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Dagmar Wilde FUB / SS 2000: 12413 S: "Planung von Unterrichtssequenzen zum Texte verfassen in der Grundschule"
Was soll im Unterricht vermittelt werden? Warum gerade das?
Was ist daran so wichtig? Warum?
Was gehört alles dazu (fachspezifisch - fachübergreifend)? Wie hängt es zusammen? In welcher Reihenfolge ist es am besten zu lernen?
Was kann Kindern daran wichtig sein? Was bedeutet es mir als der Lehrenden?
Was können Kinder daran neu lernen, was nicht so gut?
Was können/sollen die Kinder durch die Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand dazulernen, neu/anders/besser können/verstehen? (Kenntnisse/Fähigkeiten/Fertigkeiten/Einstellungen/Haltungen)
Welche Konsequenzen ergeben sich aus der Sache und den Zielen für das methodische Vorgehen?
aus Lehrplänen leiten sich in der Regel noch keine Themen oder Inhalte für Unterrichtssequenzen ab, sie machen vielmehr "Problemfelder" mehr oder weniger verbindlich: Märchen (Lesen), Leistung des Verbs (Sprachbetrachtung) oder Wortfamilien (Rechtschreiben)
Themen stellen Beschreibungen von Wissen dar, das im Unterricht erst erworben werden soll (Aebli): Ernährung, Wachstum Berlins (Sachkunde)
Gegenstand der Vorbereitung ist zunächst die Analyse des Themas/Gegenstands (Erwerb von / Vergewisserung der Sachkompetenz)
Themen müssen - auf Grundlage der Sachanalyse - im Unterricht in Tätigkeiten zurückverwandelt werden, die von lebendigen Problemen ausgehen oder eigenes Handeln, Beobachten, Nachdenken anstoßen
Lernen setzt da ein, wo es gelingt, die Schüler/innen hinter den Stoff zu den Tätigkeiten zu führen (Aebli)
Sukzessive verlagert sich der Schwerpunkt der Vorbereitungsarbeit von der "Sache" auf die "Lernenden": Im Hinblick auf welche Schüler/innen denke ich über diese Sache nach? (Hier ist nicht der Blick in die entwicklungspsychologische Literatur, sondern der Blick in die konkrete Klasse gerichtet...)
Welche allgemeine Zielperspektive für den Unterricht in dieser Klasse habe ich: Was sollen diese Kinder in diesem Schuljahr lernen?
Welche konkrete Zielperspektive für den Unterricht in dieser Klasse habe ich: Was können diese Kinder an dieser Sache lernen?
Was bringen diese Mädchen und Jungen für diese Sache an Kenntnissen, Erfahrungen, Gefühlen, Fertigkeiten mit? (Hier schwingt zunehmend die Frage mit, wie die Problemstellung bearbeitet werden kann, wie Interesse und Engagement erzeugt, wie Erkenntnisse gewonnen werden können...)
Planungsüberlegungen fallen in dem Maße leichter, in dem die Lehrenden die Klasse näher kennen. (Insgesamt geht es weniger um tief greifende Analysen, sondern eher um vorbereitende Beobachtungen, Befragungen und Ideensammlungen...)
Unterrichtsvorbereitung bezieht sich nicht auf eine Einzelstunde, sondern immer auf einen Unterrichtszusammenhang (Unterrichtseinheit, -sequenz, Lehrgang, Projekt).
Für welche Lehr-Lern-Schritte und Aktivitäten ich mich hier entscheide, hängt von der Sache und ihrer Struktur, von den Schülerinnen und Schülern und von den Zielen, die mein Unterricht anvisiert, ab.
Was tue ich, damit meine Schüler/innen die Sache verstehen? Was sollen die Schüler/innen tun, um die Sache zu verstehen?
Kennen die Schüler/innen die notwendigen Methoden? Sind sie gewohnt, zusammen zu arbeiten? Haben sie Erfahrungen im Gruppenunterricht?
Welche situativen Rahmenbedingungen muss ich berücksichtigen? (Über Abläufe, Stationen und Situationen des Lernprozesses nachzudenken, selbst über die Zeit, die ich für die Vereinbarung der Hausaufgabe brauche, darüber vorher nachzudenken, ist notwendig...)
Jede
Unterrichtsplanung gilt "nur auf Probe" - Unterricht planen bedeutet:
einen in seinem Verlauf niemals präzise voraussagbaren Lernprozess von
20-30 Schülerinnen und Schülern
"vor"denken
©opyright Dagmar Wilde, Berlin, Mai 2000
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06.04.2003