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Lehrersprache - SchülerspracheLiebe
Frau Wilde, In diesem Zusammenhang sind die Informationen ihrer Websites sehr unterstützend gewesen, auch wenn Vieles sehr undifferenziert bleibt, bleiben muss. Undifferenziert in der Hinsicht, dass man als Praktikant (Referendar/junger Lehrer) eher gezwungen scheint, sich den Rahmenbedingungen einer jeden Schule individuell anpassen zu müssen. Ich spreche hier einen Punkt an, der mir besonders am Herzen liegt, und zwar die Forderung, ein Lehrer müsse wohlgeformte deutsche Sätze produzieren, also vorbildlich mit dem Gebrauch der deutschen Sprache umgehen. Diese Forderung halte ich zwar grundsätzlich für sinnvoll, jedoch auch für problematisch. Ein großer Teil der Probleme an den Schulen - ich meine hier eher die Oberschulen - entsteht meines Erachtens dadurch, dass Lehrer und Schüler eine verschiedene Sprache sprechen und sich nicht mehr verstehen. Seit einiger Zeit - auch durch meine Arbeit in der Jugendhilfe habe ich festgestellt, das sich erstens die Sprachgewohnheiten der Kids im Allgemeinen verändern und zweitens, dass die deutschen Jugendlichen während der Pubertät Sprachgewohnheiten insbesondere von den türkisch als Muttersprache sprechenden Jugendlichen übernehmen, wobei die Sprache zum Beispiel auch eine immer intensivere Sexualisierung erfährt. Ich bin daher der Meinung, dass es begrüßenswert wäre, wenn Lehrer im Unterricht auch mal etwas salopper sprechen dürften, ohne dass den Unterricht Beobachtende empört reagierten. Ich denke auch, dass das ein spannendes Thema für die Lehrerausbildung ist, inklusive einer Auseinandersetzung mit den Konsequenzen einer veränderten Kindheit für den Unterricht, die nämlich nicht rezeptmäßig, wie z.B. viele Deutschdidaktiker meinen, dadurch zu lösen ist, dass der Unterricht handlungs- und produktionsorientiert geplant sein müsse. Bis hierher ein undifferenziertes, spontanes Stimmungsbild eines Studenten, der mehr denn je spürt, dass er bei allen Anfängerproblemen den "richtigen" Weg beschreitet. Liebe Grüße J. G. Ihre Meinung zu diesen Fragen ist gefragt! |
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©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001 letzte Aktualisierung 24.02.2007Sofern
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