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96 / S 12172: Zum Lesen motivieren
Dozentin: Dagmar Wilde
Referentin: Constance Ablorh-Odjidja
Die Kinder sollen zum Lesen motiviert werden. Daher ist es wichtig, die Welt der Kinder in den Prozeß des Lesenlernens mit einzubeziehen.
Die Kinder können ihre eigenen Erfahrungen mit in den Unterricht einbringen und eigene Probleme überdenken.
Das Interesse am Lesen wird durch das Lesen von Ganzschriften gefördert. Dabei sollen Vorschläge der SchülerInnen so weit als möglich berücksichtigt werden.
Das Lesen von Kinderbüchern regt eher zum eigenständigen Handeln und Produzieren an.
Binnendifferenzierung im Unterricht wird einfacher, da das Arbeiten mit Kinderbüchern eine Vielzahl von Aufgabenstellungen mit unterschiedlich hohem Schwierigkeitsgrad zur Verfügung stellt. Daher können auch leseschwache SchülerInnen motiviert am Leseunterricht teilnehmen.
Auch Schülern aus sozial schwachen Familien wird der Buchbesitz ermöglicht.
In seinem Text Bücherlesen lernt man nicht über Lesebücher erklärt Michael Sahr die Bedeutung von Kinder-und Jugendbüchern anhand eines didaktischen Dreiecks:
DAS BUCH - DER LEHER - DAS KIND
es nicht den Anstrich einer verordneten Lektüre hat (im Gegensatz zum Lesebuch)
persönliche Interessen der SchülerInnen den pädagogischen Interessen vorangestellt werden.
neben dem Lesen viele andere Tätigkeiten unternommen werden (Malen, Basteln etc.)
man mehr über den Autor und die Bedeutung des Inhaltes erfährt
die Bücher in der Schule wirklich zu Ende gelesen werden
es Spaß macht, ein Buch zusammen zu lesen und anschließend darüber zu reden
ob die SchülerInnen den ganzen Text bewältigen können oder abgestuft werden soll
welche Arbeitsformen sich im Einzelnen anbieten
ob ein Anschluß- oder Abschlußprojekt geplant werden kann.
Das Arbeiten mit Kinderbüchern erfordert stets eine langfristige Unterrichtsplanung und durchdachte Suche nach dem geeigneten MateriaL Trotz etlicher Veröffentlichungen von Fachliteratur, die praxisnahe Hilfestellungen gibt, fehlt noch immer ein allgemeines didaktisches Grundkonzept. Die Phantasie, Einfallsreichtum und Organisationstalent des Lehrers sind bei der Arbeit mit Kinderbüchern im Unterricht daher besonders gefordert.
Es sollen möglichst alle Schüler mit dem Buch angesprochen werden.
Die Auswahl orientiert sich stets an den Leistungen und Fähigkeiten der jeweiligen Gruppe.
Nach Möglichkeit sollen Schülervorschläge berücksichtigt werden. (Schüler können z.B. ihre Lieblingsbücher im Unterricht vorstellen.)
Es bietet sich an, auch nach fächerübergreifenden Themen zu suchen.
Die SchülerInnen sollen nicht überfordert werden. Das Buch sollte lesbar sein, d.h. der Buchumfang sollte nicht abschreckend wirken.
bei der Buchauswahl muß darauf geachtet werde, daß möglichst alle SchülerInnen mit dem Lesestoff erreicht werden
es sollte nach Methoden gesucht werden, die den Kindern einen möglichst offenen und kreativen Umgang mit dem Text ermöglichen
bei der Unterrichtsplanung sollten besonders der Einstieg in die Lektüre genau vorbereitet sein
auf einheitliches Vorgehen sollte verzichtet werden
die Planung sollte genügend Spielraum für selbständiges Arbeiten der SchülerInnen lassen.
Literatur:
Sahr, Michael: Bücher lesen lernt man nicht über Lesebücher (
Reader)
Oskamp, Irmtraut: Ergebnisse einer Erhebung. Kinder- und Jugendbücher im
Deutschunterricht ( Reader)
©opyright Constance Ablorh-Odjidja, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003