| |
Hauptamtliche
Fachseminarleiter/innen für den vorfachlichen Unterricht / Jestel
- Oesterreich - Wilde / April 1999
Leitlinien für die Arbeitsplanung
der Fachseminare VU
Zeitlicher
Rahmen der Ausbildung in den FS VU
-
Im
Ausbildungszeitraum nehmen LA an ca. 60 Fachseminarsitzungen (Der
Gesamtumfang der Fachseminarsitzungen beträgt 180 Stunden), einem
zweitägigen Einführungskurs sowie einer achtstündigen
Fachseminarveranstaltung im 3. Semester teil. Für sog. Theoriesitzungen
verbleiben ca. 44 Veranstaltungstermine für zwei Lernbereiche.
Pro Lernbereich des FS VU stehen somit ca. 21 Seminarveranstaltungen
zur Verfügung. (Ca. 6 Veranstaltungen sind Unterrichtsbesuche
beim FSL (pro Sem. 2, im 4. Sem. ggf. noch 1), ca. 12 Veranstaltungen
sind Unterrichtsbesuche bei LA (sofern jeder LA nur einmal eine Gruppenhospitation
durchführt).)
-
Unberücksichtigt
sind hierbei ausbildungsbedingte Ausfallzeiten mehrerer LA eines Ausbildungssemesters
(Teilnahme an Ergänzungskursen, Befreiung vor Abgabe der schriftlichen
Prüfungsarbeit.)
Unberücksichtigt sind schulisch bedingte Ausfallzeiten einzelner
LA (Teilnahme an Klassenfahrten, Projekt-/Studientagen, Wandertagen
/ Schulfesten u. ä.). (Pro LA entfallen i. A. noch einmal 2-3
Veranstaltungstermine ausbildungsbedingt; hinzu kommen oft 2-3 schulisch
bedingte Beurlaubungen im Ausbildungszeitraum.)
-
Gesetzt
den Fall, die Beurlaubungen fallen anteilig zu gleichen Teilen auf
Hospitationstermine und Theoriesitzungen des FS, so nimmt jede LA
an ca. 40 Theoriesitzungen teil. (Im Einzelfall können es allerdings
auch weniger sein!)
Voraussetzungen der LA
-
Die
Ausbildung in den beiden Lernbereichen erfolgte im Studium nur in
geringem Umfang, fachlich-didaktische Vorkenntnisse sind abhängig
von der individuellen Entscheidung für/gegen bestimmte Seminarangebote
im jeweiligen Lernbereich, von der Qualität der besuchten Seminare
und stehen zum Teil in keinem relevanten Praxisbezug.
-
LA
erhielten im Studium in den seltensten Fällen mehr als vage -
oftmals gar keine - Informationen zum VU. LA verfügen in der
Regel über keinerlei Kenntnisse der Rahmenpläne. LA verfügen
z. T. über wenig Kenntnisse über Kinder/Kindheit heute.
Deren Lebensweisen und Erfahrungswelten sind ihnen häufig noch
sehr fremd. LA verfügen über z. T. wenig fundierte lernpsychologische
und grundschulpädagogische Kenntnisse (mit Ausnahme allgemeiner
Konzepte "Offener Unterricht", "Projektunterricht")
-
Zu
den für die Planung und Durchführung von Unterricht relevanten
Inhaltsfeldern sind in beiden studierten Lernbereichen fachlich-didaktische
Basiskenntnisse bei LA i. A. nicht vorauszusetzen.
Konsequenzen
für die langfristige Arbeitsplanung
-
Die
Ausbildung in zwei Lernbereichen des VU beinhaltet ein umfangreiches
Spektrum relevanter Ausbildungsinhalte. Die Ausbildungszeit lässt
es nicht zu, sämtliche Aspekte und Inhaltsbereiche des vorfachlichen
Unterrichts i. A. und zweier Lernbereiche i. Bes. umfassend zu thematisieren.
-
Der
ausbildungsbedingt zur Verfügung stehende Zeitrahmen macht es
erforderlich, essenzielle Teilbereiche zweier Lernbereiche exemplarisch
zu bearbeiten und Möglichkeiten zu finden, mehrere Inhaltsaspekte
stringent miteinander zu verbinden.
Substanzielle Fragestellungen exemplarisch
bearbeiten - weniger ist mehr...
-
Ziel
sollte Aufbau von Strukturwissen sein - d.h. von Ideen, wie die Dinge
zusammenhängen (z. B. Sprache anwenden, rezipieren, untersuchen:
ausgehend vom Lesen und Schreiben (mündliche und schriftliche
Kommunikation) Aspekte des Rechtschreibens und Texte verfassens thematisieren.
-
Fachinhaltliche
und allgemeine Ziele/Inhalte sollten stets miteinander verzahnt werden
(keine Sitzung zu Fragen von Unterrichtsprinzipien und -methoden -
z. B. "Lernstationen" - ohne lernbereichsspezifischen Inhalt).
-
Alle
Arbeitsschwerpunkte sollten unter Fokussierung grundlegender Kontexte
der Bezugslernbereiche im Seminar thematisiert werden (Weihnachten
in der GS ist durchaus wichtig - aber dann auch konkret bezogen auf
Umgang mit Gedichten, bildnerische Aufgabenstellungen, interkulturelles
Lernen).
-
Ziel
jeder Seminarveranstaltung ist eine tieferes Verständnis von
(lernbereichs-/teilbereichsspezifischen) Sachzusammenhängen,
das zu Transferleistungen für die Planung und Durchführung
von Unterricht - im jeweiligen Lern-/Teilbereich wie in anderen Lern-/Teilbereichen
des vorfachlichen Unterrichts befähigt (wenn ich Kenntnisse zu
Stufen der Rechtschreibentwicklung gewonnen habe, wird mir einsichtiger,
dass Entwicklung von Textkompetenz, Ausbildung bildnerischer Schemata
etc. gleichfalls Stufen unterliegt).
-
Es
gilt die Kenntnisse und vor allem generelle Einstellung zum Lernen
und Denken von Kindern zu beeinflussen - das ist fundamentaler als
das Herstellen von Lernspielen zu trainieren...
-
Statt
isolierter Problemstellungen (diese Woche Diktat - nächste Woche
Weihnachten in der Grundschule) sollten Ganzheiten angeboten werden
(mehrere Veranstaltungen, in denen ein Schwerpunkt fachtheoretisch
und ggf. gleichfalls unterrichtspraktisch beleuchtet wird...).
-
Zur
methodisch-organisatorischen Gestaltung des Schullebens erhalten LA
auch nach der II. Phase vielfältige Anregungen über Zeitschriften
- das kann nicht vorrangig Aufgabe der 2. Phase sein. In den Fachseminarsitzungen
muss es um die Ausbildung von Fachkompetenz gehen, auf deren Grundlage
methodische Entscheidungen getroffen/legitimiert werden können.
Hinweise zum Umgang mit den Arbeitsgrundlagen
-
Die
zeitlichen Orientierungen in den Arbeitsgrundlagen sind Empfehlungen
zum zeitlichen Umfang, unter dem ein Inhaltsaspekt im gesamten Ausbildungszeitraum
bearbeitet werden sollte. Dabei können Blockveranstaltungen sinnvoll
sein, z. T. können Aspekte in einem folgenden Semester unter
anderer Schwerpunktsetzung erneut bearbeitet werden (Spiralcurriculum),
z. T. können Aspekte in Vernetzung mit anderen Inhaltsfeldern
erneut bearbeitet werden (z. B. Fehlerdiagnostik im Zusammenhang mit
dem Texteverfassen...).
-
Querverbindungen
zwischen einzelnen Inhaltsfeldern ergeben sich z. B. unter Fokussierung
entwicklungs- und lernpsychologischer als auch didaktisch-methodischer
Fragestellungen.
-
Fachseminarveranstaltungen
mit Unterrichtsbesuchen sollten konsequent in den Kontext der theoretischen
Sitzungen des jeweiligen Semesters integriert sein, um Lernerfahrungen
zu verdichten (Seminararbeit zum Lesen - Unterrichtsbesuche mit entspr.
Schwerpunkt /"Leseübungen", "Informationen aus Sachtexten zum
Wetter" etc.).
Weitere
Arbeitshilfen für die Fachseminarleiter/innen für vorfachlichen
Unterricht (Lernbereich Deutsch)
Ausbildungsinhalte
der Fachseminare VU mit dem Lernbereich Sachkunde
|
|