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Dagmar
Wilde
SS 99/ 12 40 S
Arbeitsmittel im Deutschunterricht
Arbeitsmittel
im Deutschunterricht - Kriterien an Sprachbücher

Was
müssen Sprachbücher in einem verbundenen Sprachunterricht leisten?
Didaktische
Grundkonzeption
Lernfelder
des Deutschunterrichts vernetzen
-
Alle
Teilbereiche des Deutschunterrichts sind sinnvoll aufeinander bezogen
und diese Bezüge sind für die Schüler/innen erkennbar,
nachvollziehbar und bedeutsam (aufeinander bezogene Schreib- und Rechtschreibaufgaben;
Sprachreflexion, wo dies zur Lösung von situativen Schreibaufgaben
wichtig ist).
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Sprech-
und Schreibanlässe erwachsen im Sinnzusammenhang mit der zu Grunde
liegenden Thematik, so dass die sich daraus ergebenden Aufgabenstellungen
als sinnvoll und lebensnah empfunden werden.
Erfahrungsbezug
-
Erfahrungen
und sprachliche Handlungen der Schüler/innen sind Ausgangspunkt
bzw. Inhalt des Unterrichts (Einordnung sprachlicher Probleme in die
Lebenswelt, Ziel: Bewältigung von Alltags- und Schulsituationen,
Nachdenken über sich selbst und das soziale Umfeld).
-
Schüler/innen
werden aktiv an ihren Lernprozessen beteiligt (Anknüpfen an Vorwissen,
tatsächliche Erfahrungen sowie Anwendungssituationen und eigene
Produkte, anstatt Lernende Situationen von Stellvertreterkindern nachvollziehen
zu lassen).
-
Spracherfahrungen
der Kinder werden aufgegriffen und gewürdigt.
Situationsbezug
-
Sprech-,
Schreib- und Reflexionsimpulse gehen unmittelbar von Situationen aus.
-
Thematische
Probleme sind mit Hilfe von sprachlichen Aufgaben zu lösen (grammatische
Übungen, Rechtschreiben, Wörter nachschlagen, Texte überarbeiten).
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Die
Schüler/innen sollen Sprache (mündlich, schriftlich, gestisch,
mimisch) - sowohl als Mittel der Verständigung mit anderen wie
auch als Mittel der Verständigung über Inhalte - für
vielfältige Situationen des täglichen Lebens erwerben, erproben,
variieren, korrigieren, vertiefen, erweitern und reflektieren können,
damit sie im Laufe der (Grund-)Schulzeit aktiv, eigenverantwortlich
und in sozialer Verantwortung für andere an der Gestaltung von
Kommunikationssituationen mitwirken können.
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Wesentliche
Grundlage zur Entfaltung derartiger Sprachverwendungssituationen bilden
thematische Einheiten, die den Erlebnis- und Erfahrungshorizont der
Kinder aufgreifen und ihre Interessen antizipieren (z. B. Schule,
Freizeit, Verkehr, Familie, Feste und Feiern, Freundschaft, Streit,
Ängste, Sport, Natur und Umwelt, Wünsche und Träume,
Bücher, Jahreszeiten..).
Produkt-
und Prozessorientierung der Spracharbeit
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Ausgehend
von Inhalten werden sprachliche Probleme und Aufgaben thematisiert,
in Realsituationen angewendet und planmäßig geübt.
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Inhalts-
und situationsbezogene Aufgaben zum Lesen, Sprechen, Schreiben, Rechtschreiben
und zur Sprachreflexion werden angeboten.
Handlungsorientierung
-
Komplexer
Sprachhandlungssituationen, die für die Lebenswirklichkeit der
Lerngruppe von Bedeutung sind und die kommunikative Funktion der sprachlichen
Handlungsmöglichkeiten unterstreichen, werden entfaltet.
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Der
selbständige Umgang mit sprachlichen Aufgabenstellungen wird
angeregt und durch Anregungen/Hilfen ermöglicht, handlungsorientiertes
Lernen wird - ohne Vernachlässigung des übenden Lernens
und des planmäßigen Erwerbs von Arbeitstechniken - akzentuiert.
-
Erkenntnisse
im Rahmen von Sprachverwendungsprozessen werden durch entdeckendes,
sinnlich-anschauliches und handlungsorientiertes Lernen gewonnen.
Dabei werden vor allem auch sinnliche Zugangsweisen (Zeichnen, Malen,
Vertonen, Spielen...) verankert und genutzt, um zur produktiven Auseinandersetzung
mit Unterrichtsinhalten anzuregen.
Ganzheitliches
Lernen
-
Neben
Kenntnis- und Wissensvermittlung wird die Freisetzung und Erweiterung
von Kreativität ermöglicht, indem einerseits ein methodisch
deutlich gegliederter Unterricht mit konkreten Aufgaben und Leitfragen
angeregt wird, andererseits zu einem selbständigen und freien
Umgang mit dem Text- und Sprachmaterial motiviert wird.
Organisation
von Lehr-Lern-Prozessen
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Aufgaben
des Buches fokussieren eine variable Organisation von Lernprozessen
durch Einbeziehung verschiedener Sozial- und Aktionsformen.
-
Schüler/innen
erhalten Impulse, um in wechselnden Sozialformen kooperative und individuelle
Arbeitserfahrungen zu machen, erhalten Gelegenheiten, die Funktion
ihres Sprachhandelns in konkreten Situationen zu erfahren.
-
Eine
gemeinsame Auswertung von Arbeitsergebnissen und Zusammenführung
von individuellen Lernerfahrungen und -wegen im Klassengespräch
oder in Produkten (Ausstellungen, Textsammlungen, Plakate) wird angeregt.
Lern-
und Arbeitstechniken
-
Bei
der sprachlichen Arbeit wird auch die Entwicklung von allgemeinen
Fähigkeiten und Fertigkeiten befördert (soziales Lernen,
Orientierung im Alltag ebenso wie lernbereichsspezifische Arbeitstechniken).
-
Die
Vermittlung von Arbeitstechniken erfolgt im Umgang mit Sprache (z.
B.: bei der Planung und Überarbeitung von Texten, bei der Texterschließung,
bei einer Sensibilisierung für eine orthographisch korrekte Schreibung,
bei der Entscheidung für bestimmte sprachliche Mittel zur Gestaltung
einer konkreten Sprachhandlungssituation.)
Differenzierung
und Individualisierung
-
Differenzierende
Aufgabenstellungen ermöglichen individuelle Lernwege und -erfahrungen,
unterschiedliche Lerntypen und unterschiedlicher Lernstand finden
Berücksichtigung, individuelle Aufgaben werden in den Kontext
gemeinsamer Vorhaben integriert.
-
Unterschiedliche
Lernvoraussetzungen werden auf mehreren Wegen berücksichtigt:
Wahl der Sozialformen (Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit), zusätzliche
inhaltsbezogene Lernangebote, Aufgaben, die den Kindern Alternativen
bei der Wahl von Aufgabenstellungen lassen, projektorientierte Lern-
und Arbeitsformen, die einen größeren Grad der Selbständigkeit
bei der Planung und Gestaltung von Arbeits- und Lernprozessen zulassen.
lernbereichs-
bzw. fächerübergreifende Bezüge
Layout
-
Illustrationen
transportieren der Schreib- und Handlungsanregungen, dienen als Gesprächsanlass,
als bildliche Verdeutlichung des Geschriebenen, als Informationsmedien
und Motivationsmittel.
Teilbereiche
des Deutschunterrichts
Mündlicher
Sprachgebrauch
Texte
verfassen
-
Das
Planen, Schreiben, Überarbeiten von Texten wird über vielfältige
Schreibanlässe angeregt. Die zur Textproduktion benötigten
sprachlichen Mittel werden funktional erarbeitet und trainiert. Die
Kinder lernen zunehmend selbständig Kriterien für das Verfassen
von Texten zu entwickeln und zu überprüfen (Schreibhilfen).
-
Schreib-
und lesespezifische Arbeitstechniken können unmittelbar in Verwendungszusammenhängen
angewandt und eingeübt werden. Rechtschreibübungen und Ergebnisse
der Reflexion über Sprache werden für den konkreten Schreibanlass
genutzt. Das Nachdenken über Prozesse und Produkte des Schreibens
schafft eine integrative Verbindung zwischen den Teilbereichen "Sprachbetrachtung"
und "Texteverfassen".
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Schreibmotivation
wird über unterschiedliche Schreibanlässe angebahnt. Dabei
finden auch das spontane Schreiben, das freie Schreiben und das Ich-orientierte
Schreiben Berücksichtigung. Das adressatenbezogene Schreiben
funktionaler Texte wird mit konkreten Hilfen fürs Planen und
Überarbeiten angeregt und unterstützt.
Rechtschreiben
-
Rechtschreibenlernen
erfolgt in kommunikativen Zusammenhängen, in enger Verbindung
von Schreiben und Rechtschreiben. Das zu übende Wortmaterial
ist auf die Bewältigung und Gestaltung konkreter Sprachhandlungssituationen
ausgerichtet und wird ggf. auf übertragbare Rechtschreibmuster
erweitert.
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Angeboten
werden Strategien zur Fehlervermeidung, Material zum Aufbau eines
individuellen Rechtschreibwortschatzes, Rechtschreibstrategien, Anregungen
zum Entdecken von Regeln, arbeitstechnischen Anregungen zum selbständigen
Üben, Aufgaben zum Nachschlagen und zur Fehlerberichtigung, Rechtschreibsprache,
morphematisches Prinzip der Schrift, Regularitäten.
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Forschendem
Lernen wird nicht durch ausschließlich belehrende Anteile verhindert
(nicht rein deduktive, rein rezeptive Lernakte); den Schüler/innen
werden Möglichkeiten eröffnet, Regularitäten zu suchen,
statt ausschließlich Regeln vorgegeben.
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Die
Arbeit mit Wörtern aus dem Grundwortschatz kann von den Kindern
selbständig geleistet werden über Arbeitstechniken und Übungsformen
wie: Abschreiben, Wörter auswendig aufschreiben, Selbstdiktat/Partnerdiktat,
alternative Diktatformen, Arbeit mit Wörterlisten, Arbeit mit
dem Wörterbuch, Wortfamilien bilden, Rechtschreibregeln entdecken
und nutzen, Geschriebenes kontrollieren und korrigieren...
Grammatik
-
Reflexion
über Sprache ist in das Sprachhandeln der Kinder integriert und
in Sinnzusammenhänge eingebettet. Zur Sicherung eines adressatenbezogenen,
sach- und situationsgerechten Sprachgebrauchs wird die Reflexion über
Sprache gezielt genutzt.
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Die
Sprachhandlungskompetenz der Schüler/innen wird unmittelbar im
Zusammenhang von Sprech- und Schreibanlässen aufgebaut, erweitert,
gestärkt (Lösen von grammatischen Aufgaben, Vermittlung
von Einsichten in den Bau der Sprache, Übungen zum grammatisch
richtigen variablen Sprachgebrauch und zum Überarbeiten von Texten
mit Hilfe von Sprachproben, Gewinnen von Wortarten durch Unterscheiden
und Benennen im Umgang mit Sätzen, nicht ausschließlich
durch Definitionen etc.).
Lesen
-
Angeregt
wird ein operativer, handlungsorientierter Umgang mit Texten. Die
Schüler/innen lernen im Zusammenhang mit der Arbeit an Texten
diese zu verändern, fortzusetzen, nachzugestalten, zu spielen,
zu gliedern, Informationen aus Texten zu entnehmen etc.
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Es
werden Sachtexte, erzählende Texte, poetische Texte erarbeitet
und operativ erschlossen.
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Eine
planmäßige Förderung der Literalität wird über
Verweise auf Autoren, Kinderbücher, Auszüge aus aktuellen
Büchern wie Klassikern ebenso wie Bezüge auf medial vermittelte
Texte unterstützt.
Quellen:
Nußbaum, Regina: Grammatik im integrativen Deutschunterricht. Wieviel
Integration darf's denn sein? In: Grundschule 1/1996.
Conrady, Peter: Fibelanalyse - Alle Jahre wieder. In: Grundschule 5/90.

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