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| Unterrichsmodelle / Lernbereich Deutsch |
Christiane
Sprenger-Gräßer
1. SPS Friedrichshain (L)
1997
Klasse 3
1.
Std.: Was weiß ich und was möchte ich über Dinosaurier erfahren?
2. Std.: Sichten von Sachliteratur, Aufgabenstellung
3. Std.: Dinosaurier-Steckbriefe (Gruppen- und Partnerarbeit)
4. Std.: Fortsetzung, Vorstellung und Besprechung (Info-Wand)
5. Std.: Dinosaurier aus Abfallschachteln (Planung)
6, Std.: Dinosaurier aus Abfallschachteln, Durchführung (Gruppenarbeit)
7. Std.: "Strippenhals und Donnerfuß" (Mündl. Sprachgebrauch/Texte
verfassen)
8. Std.: Fertigstellung der Objekte (Dinosaurier), Reflexion, Ausstellung
9. Std.: Herstellen des Dinosaurier-Sachheftes, Gestaltung
10. Std.: "Strippenhals und Donnerfuß" (Wörtliche Rede/Textüberarbeitung)
11. Std.: Vorlesen der Schülertexte, weitere Überarbeitung
12. Std.: Erarbeitung der Einzelszenen der Geschichte, Planung eines eigenen
Büchleins über Strippenhals und Donnerfuß
13. Std.: Herstellung des Büchleins, Reinschrift und Gestaltung
14. Std.: Auswertung des Schüler-Rätsels zu den Dinosauriern
15. Std.: Abschluss der UE: Dinosaurier-Spiele und/oder Video
Die
wörtliche oder direkte Rede ist die wortgetreue Wiedergabe der Äußerungen
einer oder mehrerer Personen. Sie wird durch Anführungszeichen gekennzeichnet.
Geht ihr ein Einführungs- bzw. Begleitsatz voraus, so steht nach diesem
der Doppelpunkt (z.B.: Er sagte zu mir: "Das habe ich nicht gewollt."). Nach
dem Doppelpunkt wird großgeschrieben. Steht die wörtliche Rede voran,
trennt man durch Komma (z.B.: Ich verstehe kein Wort", sagte sie.). Endet die
Rede mit einem Frage- oder Ausrufezeichen, steht ein Komma (z.B.: "Was wollen
Sie eigentlich von mir?", fragte er.). Letzteres ist gemäß der neuen
Rechtschreibregelung hinzugekommen, d.h. das Komma wird bei nachgestelltem Begleitsatz
zusätzlich zum Ausrufe- oder Fragezeichen gesetzt.
(Lit.: Die neue deutsche Rechtschreibung, Bertelsmann 1996, S. 89 und 108)
Rechtschreibung als ein Teilbereich des Umgangs mit Sprache ist unter dem Ziel des Verfügenkönnens über Sprache beim Einsatz als Kommunikationsmittel zu betrachten. Die richtige Zeichensetzung hat die Aufgabe zu erfüllen, eine eindeutige schriftsprachliche Informationsvermittlung zu ermöglichen. Die besondere Zeichensetzung bei der schriftlichen Wiedergabe der wörtlichen Rede setzt das Verständnis der Satzarten und den Einblick in die besondere Funktion der wörtlichen Rede im Sprechzusammenhang voraus. Die wörtliche Rede muss innerhalb der Vermittlung der richtigen Zeichensetzung immer wieder und mit Sorgfalt eingeübt werden. Je nachdem, ob der Redebegleitsatz als Voraussatz, als Nachsatz oder als Zwischensatz gesetzt ist, ändern sich auch die Satzzeichen.
(Lit.: Peter J. A. Stöckl, Die wörtliche Rede, in: Pädagogische Welt 37. Jg/1983, S. 29.)
Die Schüler sollen
Freude am Lesen von Büchern entwickeln.
unterschiedliche Textsorten (Sachbilderbuch, Kindertexikon, Kinderbuch) kennenlemen.
sich mit dem Inhalt von Texten auseinander setzen.
sich aus Texten informieren und Lebewesen beschreiben (Steckbrief).
wichtige Darstellungsmittel erproben (eine Geschichte beenden/nacherzählen/zusammenfassen/neu schreiben) und Spaß am Schreiben haben.
lernen, ihre Texte zu überarbeiten (Wortschatzerweiterung, Sprachbetrachtung, Rechtschreibung).
ihr Repertoire an technischen Mitteln und ästhetischen Darstellungsmöglichkeiten weiterentwickeln
(bildliche Gestaltung, Leseheftchen herstellen, Bauen).
kurze dialogische Szenen spielen, beobachten und beurteilen.
sich in Gruppen- und Partnerarbeit üben.
Die Schüler können Begleitsatz und wörtliche Rede unterscheiden, üben die Zeichensetzung und wenden dies in ihren Texten an.
Die Schüler haben im Rahmen der vorliegenden UE eigene Texte verfasst, indem sie sich ein mögliches Ende des von mir vorgelesenen Bilderbuches "Strippenhals und Donnerfuß" ausgedacht und aufgeschrieben haben. Einige Schüler haben schon sehr ausführlich geschrieben, einige blieben bei zwei Sätzen. Das von mir verfolgte Ziel ist, dass jeder Schüler ein eigenes Büchlein über Strippenhals und Donnerfuß herstellt. Dazu wird das Buch nochmals ausführlich gelesen werden und in Einzelszenen zusammengefasst werden. Das jeweilige selbst verfasste Ende soll in die Buchproduktion mit einfließen.
Das Verfassen von Texten schließt die Textüberarbeitung mit ein. Diese soll mit der heutigen Stunde beginnen. Bei der Durchsicht der Texte zeigte sich, dass die Schüler mit Vorliebe die wörtliche Rede gebrauchten. Die Lebendigkeit eines Textes durch wörtliche Rede wurde den Schülern durch die Klassenlehrerin zu einem früheren Zeitpunkt nähergebracht. Überdeutlich ist aber, dass sowohl der Gebrauch von wörtlicher Rede und Redebegleitsatz als auch die nötige Zeichensetzung den Schülern noch Schwierigkeiten bereitet. Ich greife diese Tatsache daher auf und setze den Schwerpunkt der Stunde auf das Erkennen der Satzteile wörtliche Reden und "Begleitsatz" sowie die richtige Zeichensetzung (Doppelpunkt, Anführungszeichen, Komma), damit die Schüler später ihre eigenen Texte dementsprechend überarbeiten können. Es bietet sich geradezu an, dieses Thema mit Hilfe von Beispielsätzen aus den Schülertexten zu behandeln und zu üben.
Mit Kindern dieser Altersstufe soll mit den - einfachen - Formen, nämlich mit dem vorangestellten und dann dem nachgestellten Redebegleitsatz begonnen werden. Darüber hinaus ist es m.E. sinnvoll, mit Farbigkeit und Unterstreichungen zu arbeiten, damit die Schüler die wörtliche Rede und den Begleitsatz auch rein optisch erfassen. Die vorliegende Stunde begrenzt sich auf den Lernbereich Deutsch (Sprachbetrachtung, Rechtschreiben, Lesen, ggf. Texte verfassen); Verknüpfungsaspekte mit anderen Lernbereichen ergeben sich aus der Gesamtkonzeption der UE.
Die Schüler bleiben in dieser Stunde an ihren Gruppentischen. Für die erste Phase der Hinführung wäre auch ein Halbkreis vor der Tafel möglich gewesen. Dies erscheint mir aber wegen der räumlichen Enge in dieser Stunde (viele Gäste!) nicht sinnvoll, da während des Unterrichts Tische verrückt werden müssten.
Zu Beginn der Stunde hefte ich die beiden Dinosaurier-Abbildungen, die den Schülern bekannt sind, an de Tafel. Ich hoffe, damit das Interesse der Schüler erneut zu wecken, denn zum einen liegt die Buchlektüre (vgl. 7. Std. der UE) schon eine Weile zurück, zum anderen haben die Schüler üblicherweise in dieser Stunde ihren sehr geliebten Schwimmunterricht und nicht Deutsch (wegen der Hospitation wurde der Stundenplan geändert). Ich werde einen Schüler bitten, kurz den Inhalt des Buches wiederzugeben, damit die Schüler auf dieses Thema wieder eingestimmt sind. Zwei Schüler sollen dann nämlich einen Dialog zwischen Strippenhals und Donnerfuß vorlesen, den ich aus den Schülertexten zusammengestellt habe. Hier knüpfe ich an Bekanntes an, zumal die Schüler sich intensiv mit der Szene in der Grube beschäftigt haben (sowohl im spontanen Spiel als auch in ihren verfassten Texten). An dieser Stelle werde ich auf die Problematik der schriftlichen Umsetzung von wörtlicher Rede zu sprechen kommen. Die Schüler sollen zunächst spekulieren und finden anschließend die Dialog-Sätze an der Tafel wieder. Nun geht es darum, die Begleitsätze zu formulieren (Wer sagt/fragt/antwortet was?), die von mir notiert werden. Ich werde auf die unterschiedliche Stellung (voran- bzw. nachgestellt) hinweisen. An dieser Stelle sollen nun die fehlenden Zeichen eingesetzt werden, damit anschließend die Unterscheidung wörtliche Rede und Begleitsatz deutlich wird. Ich möchte betonen, dass die Zeichensetzung der wörtlichen Rede in dieser Stunde nicht neu eingeführt, sondern wiederholt wird. Dennoch werde ich rechts an der Tafel Merksätze anhängen, damit die nötigen Regeln noch einmal präsent sind, gerade im Hinblick auf die schwächeren Schüler.
Durch Impulse möchte ich dann die Schüler auf die Satzteile aufmerksam machen: 1. was eine Person sagt -> wörtliche Rede-, 2. wer etwas spricht -> Begleitsatz. Die beiden Begriffe werden als Wortkarten an die linke Tafelseite geheftet. Nun wird ein Beispielsatz gekennzeichnet, indem der Begleitsatz grün unterstrichen wird, die wörtliche Rede rot unterkringelt wird. Die weiteren Sätze werden an der Tafel von den Schülern gekennzeichnet. Anschließend soll in dieser Weise in Partnerarbeit eine Übungsphase folgen. Die Schüler erhalten Sätze, die wiederum thematisch den Schülertexten entnommen sind. Die Schüler erhalten die Aufgabe, mindestens 2 der 4 Sätze (Differenzierung) mit Zeichen zu versehen und farbig zu kennzeichnen. Die Schüler können anschließend ihre Ergebnisse anhand einer OH-Folie überprüfen bzw. korrigieren. Es ist schwer einzuschätzen, wieviel Zeit die Schüler für diese Übungsphase und die Kontrolle benötigen werden.
Vorgesehen ist nunmehr, dass die Schüler individuell an ihren eigenen Texten arbeiten, die ich für jeden Schüler abgeschrieben bereithalte. Die Texte sind von mir sinnerhaltend korrigiert worden, die richtige Zeichensetzung für die wörtliche Rede habe ich jedoch weggelassen. Die Schüler sollen ihre verfassten Texte nun im Hinblick auf die wörtliche Rede, die Begleitsätze und die Zeichensetzung be- und überarbeiten. Eine farbige Kennzeichnung - wie im Übungtext - soll hier aber wegfallen, es sei denn einzelne Schüler haben Schwierigkeiten mit dem Auffinden der entsprechenden Satzteile (Differenzierung). Der Schwierigkeitsgrad ist unterschiedlich. Einige Schüler benutzten sehr viel die wörtliche Rede, einige wenig, einzelne gar nicht. Da ich in die Texte aber nicht direkt eingreifen will, habe ich von eigenen Formulierungen abgesehen und lediglich die Anmerkung gemacht, mögliche Sätze in wörtlicher Rede im Textzusammenhang zu verfassen. Schüler, die damit fertig sind, können im weiteren Verlauf ihre Texte darin selbstständig auf ihre Richtigkeit überprüfen, indem sie von mir noch einmal ihren Text, diesmal mit Zeichensetzung, erhalten. Diese Textfassung enthält dann auch weitere Anregungen zur Überarbeitung, vor allem im Hinblick auf das noch genauere Erzählen und das Weiterschreiben. Ich gehe davon aus, dass die meisten Schüler in dieser Stunde zum Letztgenannten nicht kommen werden.
Um dem Vorlesen der Schülertexte auch in dieser Stunde wieder Raum zu geben, möchte ich in den letzten Minuten 2 Schülern diese Möglichkeit geben. Die Texte sollten dann auch die wörtliche Rede beinhalten.
Tafelbild - Schülerarbeitsbogen (hier nicht aufgenommen)
Begrüßung der Gäste
L nimmt Bezug auf das Buch "Strippenhals und Donnerfuß" und bittet S, kurz den Inhalt des Buches wiederzugeben
S sitzen an Gruppentischen
S erzählt kurz den Inhalt der Geschichte
2 Dinosaurier-Bilder an der Tafel (Einstimmung)
Rückgriff auf die Buchlektüre, um Inhalt wieder präsent zu haben
L bittet 2 S einen kurzen Dialog zwischen den beiden Dinosauriern vorzulesen
L bittet S zu überlegen, wie dieses Gespräch schriftlich festgehalten werden könnte
2 S lesen den Dialog vor
S machen Vorschläge
Der Inhalt des Dialogs ist den Schülern thematisch bekannt und Schülertexten entnommen. Es ist darauf zu achten, dass deutlich vorgetragen wird und die beiden Schüler sich den Bildern an der Tafel richtig zuordnen.
Ich gehe davon aus, dass einige Schüler hier auf ihr Wissen zurückgreifen, da sie die wörtliche Rede in ihren Texten verwendet haben.
L öffnet die Tafel und bittet S, ihre Vorschläge am Beispiel anzuwenden
L notiert die Begleitsätze (Hinweis auf unterschiedliche Stellung in den Beispielen)
L fordert S auf, die Zeichensetzung zu vervollständigen L bringt ein Plakat mit Merksätzen an
S lesen den Tafeltext und vervollständigen ihn mündlich (Begleitsätze)
S setzen die Zeichen an der Tafel ein (gelbe Kreide)
Beim Benennen der Begleitsätze durch die Schüler erwarte ich keine größeren Probleme, es könnte lediglich sein, dass hier Strippenhals und Donnerfuß durcheinander geraten. Ein wenig werde ich auf die Verwendung verschiedener Verben achten, obwohl dies nicht Thema der Stunde ist. Die Schüler an der Tafel erhalten ggf. Unterstützung von den anderen. Fehler können hier gut aufgegriffen werden und die Merksätze angebracht werden.
L bittet S, sich die Satzteile anzuschauen
L-Impulse zur Unterscheidung von wörtlicher Rede und Begleitsatz
TA und Anbringen von 2 Wortkarten
S spekulieren bzw. nennen die Unterschiede
S kennzeichnen an der Tafel die Satzteile
Die Schüler erfassen die Satzteile optisch durch das Setzen der Zeichen und durch farbiges Unterstreichen (rot und grün); Wortkarten als Hilfe.
L erläutert die Aufgabe
L zeigt die richtigen Ergebnisse auf OH-Folie
Austeilen der Übungsaufgabe
Partnerarbeit
S überprüfen und korrigieren
An weiteren Sätzen sollen die Schüler nun die Zeichensetzung und die Unterscheidung der Satzteile (wörtl. Rede / Begleitsatz) Üben - wie an der Tafel. Die Partnerarbeit bietet sich auch aufgrund der Verwendung zweier Farben an.
Austeilen
der Schülertexte und Erläuterung der Aufgabe
Schülerverhalten
S beginnen, ihre eigenen Texte im Hinblick auf die wörtliche Rede zu überarbeiten
Möglicherweise bleibt für diese Phase zu wenig Zeit. Die Schüler erhalten diese Überarbeitung als Hausaufgabe.
L bittet S, ihre Texte vorzulesen
1 - 2 S lesen ihre Texte vor
Mit dieser Stunde ist die Textüberarbeitung noch nicht abgeschlossen. Exemplarisch sollen die Schülertexte aber immer wieder gewürdigt werden, auch um die anderen zu motivieren.
©opyright Christiane Sprenger-Gräßer, Berlin, Januar 2000
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06.04.2003