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Essentials zum Lesen
und Schreiben
Lesen und Schreiben sind
wechselseitige Prozesse
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Man liest, was geschrieben
wurde.
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Man schreibt, damit
dies gelesen wird.
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Daraus ergeben sich Konsequenzen
für Lesen und Texte verfassen im Unterricht: tradierte Vorgehensweisen
müssen im Hinblick auf die kommunikative Funktion des Lesens und
Schreibens überprüft werden!
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Leserziehung heißt,
Kinder zu Leserinnen
und Lesern zu machen.
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Schreiberziehung heißt,
Schreibfreude zu erhalten
und Schreibkompetenz zu entfalten.
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Motivieren statt Blockieren!
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Kinder lesen Texte,
die andere Kinder geschrieben haben.
Kinder dürfen mitwirken bei der Auswahl der Lektüre.
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Kinder dürfen
- zumindest zeitweilig - die Textsorte und ihr Thema selbst bestimmen.
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Lesen und Schreiben sind
individuelle Vorgänge
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Jedes Kind liest in
seinem individuellen Tempo.
(Es ist darum unsinnig,
unbekannte Texte von einem Kind vorlesen und von der Klasse mitlesen
zu lassen!)
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Jedes Kind schreibt
seinen individuellen Text mit seiner eigenen Überschrift (Schreiben
zu Bildergeschichten und Nacherzählungen sind keine individuellen
Schreibanlässe!)
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Stilles Lesen ist die Leseform
des Alltags!
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Schreiben heißt, etwas
mitzuteilen!
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Lesen für sich:
stilles Lesen!
Lesen für andere:
Lesevortrag!
Unbekannte Texte müssen
erst (individuell) lesend erschlossen werden, bevor sie laut vorgelesen
werden können!
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Schreiben für
sich: Tagebuch/Notizzettel
Schreiben für
andere: informieren, appellieren, erzählen etc.
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Begründung:
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Begründung:
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Die gesamten sprachlichen
und außersprachlichen Erfahrungen und Kenntnisse müssen
beim Lesen
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und Schreiben einbezogen
werden.
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Um einen unbekannten
Text laut vorzulesen, bedarf es vieler nahezu gleichzeitig ablaufender
Vorgänge: Antizipation und Hypothesenbildung, Bedeutung von
Wörtern im Kontext ermitteln, Satzkonstruktionen erfassen,
Verknüpfungen in Texten realisieren etc. Man kann nicht innehalten,
nicht nachdenken. Man muss fortlaufend artikulieren. Hierbei kann
die Sinnentnahme verlorengehen.
Lesen ist ein komplizierter,
kognitiver Prozeß, an dem alle Teile des Gehirns beteiligt
sind.
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Wenn man nichts zu
schreiben hat, kann man auch nichts formulieren. Eine Schreibidee
ist die Voraussetzung für einen Text. Texte formulieren zu
können, ist eine Fähigkeit - die normierte Rechtschreibung
zu beherrschen, eine andere. Beides soll gefördert werden,
aber nicht unbedingt gleichzeitig. Keine Schreibhemmungen durch
pauschales Insistieren auf der Rechtschreibnorm erzeugen!
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Lesen heißt,
etwas entschlüsseln
sowie mit Sinn hineingeben. Lesen heißt verstehen. Konzentration
auf die Technik, auf das Rekodieren, führt weg vom Dekodieren,
von der Sinnentnahme, führt weg von der Sinngebung.
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Schreiben heißt,
etwas verschlüsseln.
Schreiben heißt schriftlich formulieren.
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Lesevortrag:
Der Text ist bekannt,
das Textverständnis wurde geklärt, für den Vortrag
wurde eine Aufgabenstellung gesetzt.
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Texte präsentieren/würdigen:
Beim differenzierten
Schreiben lesen sich die Kinder ihre Texte in Kleingruppen vor.
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Leistungsbeurteilung
| sollte
die Teilfertigkeiten des Lesens berücksichtigen sowie den lebenspraktischen
Erfordernissen entsprechen, die Sinnentnahme (stilles Lesen, Informationsentnahme
aus Texten) wird schwerpunktmäßig bewertet, nicht nur der
Lesevortrag. |
sollte
am Lernziel "Texte verfassen" orientiert sein, sie sollte über
Leistungsentwicklung im Hinblick auf den Prozess des Schreibens und
die Produkte, über Kompetenzen im Bereich des Planens, Schreibens
und Überarbeitens von Texten im Auskunft geben. |
verwendete Quelle: Erika
Altenburg, DGLS Beiträge 1996.
Dagmar
Wilde / Seminarpapier Fachseminar VU 07/97
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