Verbundener
Sprachunterricht
Deutschunterricht
hat die Sprache zum Gegenstand
-
eine Sprache über die Kinder als Kommunikationsmittel bereits verfügen,
die sie eigenaktiv handelnd (sprechend, im Kontakt mit Menschen) erworben
haben, mit der sie mehrere Jahre schon erfolgreich umgegangen sind. Bevor
unser Deutschunterricht beginnt, verfügen Kinder über Sprache
- weshalb diese nicht gelehrt, sondern vielmehr erfahren, bewusst gemacht,
untersucht, angewendet und sukzessive kognitiv durchdrungen werden muss,
um die individuell verfügbare Sprachkompetenz systematisch zu erweitern
und zu vertiefen.
Deutschunterricht
leitet sich ab
aus
der Forderung nach komplexer und differenzierter Sprachhandlungsfähigkeit
(Sprachverständnis und Sprachkompetenz)
und der
Orientierung an bedeutsamen Lebenssituationen und Themen bei der Auswahl
der Inhalte sowie der Gestaltung des Unterrichts.
Im verbundenen
Sprachunterricht
werden
Teilbereiche nicht losgelöst vom Sprachganzen untersucht. Sprache
wird vielmehr in inhaltlichen und sprachlichen Zusammenhängen erfahren,
untersucht und vermittelt. Soweit möglich greift verbundener Sprachunterricht
Schülererfahrungen und Schülerprodukte als Lernanlässe
auf.
Verbundener Sprachunterricht
bedeutet
eine der Thematik angemessene, didaktisch sinnvolle (lern- und leistungsbezogene)
Abstimmung einzelner Inhaltsbereiche aufeinander:
-
Sprechen
(Mündlicher Sprachgebrauch)
-
produktiver
Umgang mit Texten (Lesen, Texte Verfassen)
-
Schreiben
(Rechtschreiben)
-
Reflexion
über Sprache (Sprachbetrachtung)
Thematisch ausgerichtete
Unterrichtsreihen
integrieren
- von einem Teilbereich ausgehend - mehrere Inhaltsbereiche, welche nicht
mehr abgeschlossen neben- bzw. nacheinander im Unterricht betrachtet werden
(z. B. in Form einer isolierten Unterrichtseinheit zur Grammatik), sondern
thematisch "verzahnt" zueinander in Beziehung gesetzt werden. Bei einem
gezielten Lernanspruch werden die Inhalte der jeweiligen Teilbereiche
planmäßig erfahren, angewendet, erkannt, benannt, geübt
und gefestigt.
Schüler/innen
erfahren,
dass
Teilbereiche des Deutschunterrichts keine isolierten Teilaspekte einer
Sprache sind, sondern erst in ihrer Interdependenz bedeutungsvoll werden.
Dagmar
Wilde - Seminarpapier Fachseminar VU - Januar 1994

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