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Rechtschreiben üben / 1Üben ist Lernenjedes Lernen ist als Prozess zu verstehen, der zwar von außen angeregt werden kann, der zu seinem erfolgreichen Fortschreiten aber auf Selbststeuerung angewiesen ist. Selbstgeleites Lernen tritt nicht automatisch durch Verringerung fremdbestimmten Lernens ein - es besteht die Gefahr, dass selbständiges Lernen dazu verkommt, Kinder allein zu lassen, was keine nachhaltige Verbesserung des Schriftspracherwerbs zur Folge hat. Um Lernschritte im Rechtschreiben angemessen zu planenbedarf es -
solider Kenntnisse über die Strukturmomente der Schriftsprache "Es geht nicht darum, Wörter zu üben, sondern den Umgang mit ihnen."(Balhorn, Heiko: Rechtschreibwissen in Kinderköpfen. Grundschule 1 + 2/1995. S. 15.) Wörter
sind in sich bedeutungsvoll (Aufschließen längerer Wörter
in ihre Bestandteile, Erfassen der Teile). Bedeutungswissen ist Bedingung
sicheren Schreibens - einschließlich des Wissens um die Bedeutung
der Wortbestandteile (Morpheme): Wörter sind nicht an sich zu üben,
sondern in ihrem Kontext (Satz, Wortfamilie) - hierin liegen die zentralen
kognitiven Tätigkeiten rechtschreiblichen Lernens! Lernen ist ein selbstbestimmter, eigenaktiver Prozess"Man mag den Systemkomplex 'Orthografie' noch so klug präparieren, er ist nicht in Kinderköpfe zu flößen. Kinder müssen ihn je für sich nacherfinden. Lernen ist Denken als eigenaktives Konstruieren." (Balhorn, a.a.O. S. 17.)
Muss Lernen (immer) Spaß machen?Oft
wird zwar vergnüglich geübt - aber wenig gelernt! Fördern heißt fordernHäufig werden Kinder geschont, unterhalb ihres Niveaus durch wohlfeiles Lob leichtfertig bestätigt, sind mit wenig schnell zufrieden. Als Folge stellen sie ihrerseits keinen Anspruch an sich. Wenn wir ihnen den Anspruch auf Können vorenthalten, unterschätzen wir die Kinder, verwöhnen sie in einem entwertenden Sinn. "Lernen bedeutet, etwas zu tun, was man noch nicht vollständig kann. Das erfordert Mut. Mut erwächst aus der Erfahrung des Könnens: Dessen, was schon gekonnt ist und dessen, was es zu können gilt." (A.a.O.) Rechtschreiblernen und RechtschreibregelnRegeln sind den Wörtern eingeschrieben; wir folgen ihnen beim Schreiben. Wir folgen Regeln produktiv, wir wissen zwar wie, aber nicht weshalb. "Nicht aufsagbare Regeln diktieren das Schreiben, sondern Operationen ermöglichen es: Das Abschmecken der Lautung, also das artikulierende Erschließen der einzelnen Elemente und deren Reihenfolge, das Verlängern, Zurückführen auf den Wortstamm, Analogisieren, Reimen. Dies alles geschieht zunehmend reicher werdend an der Leitschnur der Rechtschreibsprache. Sie ist als artikulierende Kunstform das Medium, in dem das gesamte Rechtschreibwissen auf das jeweilige Wort bezogen realisiert wird." (A.a.O.) Kinder lernen Rechtschreiben,
Literaturhinweis: Balhorn, Heiko: Rechtschreibwissen in Kinderköpfen. Grundschule 1 + 2/1995. S. 15. Dagmar Wilde Seminarpapier FS VU 02/97
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©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001 letzte Aktualisierung 07.04.2003Sofern
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