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Nadine Sasse
1. SPS Mitte (L)
26.11.1997
Klasse 2
1. Stunde: Vorstellen des eigenen Haustieres anhand von mitgebrachten Fotografien sowie Erlebniserzählungen und Erfahrungsberichte der Schüler über Haustiere
2. Stunde: Originale Begegnung mit einer Katze im Unterricht: Bericht über Aufzucht und Pflege
3. Stunde: Originale Begegnung mit einem Hund im Unterricht: Bericht über Aufzucht und Pflege sowie Beobachten und Beschreiben der verschiedenen Körperhaltungen und Verhaltensweisen
4. Stunde: Kennenlernen verschiedener Hunderassen durch Vorstellung von Kindersachbüchern und Lesen von Sachtexten
5./6. Stunde Doppelstunde: Gruppenarbeit zum Thema "Hund und Katze" (Plakatgestaltung)
7. Stunde: Zeichnen eines Hundes in einer individuell gewählten Körperhaltung
8. Stunde: Vorstellen des mehrstündigen Unterrichtsvorhabens sowie Kennen lernen des Materials "Salzteig" und Schreiben des Rezeptes für Salzteig
9. Stunde: Herstellen des Salzteiges und experimentelle Materialerprobung hinsichtlich der Verarbeitbarkeit
Doppelstunde
(10./11.):
10. Stunde: Plastisches Formen eines Hundes aus Salzteig in einer frei gewählten
Körperhaltung sowie individuelle Gestaltung seiner charakteristischen Körpermerkmale
11. Stunde: Fertigstellen der Plastiken und Herausarbeiten einer Oberflächenstruktur
mit Hilfe von Holzstäbchen
12. Stunde: Fantasievolles oder wirklichkeitsorientiertes Bemalen der getrockneten Plastiken mit Deckfarbe sowie individuelle Namensgebung der Hunde
Die Schüler sollen
Freude am Umgang mit dem Material Salzteig empfinden und in ihrer Fantasie angeregt werden.
beim Herstellungsprozess, Experimentieren, Zerstören, Umformen und Neugestalten in ihrer optischen und taktilen Wahrnehmung gefördert werden
in ihrer Ausdrucksfähigkeit, Ausdauer und Konzentration gestärkt werden.
für Formempfinden und Strukturwahrnehmung sensibilisiert werden.
lernen, sorgsam mit Materialien umzugehen, Regeln und Ordnungen anzuerkennen.
den Herstellungsprozess und die Absicht ihrer Arbeit beschreiben können.
üben, sich in Darstellungsformen ihrer Mitschüler einzufühlen und ihre Arbeiten selbstkritisch zu reflektieren.
Die Schüler kennen unterschiedliche Hunderassen und Körperhaltungen eines Hundes sowie Möglichkeiten der Verarbeitung von Salzteig. Sie sind in der Lage, ihre Kenntnisse entsprechend ihres Körper-Raum-Vorstellungsvermögens plastisch umzusetzen und einen Hund in einer frei gewäh
lten Körperhaltung aus Salzteig zu formen sowie seine charakteristischen Körpermerkmale individuell zu modellieren.
Die Schüler kennen die Rezeptur zur Herstellung von Salzteig, dessen unterschiedliche Eigenschaften und sind in der Lage die Materialbeschaffenheit im Hinblick auf optimale Bearbeitbarkeit zu beeinflussen, indem sie einem zu klebrigen Teig mehr Mehl und einem zu bröckligen Teig mehr Wasser hinzufügen.
Die Schüler wenden ihre Kenntnisse über die Gestalt verschiedener Hunderassen an, indem sie die einzelnen Körperteile nennen und differenziert beschreiben.
Die Schüler wenden ihr Wissen über verschiedene Körperhaltungen eines Hundes an, indem sie diese benennen und durch Nachahmung darstellen.
Die
Schüler setzen ihre erworbenen Kenntnisse hinsichtlich der Verarbeitung
von Salzteig erstmalig unter konkreter Aufgabenstellung um, indem sie ihren
Hund entweder:
- aus geformten Einzelteilen zusammensetzen und ggf. Holzstäbchen als
Verbindungsstück zweier Körperteile einarbeiten, oder
- aus einem Gesamtstück einzelne Körperteile "herausziehen", diese
in eine bestimmte Körperhaltung biegen und ggf. Holzstäbchen zur
Stabilisierung einfügen.
3. Didaktisch-methodische Entscheidungen
Der vorläufige Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule für das Fach Bildende Kunst formuliert für die Grundschule u.a. die Aufgabe, dass im Bereich der ästhetischen Erziehung des vorfachlichen Unterrichts der Klassen 1 bis 4 eine gestaltende und fantasiebetonte Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit stehen soll. Durch einen fantasievollen und spielerischen Umgang mit Inhalten, Materialien und Techniken gilt es ein divergentes Denken und kreatives Verhalten auszubilden. Beim Herstellen und Betrachten von ästhetischen Objekten sollen sinnliche, emotionale, intellektuelle und kommunikative Erfahrungen gesammelt werden (S 2). Ein weiteres Ziel des ästhetischen Unterrichts besteht in der Anwendung, Übung und Weiterentwicklung kreativer Techniken. Dazu gehören neben dem Malen, Zeichnen und Drucken, Collagieren und Montieren auch das Formen und Bauen, wobei auch eine Kombination der verschiedenen Techniken sinnvoll ist (S.4).
Der Tätigkeitsbereich "Formen und Bauen" sieht für die Klasse 1./2. vor: Formen mit den Händen von leicht formbaren Materialien (Ton, Plastilin, o.ä.). Im Bereich der "ästhetischen Probleme" werden angeführt: Differenzierung der plastischen Zeichen für Mensch, Tier, Haus, Gegenstand usw. durch spezifische körperliche Merkmale (S. 11)
In dieser Unterrichtseinheit wird
der Forderung nachgegangen, im vorfachlichen Unterricht unterschiedliche Lernbereiche
sinnvoll miteinander zu verknüpfen und das Lernen in eine Wechselbeziehung
von Sehen, Tasten, Fühlen, Denken, Sprechen und Machen zu stellen.
Die Behandlung der Thematik "Haustiere" erfolgt daher sowohl unter sachkundlichen
als auch unter musisch-ästhetischen Aspekten. Ebenso werden dem Prinzip
des verbundenen Sprachunterrichtes folgend, die Teilgebiete Sprachbetrachtung,
schriftlicher und mündlicher Sprachgebrauch mit einbezogen.
Da die Schüler bereits für die Thematik sensibilisiert sind, wird
es ihnen meiner Ansicht nach nicht schwer fallen, einen persönlichen Bezug
zum Vorhaben aufzubauen. Durch den handelnden Umgang mit dem Material Salzteig
wird den Schülern in dieser Stunde die Möglichkeit gegeben, sich mit
den sachkundlich erarbeiteten Inhalten kreativ auseinander zu setzen und somit
die ästhetische
Dimension dieser Thematik zu erfahren.
Das Erlernen der Bildnerischen des plastischen Formens sehe ich als exemplarisch für die Entfaltung des künstlerischen Ausdrucks der Kinder an, da durch sie:
die Experimentierfreudigkeit gefordert wird,
Kreativität weiter entwickelt wird,
die Vorstellungskraft erweitert wird,
ein fantasievolles Arbeiten ermöglicht wird und Freiraum geboten wird, um verschiedene Formen und Gestaltungsmöglichkeiten zu entdecken und zu produzieren,
die
feinmotorischen Fähigkeiten im Umgang mit dem Material trainiert und
gefördert werden,
die Form-, Raum- und Körperwahrnehmung und Differenzierung geschult wird.
Das Arbeiten mit Salzteig ist für die taktil-motorische Ausbildung und Förderung der eigenen Kreativität jüngerer Schüler deshalb besonders geeignet, da er leicht geformt werden kann. Das plastische Formen kommt dem handelnden Erkennen der Umwelt durch die Schüler besonders entgegen, da es ihnen eine konkret-fassbare Anschaulichkeit bietet. Die ganzheitlich- kindliche Wahrnehmung wird somit zur Differenzierung angeregt und die individuelle Persönlichkeitsbildung jedes einzelnen Kindes gefördert. Auf die Bedeutung praktischer, besonders taktil-motorischer Erfahrungen für die Entwicklung des Gesamtvermögens der kognitiven Leistungen von Heranwachsenden, ist von modernen Entwicklungspsychologen wie Piaget und Montessori vielfach hingewiesen worden. Bei der Arbeit mit dem Salzteig wird zusätzlich eine Verbindung zwischen der schulischen und der außerschulischen Lebenswelt der Kinder hergestellt, da sie neben der unterrichtlichen Begegnung mit einem Hund auch aus dem täglichen Umgang oder häufiger Beobachtung mit dessen Form, Haltungen und Gebärden vertraut sind. Die Themenstellung ist so gewählt, dass es den Kindern neben dem Einüben der Technik des plastischen Formens möglich ist, ihre Stimmungen, Gefühle und Beziehungen auszudrücken. Die inhaltliche Thematik ist somit in einen für Grundschulkinder bedeutungsvollen Funktions- und Handlungszusammenhang eingebettet.
Plastikschüsseln
Von den Schülern hergestellter Salzteig (2 Tassen Mehl, 1 Tasse Salz, 1
Tasse
Wasser, Speiseöl)
Wasserbehälter
Pappteller
5 Fotografien eines Hundes in unterschiedlichen Körperhaltungen mit daran
angebrachten Wortkarten
Symbolkarten (visualisierte Arbeitsaufträge)
Holzstäbchen
Baumwollläppchen
Abdeckfolie
Bareis. A: Praxis der Kunsterziehung in der Grundschule (1977) Donauwörth.
Eucker. J / Ruppik, B.: Hat das Krokodil eigentlich Ohren? - Tiere modellieren in: Kunstunterricht 1-2 Unterrichtsentwürfe zur Ästhetischen Erziehung (1983) Weinheim. Basel S. 141-152.
Fitzer, J.: Der Ton auf dem Stein" in: Kunsterziehung in den Klassen 3 u 4" (1991) Berlin S 80-83.
Müller. R: "Kunsterziehung" (1983) Berlin.
Ruppik, B.:,Zootiere formen", in: Die Grundschulzeitschrift 19/1988, S.55.
Schäl, H.: "Spiele aus Salzteig" (1983) Ravensburg.
Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport: Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule (Grundschule). Fach Bildende Kunst" (1992) Berlin
©opyright Nadine Sasse, Berlin, November 1997
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06.04.2003