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Axel
Schuster
3. SPS im
Bezirk Wedding (L)
25. Januar 2000
Klasse: 4
1. Stunde: Einführung der wörtlichen Rede mit Lesetext ('Der Bär')
2. Stunde: Erarbeitung der Begriffe 'wörtliche Rede' und 'Redebegleitsatz'
3. Stunde: Die Zeichensetzung der wörtlichen Rede bei vorangestelltem Begleitsatz
4. Stunde: Die Zeichensetzung der wörtlichen Rede bei nachgestelltem Begleitsatz
6.-7. Stunde: Erstellung eigener Texte mit wörtlicher Rede
8.-9. Stunde: Lernbuffet als Lernkontrolle der Einheit zur wörtlichen Rede
Der vorläufige Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule beschreibt im Fach Deutsch die Aufgaben und Ziele für die Klassen 1-6. Im Punkt 5 des einleitenden allgemeinen Teils, der sich mit Rechtschreiben befasst, wird das Ziel vorgegeben "ausgewählte Regeln der Zeichensetzung zu vermitteln". Für die Klasse 4 gibt der vorläufige Rahmenplan die Behandlung der wörtlichen Rede an mehreren Stellen vor:
Lesen: Um sprachliche Besonderheiten zu erkennen sollen Erzählteil und wörtliche Rede unterschieden werden können.
Rechtschreiben: Lerninhalt des Rechtschreibens ist der "Doppelpunkt bei vorangestelltem Begleitsatz zur wörtlichen Rede, Komma bei nachgestelltem Begleitsatz zur wörtlichen Rede". Dazu soll das Setzen der Anführungszeichen erlernt werden.
Sprachbetrachtung: Als Lernziel wird das Erkennen, das Kennzeichnen und der zutreffende Gebrauch der wörtlichen Rede vorgegeben. Als Lerninhalt dient die wörtliche Rede im Textzusammenhang mit vorangestelltem und nachgestelltem Begleitsatz.
Die wörtliche Rede findet bereits im Rahmenplan der Klasse 3 Berücksichtigung, wo im Bereich der Sprachbetrachtung das Erkennen, das Kennzeichnen und der zutreffende Gebrauch der wörtlichen Rede mit vorangestelltem Begleitsatz vorgegeben wird.
Die Schüler/innen
lernen die wörtliche Rede als Mittel zum Ausdruck von Gesprochenem kennen,
erkennen den Unterschied zwischen Redebegleitsatz und dem Teil der wörtlicher Rede,
kennen die Zeichensetzung der wörtlichen Rede bei vorangestelltem und nachgestelltem Begleitsatz,
sind in der Lage, kurze eigene Texte mit korrekter Anwendung der wörtlichen Rede zu verfassen.
Die Schüler sollen die Zeichensetzung der wörtlichen Rede wiederholen, üben und festigen, indem sie Sätze (bestehend aus den Elementen Redebegleitsatz, Satzzeichen und wörtlicher Rede) ordnen, umstellen und abschreiben.
TLZ 1: Die Schüler sollen ihr Wissen der vergangenen Stunden über die Stellung von Redebegleitsatz (RBS), wörtlicher Rede(WR) und Satzzeichen anwenden, in dem sich Schüler (Sch.) mit den Karten in der richtigen Reihenfolge nebeneinander stellen.
TLZ 2: Die Sch. üben das vorhandene Wissen unter Einbeziehung mehrerer Sinne (visuell, kinästhetisch, graphomotorisch), in dem sie RBS und WR ausschneiden, in der richtigen Reihenfolge aufkleben und abschreiben.
TLZ 3: Die Sch. erkennen, dass sich bei der Umstellung des RBS Satzzeichen ändern, in dem sie die Karten an der Tafel neu ordnen.
TLZ 4: Die Sch. üben und festigen diese neue Erkenntnis, indem sie die Sätze des ersten Arbeitsbogen umstellen.
Syntaktisch betrachtet ist die wörtliche Rede ein Inhaltssatz. Der Objektsatz ist die eigentliche wörtliche Rede und wird meist durch einen Trägersatz (auch Redebegleitsatz) ergänzt. Dieser Trägersatz kann die wörtliche Rede vorweggehend einleiten, innerhalb der wörtlichen Rede stehen oder die wörtliche Rede abschließen.
Für die Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede gelten folgende Regeln:
Etwas wörtlich Wiedergegebenes schließt man mit Anführungszeichen ein. Zu Beginn der wörtlichen Rede stehen die Anführungszeichen unten ("), zum Abschluss der wörtlichen Rede oben (").
Mit einem Doppelpunkt kündigt man an, dass etwas Weiterführendes folgt. Steht der Redebegleitsatz vor der wörtlichen Rede - kündigt diese also an - so schließt dieser mit einem Doppelpunkt (:). Bsp.: Thomas sagt: "Heute ist ein schöner Tag."
Wird die wörtliche Rede durch den Trägersatz unterbrochen, so wird jeder Anfang und jedes Ende des Zitats durch Anführungszeichen markiert. Außerdem ist der Trägersatz durch Kommata abgetrennt. Bsp.: "Ich komme", kündigte sie an, "morgen wieder."
Steht der Redebegleitsatz hinter der wörtlichen Rede, dann trennt man diese durch ein Komma ab. Bsp.: "Ich war gestern im Kino", erzählt Jochen.
Trägersatz und wörtliche Rede behalten ihre Satzschlusszeichen. Endet die wörtliche Rede mit einem Frage- oder Ausrufezeichen, der Begleitsatz schließt sich aber noch an, so bleibt das Frage- bzw. Ausrufezeichen stehen. Dahinter folgt der Regel entsprechend ein Komma. Bsp.: "Kommst du heute auch ins Schwimmbad?", fragte Nicole.
Ausnahme 1: Es wird kein Schlusspunkt nach der wörtlichen Rede gesetzt, wenn der Satz weitergeht. Bsp.: Sie sagte: "Ich komme morgen wieder", und fügte hinzu...
Ausnahme 2: Es wird kein Schlusspunkt nach der wörtlichen Rede gesetzt, wenn der ganze Satz mit der wörtlichen Rede endet. Bsp.: Michael sagte: "Fußball spiele ich am liebsten im Sommer." Dies gilt auch für Frage- oder Ausrufesätze.
Ich unterrichte diese aus 27 Kindern bestehende vierte Klasse seit Anfang Januar 2000. Ich habe die Klasse bereits vor den Weihnachtsferien in zahlreichen Hospitationsstunden kennen gelernt. Bis zum heutigen Zeitpunkt habe ich etwa acht Stunden des vorfachlichen Deutschunterrichts in der Klasse unterrichtet. Die folgenden Angaben stützen sich auf meine Hospitationserfahrungen, meine ersten Eindrücke im vom mir erteilten Unterricht und auf die Informationen meiner anleitenden Lehrerin.
Die Klasse setzt sich aus 13 Mädchen und 14 Jungen zusammen. Zwei Mädchen haben die vierte Klasse bereits einmal durchlaufen, eine von ihnen gehört aber immer noch eher zu den Leistungsschwachen. Eine erst seit Oktober 1999 in der Klasse lernende Schülerin ist voll integriert worden. Zehn Kinder sind nichtdeutscher Herkunft, von denen die Hälfte dem Unterricht aber gut folgen kann.
Ich habe die Klasse als lernmotiviert und fleißig kennen gelernt. Sie ist meist sehr diszipliniert und bei störender Unruhe auch leicht disziplinierbar.
Die Schülerinnen sitzen an Gruppentischen zusammen, die Sitzordnung ändert sich regelmäßig. Dies wird damit begründet, dass jeder mal vorne sitzen soll und zwecks besserer Klassengemeinschaft auch jeder mal mit jedem zusammensitzt. Probleme geschlechtsspezifischen Ursprungs sind mir noch nicht aufgefallen. Den Umgangston der Kinder untereinander würde ich als freundlich beschreiben.
Es gibt in der Klasse fünf bis sechs leistungsstarke Schülerinnen, von denen sich zwei noch besonders hervortun. Fünf bis sechs Schüler sind eher leistungsschwach.
Die Kinder werden meistens in frontalen Unterrichtsformen unterrichtet, haben aber auch Erfahrungen in Gruppenarbeit.
Das Thema "Die wörtliche Rede" ist für die Schülerinnen neu. Zwar ist ihnen das Lesen mit verteilten Rollen bei Gesprächstexten bekannt, gesondert thematisiert wurde es jedoch noch nicht. Auch die Behandlung von Satzzeichen bildet einen neuen Inhaltsschwerpunkt.
Die bisher in der Unterrichtseinheit erarbeiteten Begriffe wurden gut verstanden. Auch die bereits behandelten Arbeitsblätter wurden meist richtig bearbeitet. Als visuelle Hilfe wurden gemeinsam mit den Kindern Merksätze erarbeitet, die auf Plakaten neben der Tafel jederzeit zur Hilfe heran gezogen werden können.
Nachdem die Kinder in den ersten vier Stunden der Unterrichtseinheit viele neue Begriffe und Regeln zur wörtlichen Rede kennen gelernt haben, dient diese Stunde der Wiederholung, Übung und Festigung des Gelernten.
Die Begriffe "wörtliche Rede" und "Redebegleitsatz" wurden in allen Stunden der UE verwandt und farblich markiert. Sie werden für die aktuelle Stunde als bekannt vorausgesetzt. Die Zeichensetzung ist für den richtigen schriftlichen Gebrauch der wörtlichen Rede (und mündlichen Gebrauch beim Lesen) besonders wichtig, um den Redebegleitsatz abzutrennen.
In den vorherigen Stunden wurde jeweils die Zeichensetzung bei vorangestelltem und nachgestelltem Redebegleitsatz eingeführt und anhand eines Arbeitsbogens behandelt.
In der aktuellen Stunde soll nun neben Wiederholung, Übung und Festigung überprüft werden, ob die Schülerinnen verstehen, das bisher Gelernte auch anzuwenden.
Dies geschieht durch Umstellung der erarbeiteten Sätze. Diese Umstellung soll den Kindern zeigen, dass jeder beliebige Satz mit Redeanteil den Redebegleitsatz vor oder nach der wörtlichen Rede zu stehen haben kann.
Auf eine Behandlung des eingeschobenen Begleitsatzes wird in der UE verzichtet; der Rahmenplan sieht eine Behandlung für diese Klassenstufe noch nicht vor.
Zeit |
5-7 Minuten |
Gliederung in Lehr- und Lernphasen |
Einstieg |
Sozialformen |
Frontalunterricht |
Prozesssteuerung des Lehrers (zur Aktivierung des Lernens) |
-L.
bittet je 6 Sch. nach vorne zu kommen und gibt ihnen je eine Wort/bzw. Satzzeichenkarte
- L. fordert die sechs auf, sich durcheinander aufzustellen - L. fordert die Klasse auf, die richtige Reihenfolge zu finden - der so entstandene Satz wird mit Magneten an die Tafel geheftet |
Erwartetes Schülerverhalten |
-
Sch. melden sich, um nach vorne zu dürfen
- beteiligen sich am Umstellen der sechs - machen mündlich Vorschläge zum Umstellen |
Unterrichtsmittel |
- Wort- und Satzzeichenkarten mit Satzteilen, die einen Satz mit vorangestelltem Begleitsatz und einen mit nachgestelltem BS bilden. |
Die von den Schülerinnen noch nicht oft durchgeführte Behandlung von Wortkarten bildet einen Einstieg, der wiederholenden Charakter hat, da sie nichts inhaltlich Neues entdecken können. Die motivierende Hinführung zum Thema geschieht durch die Auswahl der Unterrichtsmittel. Bei zwei Sätzen mit jeweils sechs Karten war fast jedes zweite Kind vorne.
Zeit |
20-23 Minuten |
Gliederung in Lehr- und Lernphasen |
Erarbeitungsphase I mit Ergebnissicherung |
Sozialformen |
Einzelarbeit |
Prozesssteuerung des Lehrers (zur Aktivierung des Lernens |
-AB verteilen |
Erwartetes Schülerverhalten |
- Bearbeitung des AB (lesen, zuordnen, ausschneiden, aufkleben, abschreiben) |
Unterrichtsmittel |
- AB mit je vier Redebegleitsätzen und viermal wörtlicher Rede zum Ausschneiden |
Es findet eine Differenzierung statt, da die leistungsstarken Sch. mehr Sätze zu bearbeiten haben. Um zu verhindern, dass die Kinder falsche Lösungen aufkleben, wird an der Tafel die richtige numerische Zuordnung angeschrieben (den Sätzen sind Nummern zugeteilt). Auf dem zweiten Arbeitsblatt befinden sich zusätzlich Linien, auf welche die Kinder die vier bzw. fünf entstandenen Sätze abschreiben sollen. Die restlichen Linien bekommen später ihren Verwendungszweck. Das Ausschneiden soll der Motivation und dem Lernen mit mehreren Sinnen dienen (sehen = visuell, schreiben = graphomotorisch). Weiterhin ist das Schneiden, Ordnen und Aufkleben handlungsorientiert.
Die Arbeitsergebnisse werden an der Tafel mit Hilfe von Wortkarten präsentiert, was eigentlich nicht mehr nötig erscheint, weil die Sch. bereits Vergleichsmöglichkeiten hatten, aber als Übergang zur nächsten Unterrichtsphase dient.
| Zeit | 5 Minuten |
| Gliederung in Lehr- und Lernphasen | |
| Sozialformen | Frontalunterricht |
| Prozesssteuerung des Lehrers (zur Aktivierung des Lernens) | - L. fordert die Sch. auf, die Redebegleitsätze umzustellen (von vorne nach hinten) |
| Erwartetes Schülerverhalten | -
äußern Vermutungen zum Umstellen und zur neuen Zeichensetzung
- stellen fest, dass der Doppelpunkt entfällt, dafür aber ein Komma dazukommt - einzelne Sch. bekommen die Möglichkeit, ihren Vorschlag an der Tafel mit Hilfe der Wortkarten vorzustellen |
| Unterrichtsmittel | - weitere Karten mit zusätzlichen Satzteilen und anderem Begleitsatz |
Die Umstellung der Redebegleitsätze dient vornehmlich dazu, den Sch. die Zeichensetzung zu verdeutlichen. Inhaltlich verändert sich nichts. Für den späteren eigenen schriftlichen Gebrauch der wörtlichen Rede ist dies von besonderer Bedeutung.
Zeit |
10-12 Minuten |
Gliederung in Lehr- und Lernphasen |
Erarbeitungsphase II mit Ergebnissicherung |
Sozialformen |
Einzelarbeit |
Prozesssteuerung des Lehrers (zur Aktivierung des Lernens) |
- lässt Arbeitsaugabe vom AB vorlesen |
Erwartetes Schülerverhalten |
-
Bearbeitung des AB
- umstellen und schreiben |
Unterrichtsmittel |
- der beklebte AB der zweiten Phase, auf dem noch Platz für die umgestellten Sätze ist |
Die Kinder lernen, dass die Stellung des Begleitsatzes keinen Einfluss auf den Inhalt des gesamten Satzes hat, da sich nur die Stellung des Verbs im Begleitsatz und die Zeichensetzung ändert. Diese Erkenntnis gewinnen sie am ehesten, wenn sie vorhandene Sätze umstellen.
Sollte noch ausreichend Zeit zur Verfügung stehen (mind. 5-7 Minuten), wird mit der nächsten Phase noch begonnen. Sollte weniger Zeit zur Verfügung sein, so wird noch mit verteilten Rollen ein Text gelesen.
| Zeit | Restliche Unterrichtszeit |
| Gliederung in Lehr- und Lernphasen | Übertragungsphase |
| Sozialformen | Einzelarbeit |
| Prozesssteuerung des Lehrers (zur Aktivierung des Lernens) | - Sch fordert die Schüler zum Text verfassen auf |
| Erwartetes Schülerverhalten | - Sch. beginnen, sich über den weiteren Verlauf des Gespräches Gedanken zu machen und diese aufzuschreiben |
| Unterrichtsmittel | - AB |
Alternative 1 (mind. 6 Minuten Restzeit): Um das Gelernte auch auf eigene Texte zu übertragen und damit den Bogen zur nächsten Unterrichtsstunde zu schlagen, beginnen die Sch. mit dem Verfassen einer Fortsetzung des Gesprächs zwischen Heike und Ali. Sollte diese Phase noch begonnen werden, so ist die Fertigstellung dieser Aufgabe Hausarbeit. Ich halte es aber für ungünstig, damit zu beginnen, wenn nicht mindestens noch sechs Minuten Zeit sind, und somit die Chance besteht, wenigstens ein oder zwei Sätzen schon zu schreiben.
Alternative 2 (weniger als 6 Minuten Restzeit): Da ich in den vorangegangenen Stunden festgestellt habe, dass den Kindern das Lesen mit verteilten Rollen (Erzähler + verschiedene Personen) Spaß bereitet, könnte auch dies den Stundenabschluss bilden. Dies ist weniger zeitintensiv. Die Sch. lernen dabei darauf zu achten, wann sie einsetzen müssen Bei nachgestelltem Begleitsatz verlangt das von ihnen, sich mit dem Text vertraut zu machen.
Augst, Gerhard, Dehn, Mechthild: Rechtschreibung und Rechtschreibunterricht, Können - Lehren - Lernen. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1998.
Bertelsmann-Wörterbuch.
Duden: Die deutsche Rechtschreibung. Mannheim 1996.
Egger, Ulrike: Rechtschreibung üben - Deutsch 4. Schuljahr. Manz-Lernhilfen, München 1998.
©opyright Axel Schuster, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003
Unterrichtsbeispiel Klasse 3: "Strippenhals und Donnerfuß" (Wörtliche Rede/Textüberarbeitung)"
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