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Literaturgrundlage:
Glöckel u. a.: Vorbereitung des Unterrichts. Neuausgabe. Bad Heilbrunn
1989.
Miller, Reinhold: Lehrer lernen, Weinheim und Basel 1986.
Die
didaktische Arbeit der Lehrerin/des Lehrers besteht darin, Inhalte und Richtziele
der Rahmenpläne zu Unterrichtszielen aufzubereiten sowie Handlungsschritte
für die Schüler/innen zu erarbeiten.
Für eine präzise Benennung der Lernziele ist die Antizipation der
erforderlichen Lernschritte erforderlich.
Wenn die Wege, auf denen die Ziele erreicht werden sollen, nicht bzw. unzureichend
bedacht worden sind, nützen die besten Ziele nichts. Sie bleiben dann hehre
Absichtserklärungen.
Warum sollen die Schüler/innen das lernen?
Erforderlich sind realistische, auf das Thema bezogene Begründungen. (Z. B.: Bedeutung im längerfristigen Lernprozess, Lebensweltbezug, Möglichkeiten der Welterschließung bzw. Werteerziehung.) |
a) Übergeordnete Ziele |
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Erst
die genaue Kenntnis der inhaltlichen und sachstrukturellen Gegebenheiten
des jeweiligen Lerngegenstandes ermöglicht es, Ziele festzulegen,
unter denen er im Lehr-Lern-Prozess bearbeitet werden soll. Fragen an den Lerninhalt(nach Glöckel, S. 32/33.)
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b) Sachstruktur |
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Erst die genaue Kenntnis der Voraussetzungen, über welche die Schüler/innen zum Lerngegenstand verfügen, der Bedingungen des Umfelds sowie der Voraussetzungen der Lehrerin/des Lehrers ermöglicht eine Begründung für die Festlegung von Zielen. |
c) Bedingungsfeld |
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Leitprinzipien des vorfachlichen Unterrichts sowie lernbereichsspezifische didaktische Grundpositionen in Fragen der Zielsetzung, der Auswahl und Anordnung der Inhalte, der Verfahrensweisen (z.B. lernbereichsübergreifende Konzeption des VU, verbundener Sprachunterricht, Schritte des Texteverfassens, Vermittlung elementarer Arbeitstechniken) determinieren didaktische Vorentscheidungen. |
d) Fachdidaktische Prämissen |
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"Wenn
man nicht genau weiß, wohin man will, landet man leicht da, wo man
gar nicht hin wollte." "Ich
kann nicht deutlich genug betonen, dass ein Lehrer an seiner eigenen Unsicherheit
scheitert oder sich im Nebel seines eigenen Handelns verirrt, wenn er
nicht genau weiß, was seine Schüler am Ende des Unterrichts
können sollen." |
Das Ziel bestimmt den Weg... |
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Hat sich auch die Lernzieleuphorie der 70er Jahre relativiert - als zentrale Fragestellung bleibt nach wie vor zu prüfen:
Realistische Zielsetzungen geben nur das an, was die Schüler/innen tatsächlich neu lernen bzw. nachhaltig verbessern sollen. (Lernziele bestehen nicht in einer Benennung des Vorwissens, welches dazu benötigt wird.) |
Realistische Ziele |
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Die
Richtzielebene bezieht sich auf bildungspolitische Zielsetzungen. Grobziele
benennen den Schwerpunkt der Zielsetzung einer Unterrichtsreihe, -stunde. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen machen ggf. individuelle Zielsetzungen für unterschiedliche Kinder erforderlich. |
Richt-, Grob- und Feinziele unterscheiden |
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Lernziele
bezeichnen die genaue Zielebene, den Bereich, in welchem sich der Lehr-Lern-Prozess
vorwiegend bewegt:
sind stets miteinander verwoben. Können an einem Inhalt mehrere Zielbereiche verfolgt werden (z.B. Wissen, Erkenntnis, Fertigkeit, Fähigkeit, Einstellung, Haltung...), ist abzuwägen, auf welchem Bereich der Schwerpunkt liegen soll und in welchem Maße andere Bereiche berücksichtigt sollen. |
Zielbereiche ermitteln |
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Das Niveau der Anforderungen (das Gewicht, die Intensität, mit der etwas behandelt werden soll) muss erkannt und in der Zielformulierung präzisiert werden. (Auch dies verschafft Zielklarheit im Rahmen der Antizipation und im Prozessverlauf.) Handelt es sich um:
In welchem Maße soll über das Gelernte verfügt werden? (Kennen konkreter Einzelheiten, Gewinnen eines ersten Eindrucks, Festigen des Erlernten, Vertiefen des Verständnisses, sichere Beherrschung, selbständige Anwendung, Ableiten von Beziehungen, eigenständiges Bewerten...) Für die grobe Orientierung sind drei Stufen zu beachten (hier ist die niedrigste Stufe Voraussetzung zur Bewältigung der nächsthöheren):
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Niveau der Ziele ermitteln |
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Voraussetzung dafür ist, dass die Lehrerin/der Lehrer bei der Planung des Lehr-Lern-Prozesses genau weiß, was sie/er tatsächlich erreichen will. Dazu muss genau beschrieben werden, was die Schüler/innen am Ende der Unterrichtsstunde neu bzw. anders können/wissen/denken sollen als vorher. Fachspezifische Verben, die das angestrebte Verhalten genau benennen, ermöglichen eine Kontrolle darüber, ob das Lernziel umgesetzt werden kann, ob es mit dem geplanten Lehr-Lern-Prozess korrespondiert (Sch begründen..., erklären..., ordnen..., unterscheiden...,stellen...dar, fertigen...an, üben...,wenden...an, etc.) |
Oft genügt ein präzise formuliertes Stundenziel! |
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Im Zuge der Antizipation muss sich die Lehrerin/der Lehrer - mit dem Stundenziel vor Augen - die dafür jeweils erforderlichen Lehr-Lernschritte (Tätigkeiten, Aktionen) der Schüler/innen vergegenwärtigen. Geplante Lehr-/Lernschritte sollten dabei auf ihre Stimmigkeit im Hinblick auf das Ziel, auf ihre Beziehung zum Ziel überprüft werden. Schüler/innen erreichen Ziele, indem sie bestimmte Lernwege gehen. (Lernwege können bereits Lernziele sein! Z. B. Lesefähigkeit erweitern durch Lesen. Nicht alle Lernziele sind sofort überprüfbar! Z. B. soziales Lernen.) Die gedankliche Klärung, ob und wie die Lernziele in der Stunde erreicht werden - und wie sich diese Zielerreichung dokumentiert (sofern eine Überprüfbarkeit möglich ist) -, dient der Zielklarheit im Rahmen der Planungsüberlegungen sowie im Verlauf des Unterrichtsprozesses. Sie macht Unterricht zielstrebiger und eröffnet im Weiteren die Möglichkeit, die Zielerreichung zu überprüfen, den Lernzuwachs zu kontrollieren sowie weiteres Lernen zu planen, d. h. Folgeziele festzulegen. |
Lehr-Lern-Schritte Lehr- Lern-Ziele |
Wer
sich klare, begründete und überprüfbare Ziele setzt,
der schützt sich vor Einseitigkeiten, Überflüssigem und Nebensächlichem,
vor sinnleeren Umwegen und vermeidet Unausgewogenheiten im Lehr-Lern-Prozess.
Dagmar Wilde Seminarpapier 6/93
©opyright Dagmar Wilde, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003