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Fachseminar für vorfachlichen Unterricht (Deutsch/MÄERZ) |
Susanne Klein - FS: Deutsch/ MÄRZ - Hellersdorf - 24.03.1998
"Eine Geschichte zu erzählen bzw. ein vergangenes Ereignis erzählend zu vergegenwärtigen gehört zu den grundlegenden mündlichen Gesprächsfähigkeiten, deren Unterstützung und Förderung als eine zentrale Aufgabe des muttersprachlichen Unterrichts gilt."
Erzählfähigkeit ist ein Typ von Diskursfähigkeit
Erlernen von Erzählfähigkeit ist nicht auf den schulischen Lernort begrenzt. Neuere Untersuchungen belegen, dass die Entwicklung der Erzählfähigkeit bis in die Adoleszenz reicht
Erzähl- und Diskursdidaktik, die sich an der unterrichtlichen Vermittlung reflexiven Wissens orientiert
2.1 Erzählen als kognitiv fundierte Fähigkeit (Boueke et al. 1995) (Monologisches Erzählen)Erzählfähigkeit wird als eine kognitive Kompetenz verstanden, die sich darin zeigt, dass SprecherInnen über ein "narratives Schema" verfügen, das sie bei der Produktion (und Rezeption) einer 'Geschichte' als intuitive Orientierungshilfe einsetzen." |
2.2 Erzählen als interaktiv fundierte Fähigkeit (Hausendorf/Quasthoff 1996) (Erzählen im Gespräch)Entwicklung von Erzählfähigkeit zeigt sich nach Hausendorf/Quasthoff darin, dass die Anteile größer werden, die der kindliche Erzähler zu der gemeinsam hergestellten Erzählung beiträgt |
Schwierigkeiten
mit der Rekonstruktion der Ereignisfolge (keine kohärente
Darstellung möglich)
es
wird nicht deutlich, ob der geschilderte Vorfall einen besonderen
Erlebniswert hat
Einzelereignisse werden lückenlos, additiv und temporal dargestellt
eine Gewichtung der Ereignisse nach ihrer Qualität fehlt
Erlebniswert wird deutlich (Herausarbeiten der affektiven Komponente - Dramatik wird erzeugt)
Auflösung der temporalen Sequenz zugunsten einer Kontrastierung von erwartbarem Verlauf der Ereignisse und unerwartetem Ereignis
Abschluss der Erzählung wird signalisiert Entwicklung der Erzählfähigkeit erfolgt stufenweise von der isolierten über die lineare und die episodisch strukturierte bis hin zur narrativ strukturierten Ereignisdarstellung
trotz unterschiedlicher theoretisch-methodischer Konzeption kommen Hausendorf/Quasthoff zu ähnlichen Ergebnissen
Kognitionstheorie
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Interaktionstheorie
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Erzählfähigkeit entwickelt sich primär in der diadischen Struktur - 'Massenhaftigkeit' des Unterrichts Wartesituation: Inhaltliches Interesse und Interaktion von seiten des erwachsenen Gesprächspartners - das Kind wird zum Erzählen aufgefordert |
HAUSENDORF, H. und WOLF, D. (1998) gehen davon aus, dass im Unterricht ein kommunikativer Rahmen entsteht, der mündliche Kommunikation entwickelt.
ausschlaggebend: Interaktion zwischen Lehrer und Schüler (weniger die pädagogisch-didaktische Unterrichtsgestaltung)- eine Reflexion des sprachlichen Wissens wird provoziert
Aneignung erfolgt unbewußt über die Erfahrung, dass das eigenen Sprechen im Hinblick auf die Unterscheidung von 'richtig oder 'falsch' beobachtet wird - das alltagsähnliche, freie Erzählen (vgl. Morgenkreis) in der Schule ist eine Illusion - Forderung der Einbeziehung der Ergebnisse der empirischen Diskursforschung
Nachdenken über Sprache soll zur kritischen Analyse und bewussten Steuerung des eigenen Sprachhandelns genutzt werden = Bedingung über erfolgreiche schulische Sozialisation
Ziel der Erzähldidaktik: Anregen von Reflexionsprozessen über das Erzählen und Zuhören und das Funktionieren von Gesprächen (Lernbereich des Nachdenkens aber Sprache)
Methodische Konkretisierung: angeleitetes Erzählen im Werkstatt- Konzept (vgl. Schreibkonferenzen) - intensive Form sprachlichen Austausches möglich - gemeinsame Planung und Reflexion des ansonsten stark automatisierten Sprachgebrauchs möglich
Voraussetzung: Sprachliches Beobachtungs-, Beschreibungs- und Differenzierungsvermögen müssen angeregt werden
Reflexion und Vorbereitung der Lehrerrolle bezüglich Erzählfähigkeit
Vermittlung Strukturen des Erzählens (Erlebnishaftigkeit auf Erzähler- und Zuhörerseite) auf der Basis empirisch gesicherten Wissens (und nicht normativ gesetzter Regeln des 'guten' Erzählens)
HAUSENDORF, H. / WOLF, O.: Erzählentwicklung und -didaktik. In: Der Deutschunterricht 1/1998.
©opyright Susanne Klein, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003