|
|
|
|
Dagmar Wilde
08.12.97
Klasse 2
26 Schüler
1.2.
1. Stunde: Experimentelle Auseinandersetzung mit dem Durchreibeverfahren
2./3. Std.: Weiterführung und Vertiefung der experimentellen Auseinandersetzung/
Hinführung zur Aufgabenstellung "Märchendrache"
4./5. Std.: Einsatz von Frottagestrukturen: "Märchendrache" - abschließende
Besprechung der Ergebnisse
Die Schüler/innen werden zu einer verfeinerten Wahrnehmungsfähigkeit geführt, indem sie die optische und haptische Struktur von Erscheinungsformen gezielt betrachten und reflektieren.
Durch das Experimentieren mit verschiedenen Techniken und Materialien erfahren die Schüler/innen die Möglichkeiten für deren Einsatz und Wirkung.
Im Verlauf der bildnerischen Arbeit deuten die Schüler/innen zufällig entstandene Strukturen um und gestalten diese um (Gestaltfindung).
Die Schüler/innen kennen die Frottage als ein bildnerisches Verfahren und erproben die Frottage im freien Experiment.
Dazu reiben sie untergelegte Materialien - unter Anwendung einer möglichst gleichmäßigen und dichten Strichführung - durch.
Im freien Experiment erkennen sie, wie durch verschieden starken Druck des Stiftes hellere und dunklere Flächen erzielt werden können.
Die Klasse 2 befindet sich seit Beginn des 1. Schuljahres in meiner Hand. Die Schüler sind kreativen Schaffensprozessen gegenüber sehr aufgeschlossen. Im bisherigen Kunstunterricht wurden diverse Collagetechniken mit verschiedenen Papieren, die Arbeit mit Wachsfarben, Temperafarben, Buntstiften und Filzstiften erprobt und vertieft. Die mehr grafische Zugangsweise dieser Unterrichtseinheit ist den Schülern noch wenig bekannt.
Die Kinder haben bei der Beschaffung des Materials engagiert mitgewirkt. Dabei wurde die Oberflächenbeschaffenheit der Materialien bereits thematisiert, indem optische und haptische Anmutungen besprochen wurden.
Da den vorweihnachtlichen Bastelarbeiten bereits breiter Raum gegeben wurde, scheint ein "neutrales" Thema zu diesem Zeitpunkt durchaus geeignet, einen gewissen Abstand zu schaffen. Die Adventsstimmung sollte im Kunstunterricht nicht überstrapaziert werden.
"Das Durchreibeverfahren ist ein Beispiel für die Situation, in der eine bildnerische Technik den Auslöser darstellt für gestalterische Aktivitäten und bildnerische Problemstellungen". (Wilhelm/Wloka, Handbuch Kunstunterricht, Düsseldorf 1979, 5. 143.).
Im
Rahmen dieser Unterrichtseinheit sollen experimentell und zufällig erzeugte
grafische Strukturen zu einem gestalthaften Motiv zusammengeführt werden.
Um die in der Frottage gewonnenen Strukturen gezielt einsetzen zu können,
müssen die Schüler in einer Erprobungsphase eingehend Gelegenheit
erhalten, diese Technik kennenzulernen, ihre Wirkungen (spielerisch und gezielt)
auszuprobieren und ihre Ergebnisse zu betrachten. In dieser ersten Unterrichtsstunde
wird den Schülern daher Gelegenheit gegeben, möglichst vielfältige
Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen vorgegebenen Materialien zu machen.
Die Technik der Frottage ist einfach, sie bedarf nur weniger verbaler Erläuterungen
- welche u.U. Schüler übernehmen können.
Das konkrete Tun soll Vorrang haben. Nicht wenige Schüler werden das Durchreibeverfahren
im spielerischen Umgang (Geldstücke) bereits angewendet haben, eventuell
können auch Erfahrungen aus der Kindergartenzeit einbezogen werden (Blätter
durchreiben).
Der Lehrer sollte zu Beginn der Arbeit vor allem auch auf die technischen Voraussetzungen
(Handhaben des Stiftes, gleichmäßiger Druck beim Durchreiben, gleichmäßige
Strichführung) deutlich hinweisen.
In dieser Stunde sollen Musterblätter entstehen, die später für
die gestalthafte Lösung u.U. als Vorlage herangezogen werden können.
Der Schwerpunkt liegt in der Aneignung der Technik sowie in der Beobachtung
der zu erzeugenden Strukturen und ihrer Wirkungen.
Durch die Sitzordnung (Gruppentische) wird der informelle Erfahrungsaustausch
angeregt - was wünschenswert erscheint.
Der Lehrer sollte sich zurücknehmen, hier und da Anregungen und Kommentare
zu Schülerergebnissen an die Klasse weitergeben.
Wo nötig, sollten technische Hinweise individuell erfolgen.
Die weiterführende Aufgabenstellung "Märchendrache" kann am Ende dieser
Stunde nur umrissen werden. Eine gezielte Besprechung (unter Hinzuziehen der
in dieser Phase erzielten Ergebnisse) soll vor Beginn der weiteren Arbeit erfolgen.
Dünnes Zeichenpapier (DinA 3), weicher Bleistift, diverse Materialien mit durchreibefähiger Oberflächenstruktur (Holz, Wellpappe, Tapetenreste, Gardine, Gitter, Netze, Siebe usw.)
Frontalunterricht, Einzelarbeit
Schüler-Lehrer-Gespräch, Schüler-Schüler-Gespräch, freies Experiment
verbaler Impuls u. Impuls über Sache, Weckung des Interesses
L nennt Vorhaben der Stunde ("Durchreibebild"), verweist auf Sachen, die von Sch gesammelt wurden und fragt nach Vermutungen zum Vorgehen.
mehrere Sch legen ihre Vorschläge dar (L greift nur ein, wenn Sch nicht selbstständig Lösungsvorschläge entwickeln).
Schüleraktivität, Lehrerinnenvortrag
ein Sch demonstriert am Material exemplarisch Prinzip Frottage, L verbalisiert die Schritte - Sch nehmen ggf. Korrekturen vor.
L gibt Vorhaben bekannt (Experiment, erst einmal Musterblatt für späteres Vorhaben "Märchendrache" - Blatt mit möglichst vielen verschiedenen Strukturen füllen), weist auf technische Details (Druck des Stiftes erzielt unterschiedliche Wirkungen, gleichmäßige Strichführung, Strukturen dicht aneinander fügen) und organisatorische Bedingungen (Materialkisten für jede Tischgruppe, Austauschen, Teilen, ggf. Warten) hin.
Sch stellen ggf. Fragen.
Schüleraktivität
Sch nehmen Materialien in Besitz, erproben Frottage, betrachten und diskutieren Ergebnisse in der Tischgruppe.
L hebt zwischendurch einzelne Arbeiten hervor und gibt exemplarische Anregungen.
Präsentation der Ergebnisse im Plenum, Sch berichten über ihre Erfahrungen zum Verfahren der Frottage, beschreiben Vorgehen beim Erzielen bestimmter Wirkungen, Erkenntnisse im Umgang mit dem Material (Durchreibefähigkeit, Schwierigkeiten, Umgang mit den Stiften), beurteilen erzielte Wirkungen.
L orientiert auf weiteres Vorhaben (in Anknüpfung an ein Bilderbuchprojekt): Illustrationen zu den Schülertexten für das "Drachenbuch" mittels Frottage-Technik.
©opyright Dagmar Wilde, Berlin 1997
Sofern im Einzelfall nicht anders geregelt und soweit nicht fremde Rechte betroffen sind, ist eine Verwendung der Dokumente als Teile oder als Ganzes in gedruckter und elektronischer Form für den schulischen Bereich sowie Ausbildungszwecke gestattet, unter der Voraussetzung, dass die Quelle
"d.w. - online": http://www.dagmarwilde.de
genannt wird und diese Anmerkungen zum Copyright beigefügt werden.
Ohne vorherige schriftliche Genehmigung durch die Verfasser/innen ist eine kommerzielle Verbreitung der auf diesem Server liegenden Dokumente ausdrücklich untersagt.
These pages belong to "d.w. - online": http://www.dagmarwilde.de
Permission is hereby granted to use these documents for personal use and in courses of instruction at educational institutions provided that the articles are used in full and this copyright statement is reproduced. Permission is also given to mirror these documents on WorldWideWeb servers. Any other usage is prohibited without the written permission of the author. Please mail.
06.04.2003