig sind es jedoch Bücher, die sich mit alltäglichen
Situationen, Problemen und menschlichen Schicksalen beschäftigen."
(Melanie Kamradt)
"Meine
Eltern haben sich zwar immer bemüht, mir gute Literatur nahe zu bringen,
aber ich durfte mir trotzdem im Bücherbus ausnahmslos das ausleihen,
was mir Spaß machte. Meistens lieh ich mir Comics, Mädchenbücher
(z.B. Hanni und Nanni) und Romane aus. Später hatte ich dann von
ganz alleine Lust auch "gute Literatur" zu lesen." (Nina Rieke)
"Ich
wollte aber nie so gruselige Geschichten, wie die vom Kleinen Vampir,
abends hören. Ich hätte vor Angst nicht schlafen können.
Und Märchen mochte ich auch nicht." (Andrea Bars)
Oft
bin ich mit dem Schluss unzufrieden und enttäuscht, wie auch in diesem
Fall, da ich gewisse Vorstellungen vom Ende habe, die nicht selten unerfüllt
bleiben. (Katharina Ismer)
Etwas
schwerer tue ich mich mit Büchern, die mir nicht gefallen, ich habe
immer das Gefühl einer Verpflichtung das angefangene Buch auch zu
Ende zu lesen. Da fällt mir als erstes "Sophies Welt" ein,
dieses Buch ist so berühmt, das man es einfach gelesen haben muss.
Aber ich bin mit ihm einfach nicht klargekommen. Ich habe Seiten überblättert,
was ich sonst nie mache und habe nur sehr flüchtig etwa jede zweite
Zeile gelesen. (Katharina Ismer)
Mit
10 oder 11 Jahren habe ich die obligatorischen Pferdebücher verschlungen,
die heute immer noch auf meinem Regal stehen, und von denen ich teilweise
immer noch den genauen Inhalt wiedergeben kann, weil ich sie ständig
wieder gelesen habe. (Katharina Ismer)
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Lektürevorlieben
früher und heute
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"Es
ist aber eher die Ausnahme, dass ich mir ein Buch selber kaufe. Entweder
ich bekomme sie geschenkt oder ich lese die Bücher meiner Schwester
oder meiner Mutter. Da wir einen ähnlichen Geschmack haben, was Bücher
betrifft, klappt es mit dem Austauschen ganz gut." (Stefanie Zeidler)
"Und
etwas anderes ist auch geblieben: Wenn ich einmal mit einem Buch angefangen
habe, kann ich nicht mehr aufhören. Das führt dann sogar hin
und wieder dazu, das ich eine ganze Nacht durchlese und erst am nächsten
Morgen, wenn ich mit dem Buch fertig bin, schlafen gehe (ist natürlich
sehr ungünstig, wenn man eigentlich in der Schule bzw. Uni sein müsste)."
(Sergej Gohrbandt)
"Heute
ist es so, dass es für mich zum einen das notwendige Lesen gibt,
d.h. Zeitung, Fachliteratur u.ä. und dann mein "individuelles
Lesen". Wobei ich nicht zu den Menschen gehöre, die abends noch
im Bett lesen, sondern ich brauche viel Ruhe und Zeit, um mich wirklich
an einem Buch zu freuen und auch darin versinken zu können. Häufig
lese ich daher im Urlaub." (Melanie Kamradt)
"Hat
mich allerdings ein Buch erst richtig gefesselt, kann ich es nicht aus
der Hand legen und nehme es überall mit hin."(Nadine Gottschalk)
Für
mich bedeutet Lesen in erster Linie die Flucht aus der Realität und
das Eintauchen in eine andere, viel aufregendere Welt. Ich schlüpfe
dabei in die Haut eines anderen und sehe mit dessen Augen. Ich erlebe
und fühle in dieser Welt so intensiv, dass ich nach dem Weglegen
eines Buches eine Weile brauche, um mich in meiner eigenen Welt wieder
zurechtzufinden. Das Lesen ist dabei völlig automatisiert. Das Entschlüsseln
der Wörter geschieht ganz unbewusst. Anders ist das beim Lesen von
Fachbüchern und Sachtexten. Jedes Wort muss dabei verstanden werden,
es ist mühsam, man muss arbeiten. Bei dieser Art von Lesen kann man
nicht mitfühlen, man entnimmt lediglich Informationen. (Angela Berkholz)
Teilweise
ist es so, dass ich mich so in die Bücher einfühlen und mich
mit der Hauptfigur identifizieren kann, dass ich Angst davor habe, dass
das Buch zu schnell zu Ende ist, weil es manchmal das Gefühl ist,
als ob man in ein Loch fällt, wenn man zwar weiß wie das Buch
endet, aber nicht, wie die Geschichte der Person weitergeht. (Katharin
Ismer)
"Mich
muss ein Buch sofort ansprechen, damit ich es bis zum Schluss durchlese.
Entweder es gefällt mir sofort, oder gar nicht. Gefällt mir
ein Buch, kann ich aber auch solange nichts anderes machen, bis ich es
ausgelesen habe. Von der Umwelt bekomme ich dann nicht mehr viel mit.
Deshalb muss ich mir immer gut überlegen, ob ich genug Zeit habe,
um ein bis zwei Tage abzutauchen. Am liebsten lese ich Bücher ab
300 Seiten aufwärts, denn ich bin immer traurig, wenn ein Buch, das
mir gut gefiel, zu Ende ist.." (Nina iRieke)
Wenn
meine Familie oder meine Freunde nicht wissen, was sie mir schenken könnten,
ist den meisten schon bekannt, dass sie mit einem Buch nicht viel verkehrt
machen können. (Katharin Ismer)
"Und
noch etwas habe ich entdeckt: Vorlesen macht riesen Spaß!!! Selbst
"große" Kinder (nämlich genau die, die einen böse
anschauen, wenn man sie Kinder nennt) sind begeistert wenn man sich hinsetzt
und ihnen vorliest. Und man selbst muss sich sehr bemühen, Sprache,
Sprechweise, u.s.w. immer gleichmäßig einzusetzen ("Wer
redet jetzt eigentlich grade? Ach mist, das ist ja jetzt doch die Katze
und nicht der Rabe, also noch schnell die Stimme ändern oder IMPROVISIEREN").
Man glaubt gar nicht was Kinder alles merken, aber auch nicht, wie begeistert
Kinder sind, wenn man sie in andere Welten, Phantasiewelten entführt,
sie mitnimmt in eine Traumwelt, ganz ganz weit weg... und doch so nah
und einfach zu erreichen. "(Sergej Gohrbandt)
Auch
heute ist es noch so, daß ich zum "richtig" intensiven
Lesen eines Buches eigentlich mehr in den Ferien komme. (Britta Schumacher)
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