Unterrichtsentwurf zur 2. Staatsprüfung für das Amt des Lehrers
im vorfachlichen Unterricht

"Wir schreiben eine Reisegeschichte"

Katrin Fischer
1. SPS Lichtenberg (L)

Klasse 3 (28 Schüler, 18 Mädchen, 10 Jungen)
Teilungsgruppe B (14 Schüler, 8 Mädchen, 6 Jungen)

1. Thema der Stunde: Wir schreiben eine Reisegeschichte

2. Lernziele

2.1 Längerfristige Ziele der Unterrichtseinheit

Die SchülerInnen...

  • lernen verschiedene Texte zum Thema "Reisen und verreisen" kennen, indem sie diese hören, selber lesen oder selber schreiben.
  • sollen eigene Phantasievorstellungen zu einer Geschichte entwickeln, indem sie erzählen, schreiben, malen und basteln.
  • sollen eigene und fremde Texte würdigen und reflektieren lernen, indem sie eigene Texte vorlesen, fremde Texte hören und zu diesen Stellung nehmen.
  • sollen sich im Sozialverhalten üben, indem sie auf gemeinsam vereinbarte Verhaltens- und Gesprächsregeln achten.

2.2 Stundenziel

Die SchülerInnen üben sich im Texte verfassen, indem sie eine Phantasiegeschichte zu einem Reisebild, ihrem individuellen Schreibentwicklungsstand entsprechend, aufschreiben. Dabei beachten sie die vorgegebenen Leitfragen und verwenden unterschiedliche Satzanfänge.

2.3 Phasenziele

Die SchülerInnen...

  • üben sich im mündlichen Sprachgebrauch, indem sie ihre Ideen zu den Leitfragen im Stuhlkreis äußern.
  • üben sich im schriftlichen Sprachgebrauch, indem sie ihre Geschichten, entsprechend ihren individuellen Fähigkeiten, unter Zuhilfenahme individueller Lernhilfen und unter Beachtung bestimmter Kriterien, aufschreiben.
  • wenden verschiedene Satzanfänge an, indem sie diese in ihren Geschichten benutzen.
  • sollen ihre Textentwürfe präsentieren und /oder fremde Texte würdigen und reflektieren, indem sie mündlich unter Beachtung der erarbeiteten Kriterien dazu Stellung beziehen.

2.4. Überblick über die Einheit

1. Wir sammeln Reisegegenstände und -wörter - Einstimmung auf das Thema, mündliches Erzählen

2. Wir erfinden ein Land - mdl. u. schriftl. Sprachgebrauch, basteln einer Insel aus Tonpapier

3. Zwei Reisegeschichten – mdl. u. schriftl. Sprachgebrauch

4. Wir schreiben eine Reisegeschichte - Texte verfassen

5. Überarbeitun der Geschichte und Erstellen eines Hinstellbuchs

6. Schreiben einer Postkarte - schriftl. Sprachgebrauch

3. Planungszusammenhang

3.1. Bezug zum Rahmenplan

Der vorläufige Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule für das Fach Deutsch bezeichnet das Schreibenlernen und das Schreibenkönnen als "grundlegende Bestandteile der geistigen Entwicklung des Kindes" (vgl. vorl. Rahmenplan, S. 18). Der Schreibprozess ist komplex und umfasst "das Entwerfen eines Gedankeninhalts, sein innersprachliches Ausformen sowie sein Umsetzen in Schriftzeichen" (vgl. vorl. Rahmenplan, S. 18). An anderer Stelle wird im Rahmenplan darauf hingewiesen, dass die Kinder in ihren Versuchen, sich schriftlich mitzuteilen ständig ermutigt und durch Rückmeldungen bestätigt werden sollten (vgl. Rahmenplan, S. 58).

Schreibanlässe zu schaffen, die die Kinder motivieren und "zum Schreiben anstiften" (vgl. Spitta, S. 5), ist ein wichtiges Ziel des Unterrichts, da "die Abstraktheit des Lerngegenstandes Schriftsprache den Aufbau einer tragfähigen Lese- und Schreibmotivation erfordert" (vgl. vorl. Rahmenplan, S. 14). Um eine solche Schreib- und Lesemotivation durch die Behandlung von ansprechenden Geschichten zu schaffen, muss den Kindern Zeit und Raum gegeben werden, sich mit diesen Geschichten auseinander zu setzen. Der Schwerpunkt der hier dargestellten Stunde liegt im Bereich "Texte verfassen", jedoch findet eine Verknüpfung mit anderen Teilgebieten des Deutschunterrichts statt, denn "ein am Kind orientierter Deutschunterricht soll Freude am Sprechen, Hören, Lesen und Schreiben wecken und erhalten" (vgl. vorl. Rahmenplan, S. 4). Die einzelnen Teilbereiche können nicht isoliert gesehen werden. Aus diesem Grund spielen auch der mündliche Sprachgebrauch und das Hören in dieser Stunde eine Rolle. Im Rahmen der Einheit soll weiterhin eine Verknüpfung mit anderen Lernbereichen des vorfachlichen Unterrichts stattfinden.

In der Einheit habe ich mich durch die Anregungen, die Eva Maria Kohl in ihren "Zauberstiftbänden" gibt, leiten lassen. Aus diesen Bänden stammt auch das Reisebild, das in der hier dargestellten Stunde als Schreibanlass dient. In den ersten Stunden nach den Ferien wollten die Schüler, die verreist waren, von ihren Reiseerlebnissen berichten und selbst Reisegeschichten hören. Es bot sich daher an, das Thema "Reise" in einer größeren Einheit zu behandeln. Ausgangspunkt waren - wie oben beschrieben - die Reiseberichte der Kinder, die auf Tatsachen beruhten. Eva Maria Kohl schlägt jedoch darüber hinaus vielfältige Erzähl- und Schreibanlässe vor, die sich mit phantastischen Reisen beschäftigen. Hier können nun auch die Kinder, die selber nicht verreist waren (das betrifft den Großteil meiner Lerngruppe), ihre Phantasie nutzen, um in ferne Länder zu reisen. Im Rahmen der Einheit werden einige dieser Schreibanlässe aufgegriffen.

4. Sachdarstellung

Die Schreibprozesstheorie ist ein komplexes Gebiet. Für die Sachdarstellung der hier dargestellten Stunde habe ich mich an dem theoretischen Schreibprozessmodell von Gudrun Spitta orientiert. Das Modell stellt die vier Subprozesse des Schreiben wie folgt dar:

Im Motivations- und Zielbildungsprozess muss der oder die Schreibende sich der eigenen Motivation zum Schreiben bewusst werden. Aus dieser Motivation leitet sich eine konkrete Zielsetzung ab. Nachdem eine konkrete Zielsetzung entstanden ist, wird das mentale Lexikon nach Informationen abgesucht, die zum Verfassen des Textes benötigt werden (z.B. Inhalte, Textsorte, Stil, Format...). So entsteht ein erster mentaler Textentwurf, bevor überhaupt das erste Wort aufgeschrieben wurde.

Erst danach beginnt das Schreiben in Form von "Etwas-zu-Papier-bringen" – der Produktionsprozess. Dabei sind unterschiedlich Verhaltensweisen zu beobachten: linear-logisches und kreativ-chaotisches Schreiben, sowie Mischformen aus beiden.

Die am Ende des Schreibprozesse liegenden Evaluierungsprozesse beziehen sich auf die Überprüfung des Textes durch den oder die Schreibende mit dem Ziel, eine erfolgreiche Kommunikation zu gewährleisten. Stellen im Text, die als hinderlich für die Kommunikation zwischen Schreiber und Leser erkannte werden, werden überarbeitet und erneut geschrieben. Erst nach erfolgreichem Durchlaufen dieser Bewertungs- und Überarbeitungsprozesse findet der Schreibprozess ein Ende, denn laut Spitta bedeutet Schreiben immer auch Überarbeiten (s. sog. Schreibkonferenzen). Von der ersten Klasse an durchlaufen Kinder, wenn man ihnen Gelegenheit dazu gibt, bei ihren eigenen Schreibversuchen die oben geschilderten Schreibprozesse, wenn auch in nicht so ausgefeilter Form.

Didaktische Reduktion

In der hier dargestellten Stunde kann aus Zeitgründen keine Überarbeitung und Vervollständigung der Texte stattfinden. Eine erste Evaluierung findet in der Vorleserunde am Ende der Stunde zwar statt, denn beim Vorlesen wird bereits deutlich, ob der Text verständlich für die Zuhörer ist und die erarbeiteten Kriterien (Beachtung der Leitfragen und Verwendung unterschiedlicher Satzanfänge) beim Schreiben beachtet wurden, jedoch kann eine detailliertere Überarbeitung und ein erneutes Schreiben erst in der nächsten Stunde erfolgen. Die Schüler, die mit ihrem Text noch nicht ganz fertig sind, erhalten in der Vorlesephase Gelegenheit, das Ende ihrer Geschichte mündlich zu ergänzen. Die schriftliche Ergänzung erfolgt dann in der nächsten Stunde.

Zur Auswahl des Bildes

Als Anregung für die Stunde diente mir ein Bild aus "Zauberstift Nr. 2 – Schreibspiele" von Eva Maria Kohl. Das Bild zeigt 2 Frösche und eine Schnecke, die hoch oben in der Luft an einem Luftballon über eine Wiese mit Bäumen fliegen (s. Anhang). Die schwarz-weiße Zeichnung ist einfach und übersichtlich gestaltet. Die Abbildungen sind nicht nur linear, sondern auch räumlich dargestellt durch ihre Schattierungen. Dadurch, dass das Bild in schwarz-weiß gehalten ist, lässt es dem Betrachter mehr Raum für die eigene Phantasie. Da das Schreibvorhaben sehr komplex ist, habe ich bewusst ein sehr übersichtliches Bild als Schreibimpuls gewählt, denn ein klar erkennbarer Ereigniskern ist hilfreich, um die Geschichte zu strukturieren. Ein eher unübersichtliches Bild mit vielen unterschiedlichen Elementen würde viele meiner Schüler verwirren und das Aufschreiben der Geschichte sicherlich erschweren, denn je mehr Elemente in einer Geschichte unterzubringen sind, umso schwieriger wird ihre Ausgestaltung.

5. Methodisch-didaktische Vorüberlegungen

Die Konzeption der Stunde erfordert es, dass möglichst alle Schüler, die dies wollen, die Gelegenheit erhalten, sich im Kreis mündlich zu äußern und, wenn nötig, Fragen stellen zu können. Besonders in meiner Lerngruppe, in der sich viele Kinder befinden, die Deutsch als Zweitsprache lernen, ist es in der mündlichen Phase zu Beginn der Stunde wichtig, eventuelle Verständnisschwierigkeiten auszuräumen. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Fragen aller Kinder in Ruhe beantwortet werden können. Auch in der abschließenden Vorleserunde sollen möglichst viele Kinder ihre Texte vorlesen können. Außerdem sollen die Zuhörer Kommentare abgeben können und ihre Hörauftrage in Bezug auf die erarbeiteten Kriterien ausführen. Bei einer Klassenfrequenz von 28 Schülern ist dies nicht realisierbar, wenn das Stundenziel innerhalb von 45 Minuten erreicht werden soll. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, diese Teilungsstunde für das Unterrichtsvorhaben zu nutzen.

5.1. Sachstruktureller Entwicklungsstand / Klassensituation

Mit freiem und angeleiteten Schreiben sind die Schüler bereits vertraut, denn einige solcher Stunden fanden in den letzten Monaten statt. Die Schreibmotivation ist generell hoch. Die meisten der Schüler in der 3b befinden sich in der vorletzten Phase der Schreibentwicklung, das heißt, sie benutzen die phonetische Umschrift und integrieren in zunehmendem Maße typische Rechtschreibmuster. Vier Schüler in der 3b haben jedoch Hemmungen, eigene Texte zu Papier zu bringen, da sie auf keinen Fall etwas inhaltlich oder orthographisch "Falsches" aufschreiben wollen. Sie verfügen noch nicht sicher über eine größere Anzahl von Wörtern, die ihnen beim Schreiben hilfreich sind. Aus diesem Grund greifen sie zum Teil auf Skelettschreibungen zurück, was dazu führt, dass sie beim Vorlesen ihrer eigenen Texte Schwierigkeiten haben, weil sie sie selber nicht mehr genau entziffern können. Zwei dieser Schüler sind zu Beginn diesen Schuljahres neu in die Klasse gekommen und sind mit freiem und angeleiteten Schreiben nicht vertraut. Außerdem haben sie Zweifel an der eigenen Leistung. Ein Grund dafür ist sicherlich ihre Erfahrung in Bezug auf schlechte Noten im Diktat. Einer der Schüler, der aus einer anderen Schule zu uns gekommen ist, wird bereits im Januar 12 Jahre alt und ist dabei, sich in der Klasse zu integrieren, was wegen des großen Altersunterschiedes schwierig ist.

In der hier dargestellten Stunde habe ich mich aus den oben genannten Gründen bemüht, verschiedene Lernhilfen anzubieten, die Schreibhemmungen verhindern sollen. Dazu gehören die mündlich geäußerten Beiträge verschiedener SchülerInnen im Kreis, die als Ideensammlung genutzt werden können.

Neben dem Bild bieten gelbe Wortkarten an der Tafel eine Lernhilfe visueller Art. Auf ihnen stehen die Leitfragen, die bei der Strukturierung der Geschichte hilfreich sind. Aus verschiedenen Stunden zum mündlichen Erzählen im letzten Schuljahr sind die Schüler bereits mit der Entwicklung von Geschichten zu Leitfragen vertraut. In der hier dargestellten Stunde werden sie jedoch erstmalig alle zu Leitfragen eine eigene Geschichte aufschreiben.

Um den Lernern, die visuelle Anreize benötigen, um Geschichten entwickeln zu können, eine weitere Hilfe zu geben, werde ich einige der genannten Schülerideen in Stichwörtern unter die jeweilige Leitfrage an die Tafel schreiben. Dadurch, dass der individuelle Schreibentwicklungsstand bei den Kindern in der 3b höchst unterschiedlich ist, wird auch die Länge der Texte, die zu Papier gebracht werden, sehr stark variieren. Die individuellen Unterschiede sind der Grund dafür, dass man nicht von allen Schülern erwarten kann, dass sie die Geschichte in dieser Stunde beenden können. In der darauffolgenden Stunde wird dafür und für die Überarbeitung noch Zeit zur Verfügung stehen. Da Schreiben immer auch "Überarbeiten" heißt, muss in der darauffolgenden Stunde genügend Zeit für die Überarbeitung eingeräumt werden.

Im Rahmen der Einheit wurde verstärkt auf eine Besonderheit bei den behandelten Reisegeschichten hingewiesen – die unterschiedlichen Satzanfänge. Die meisten Kinder in der 3b beginnen ihre Sätze stets mit "und dann...und dann", was von den Zuhörern oder Lesern der Texte als "langweilig" empfunden wird. Neben der inhaltlichen Seite wird also in dieser Stunde auch auf den sprachlichen Ausdruck bezüglich der Satzanfänge geachtet. Texte von Schülern anderer Klassen wurden in der Einheit bereits besprochen, Satzanfänge herausgesucht und in vorgegebene Texte eingesetzt. Gemeinsam wurde ein Plakat mit den Satzanfängen der Kinder erstellt. Dieses Plakat hängt in der Klasse und kann von den Kindern beim Schreiben ebenfalls als Lernhilfe benutzt werden.

Eine weitere Lernhilfe stellen die Kinder dar, die mit ihren Texten fertig sind. Sie bieten ihre Hilfe an. Außerdem stehe ich natürlich jederzeit für Hilfestellungen zur Verfügung und werde mich in der Schreibphase besonders um Kinder wie Benjamin kümmern, der zwar sehr gerne liest, jedoch ungern schreibt, da ihm die Feinmotorik noch Probleme bereitet. Aus diesem Grund schreibt er als einziger in der Klasse noch häufig in Druckschrift, weil ihm dies bedeutend leichter fällt. Die unterschiedlichen Lernhilfen sollen dazu beitragen, dass die SchülerInnen zunehmend selbstständiger arbeiten können und sich selbst die Hilfen heraussuchen lernen, die ihnen am geeignetsten erscheinen, das Lernziel zu erreichen. Generell ist es wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie auch in der nächsten Stunde genug Zeit haben, um die Texte abschließend zu überarbeiten, denn so kann schreibhemmender Zeitdruck vermieden werden.

6. Literatur

Kohl, Eva Maria: Zauberstift. Schreib-Spiele Nr. 2., Volk und Wissen Verlag GmbH, Berlin 1994

Schuster, Karl: Einführung in die Fachdidaktik Deutsch., Schneider Verlag Baltmannsweiler, Baltmannsweiler 1999.

Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport: Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule. Grundschule. Klasse 1-6. Deutsch, 1990.

Spitta, Gudrun: Anstiften zum Schreiben. Anregungen und Beispiele zum Verfassen von Texten in der Grundschule., Pädagogisches Zentrum, Berlin 1989.

Spitta, Gudrun (Hrsg.): Freies Schreiben. Eigene Wege gehen. Libelle Verlag 1998.

7. Verlaufsplanung

Zeit

Phase

Unterrichtsgeschehen

Sozialform / Medien

10.00

Begrüßung

Die S. versammeln sich im Stuhlhalbkreis. L. begrüßt S. mit dem Schreiblied.

Frontalunterricht,

Stuhlhalbkreis

Didakt. Kommentar: Durch das Lied werden die S. auf den Beginn des Unterrichts eingestimmt, sie können sich sammeln. Der Stuhlhalbkreis vor der Tafel ist deshalb nötig, damit sich die S. beim Sprechen ansehen und einander zuwenden können, was bei der sonst üblichen frontalen Sitzordnung nicht möglich ist. Aus Zeitgründen habe ich den Stuhlhalbkreis bereits vor Beginn der Stunde eingerichtet.

10.03

Einstieg

L. klärt über das Ziel der Stunde auf und erklärt den Arbeitsauftrag. Die S. sammeln ihre Ideen zu den Leitfragen mündlich. Sie beachten dabei die Leitfragen. L. weist, wenn nötig, auf das Plakat mit den Satzanfängen hin und hält Stichwörter an der Tafel fest.

Stuhlhalbkreis,

angeleitetes

Unterrichtsgespräch,

Bild, Wortkarten und

Stichwörter an der Tafel,

Tafelbild s. Anhang

Didakt. Kommentar: Durch das Sammeln der Ideen üben sich die Schüler im mündlichen Sprachgebrauch.

Sie erhalten so die Möglichkeit, sich Anregungen bei anderen Kindern zu holen, die sie eventuell in ihren eigenen Geschichten verwenden können. Ein Grund für Schreibhemmungen bei einigen S. ist die fehlende Zeit für Inspiration und Imagination. Durch die mündliche Erarbeitung soll den S. die Möglichkeit gegeben werden, sich Anregungen und Ideen zu holen und sich gedanklich mit der Aufgabe vertraut zu machen. So kann das von Spitta erwähnt "mentale Lexikon" bzw. der gedankliche Textentwurf entstehen. Die gelben Wortkarten mit den Leitfragen dienen als Strukturierungshilfe. Sie bleiben als Lernhilfe den Rest der Stunde an der Tafel. Das gilt auch für die Stichwörter, die ich aus Zeitgründen selber an die Tafel schreibe.

10.13

Erarbeitung /

Schreibphase

Wortkarten mit dem Arbeitsauftrag werden an der Tafel befestigt. Die S. schreiben ihre Geschichten auf.

Einzelarbeit,

Wortkarten,

Arbeitsblätter,

Tafelbild s. Anhang

Didakt. Kommentar: Als Lernhilfe werden Wortkarten mit Hinweisen zur Vorgehensweise beim Schreiben an der Tafel angebracht, die die Vorgehensweise bei der Schreibphase verdeutlichen und sich auf die erarbeiteten Kriterien (Leitfragen und Satzanfänge) beziehen. Die Arbeitsblätter dienen in dieser Stunde zum Festhalten des ersten Entwurfes. Aus diesem Grund habe ich das Bild nur klein auf das Blatt kopiert, denn erst der überarbeitete Entwurf wird dann von den Kindern in ansprechender Form (Hinstellbuch) festgehalten. Das Bild auf dem Arbeitsblatt – zusätzlich zu dem an der Tafel - erschien mir sinnvoll, weil die Kinder es so während des Schreibprozesses kontinuierlich vor Augen haben und nicht immer nach vorne sehen müssen, wenn sie dies vom Schreiben ablenkt.

10.33

Schlusskreis /

Präsentation der Zwischenergebnisse

S. präsentieren ihre Zwischenergebnisse. L. verteilt Höraufträge.

Die Zuhörer nehmen zu den Texten Stellung.

L. gibt am Ende der Stunde Ausblick auf das weitere Vorgehen in der nächsten Stunde. L. sammelt die Texte der S. zur Überarbeitung ein.

Stuhlkreis,

Texte der S.

Didakt. Kommentar: Die Höraufträge beziehen sich auf die in der ersten Phase erarbeiteten Kriterien für den zu erstellenden Text. Beim ersten Lesedurchgang achten die Kinder beim Zuhören darauf, ob die Leitfragen beantwortet wurden, beim zweiten Durchgang achten alle auf die unterschiedlichen Satzanfänge. Die Zuhörer nehmen dann Stellung zu dem Gehörten und beziehen sich dabei auf die Höraufträge. Die Höraufträge sind nötig, damit die Schüler zu aktivem Zuhören angeregt werden.

©opyright Katrin Fischer, Berlin, Mai 2001

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 07.04.2003

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