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Dagmar
Wilde
IX, 12.G., Klasse 2
Kurzentwurf
für eine Unterrichtsstunde im vorfachlichen Unterricht, Lernbereich
Deutsch
"Leseübungen"
1.
Thema der Unterrichtsreihe: Leseübungen
1.1.
Gliederung
-
Übungen
zur Synthese von Wörtern zu Sätzen
-
Übungen
zum genauen Lesen
-
Übungen
zum sinnerfassenden stillen Lesen
-
Übungen
im sinngliedernden und sinngestaltenden Lesen und Vorlesen
Übungen zur Erweiterung des Lesenblickfeldes und zum zeilenübergreifenden
Lesen
-
Übungen
zur Erschließung von Wörtern aus dem Kontext
-
Übungen
zur Setzung von Pausenzeichen
2.
Lernziele
2.1.
Intentionen
-
Die
Schülerinnen und Schüler steigern ihre (individuelle) Lesefertigkeit
und erweitern ihre Lesefähigkeit.
-
Sie
wenden ihre Lesefähigkeit selbständig sowie in Zusammenarbeit
mit Partnerinnen und Partnern an.
-
Sie
überwinden die Ebene des Wort-für-Wort-Lesens und sind zu
einem Sinneinheiten zusammenfassenden Lesen bzw. zu einem mehrere
Wörter zu Intonisationseinheiten zusammenschließenden Vorlesen
in der Lage.
-
Im
spielerischen Umgang mit ausgewählten Übungstexten erweitern
die Schülerinnen und Schüler ihre Lesemotivation.
-
Sie
erfahren Lese- und Vorlesesituationen als kommunikative Akte.
2.2.
Stundenziele
Die
Schülerinnen und Schüler
-
erweitern
ihre (individuellen) Fertigkeiten und Fähigkeiten im Bereich
des worterschließenden
Lesens, indem sie sich in der Synthese von Wörtern zu Sinneinheiten
und kürzeren Sätzen üben.
-
erweitern
ihr (individuelles) Lese-Blickfeld, indem sie immer längere Sinneinheiten
erlesen.
-
erlesen
kürzere Sätze sinnentnehmend und lesen diese sinngliedernd
und sinngestaltend vor.
-
erfahren,
daß Wortbedeutungen im Kontext eines Satzes variieren können
und die kontextgebundene Sinnerwartung Einfluß auf die Betonung
nimmt.
-
nehmen
Kontakt zu Mitschülerinnen und Mitschülern auf und üben
sich in kooperativen Arbeitsformen,
-
entnehmen
den Lesetexten Beispiele eines kreativen Umganges mit Sprache und
gehen selbst mit Sprache kreativ um, indem sie ähnliche Texte
verfassen. (Diff. LZ - je nach individuellem sprachlichen Gestaltungsvermögen:
reproduzierende bis eigenständige Ergebnisse)
-
haben
Freude am Lesen und Vorlesen.
-
gestalten
das Angebot der klasseninternen Arbeitskarteien aktiv mit.
3.
Didaktisch-methodische Vorüberlegungen
Anknüpfend
an den Leselehrgang des 1. Schuljahres sollte die Lesefähigkeit im
2. Schuljahr systematisch ausgebaut werden. In Anlehnung an Wolfgang Menzel
wähle ich dazu Übungstexte, die für das Üben besonders
aufbereitet sind. Die ausgewählten Texte der Lesekarten sind auf
konkrete, begrenzte Probleme reduziert und auf die Lerngruppe zugeschnitten:
Die Sätze werden sukzessive (Wort für Wort) erweitert, die Wiederholung
der bereits gelesenen und erfaßten Wörter erleichtert das Lesen
längerer Einheiten; die immer neuen (z.T. überraschenden) Wortreihungen
beeinflussen Betonung und Sinnerwartung; Namen und Situationen mit Bezug
zur Klassensituation vertiefen den Reiz der Übung.
Der Einsatz
von Lesekarten
wird seit Beginn des 1. Schuljahres praktiziert. Die Lesekartei erfährt
seitdem eine ständige Erweiterung. Die Kinder nehmen Form und Angebot
der Kartei nach wie vor aktiv an. Die Lesekarten dieser Unterrichtsstunde
dienen deshalb einerseits als individuelles Übungsangebot, andererseits
sind sie als Ergänzung der Lesekartei gedacht. Der Übungseffekt
der heutigen Stunde wird damit nachklingen, denn alle Kinder können
(und werden dies auch wollen!) mit der Zeit alle Karten lesen/vorlesen.
Vertraute
Formen unseres Leseunterrichts - das stille Lesen (Einzelarbeit), das
Partnerlesen, das Vorlesen selbstgewählter, geübter Texte im
Plenum - werden in dieser Stunde aufgegriffen. Seit Beginn des 2. Schuljahres
orientieren wir uns zudem an den Regeln des "Leseprofi"-Plakates".
Diese sollen sukzessive internalisiert werden, weshalb in dieser Stunde
wiederum auf sie aufmerksam gemacht wird.
Die
eingesetzten Lesetexte differieren hinsichtlich des Schwierigkeitsniveaus:
Auf komplizierte Buchstabenverbindungen
und besonders überraschende Wortreihungen welche besondere Anforderungen
an die Betonung stellen - habe ich bei Texten für Kinder, die sich
noch auf der Ebene des Wort-für-Wort-Lesens befinden, verzichtet.
Die Texte sind zu einem großen Teil selbst "erdacht", teilweise
original oder leicht verändert aus Menzel (Leseübungen, S.6/7)
entnommen. Sie sollen in einer möglichst hohen Passung zur Lerngruppe
stehen.
Um
sicherzustellen, daß beim individuellen stillen Lesen sowie beim
Partnerlesen zielgerichtet vorgegangen wird, führe ich zu Beginn
ein Beispiel (OHP) vor. Die Kinder erfahren hier bereits, daß satzsinnverstehendes
Lesen erst möglich ist, wenn der ganze Satz überschaut wurde,
daß Sätze beim Lesen erst untergliedert werden, ehe sie als
Ganzes - und von der Bedeutung her - erfaßt werden. Es ist wichtig,
daß jedes Kind seinen Lesetext sinnerfassend gelesen hat und sinnbetont
vorlesen kann, bevor es sich seinem Lesepartner zuwendet. Hier sollen
die Leseprofi-Regeln strikt beachtet werden, auch muß die Lehrerin
das Geschehen "im Auge behalten". Die Arbeitsanweisung im Sitzkreis muß
entsprechend präzise gestellt werden.
Für
Kinder, welche auf Grund ihrer überdurchschnittlichen Lesefertigkeit
rasch "neues Futter" fordern werden, besteht eine weitere Aufgabenstellung
darin, den Text - mit entsprechender Betonung - von unten nach oben zu
lesen/vorzulesen. Darüberhinaus stehen weitere Lesekarten zur Verfügung.
Die
Aufgabe, selbst Texte dieser Art zu verfassen, scheint mir für die
Lerngruppe reizvoll, da wir seit dem 1. Schuljahr sehr viel frei geschrieben
haben. Ich erwarte keineswegs, daß viele Kinder dazu in der Lage
sein werden, sprachlich eigenständige Lösungen zu formulieren.
Jedoch meine ich, daß auch Schülerinnen und Schüler, welche
schlichtweg meine Texte adaptieren bzw. nur geringfügig variieren,
ansatzweise kreativen Umgang mit Sprache haben - nämlich ihren individuellen
Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend. Einige Kinder dürften
durch diese Aufgabenstellung sowie durch die Möglichkeit, diese kooperierend
anzugehen, angeregt werden, eigenständige Lösungen zu entwickeln.
Ich erwarte, daß so eine klasseninterne "Produktion" von selbsterstellten
Lesekarten in Gang zu setzen ist, welche in der Folgezeit andauern könnte.
(Momentan sind die Kinder begeistert dabei, Wörter des GWS auf Karteikarten
für unsere "Schreibkartei" zu übertragen.)
Zum Abschluß der Stunde bietet sich ein erneuter Sitzkreis an, um
einzelne Ergebnisse vorzustellen. Hieraus können Impulse für
die weitere Arbeit entstehen.
4.
Literatur
Wolfgang
Menzel: Leseübungen für die Grundschule, Braunschweig 1990.
ders.: Leseübungen, Praxis Grundschule, 5/89.
ders.: Lesen lernen - Lesen üben, Grundschule 11/89.
Vorl. Rahmenplan f. Unterr. u. Erz. i.d. Berl. Schule, Grundschule Kl.
1 - 6, Deutsch. Sen.verw. f. Schule, Berufsb. u. Sport, Berlin 1989.
5.
Arbeitsmittel
5.1.
Beispiele für Lesekarten
Sascha
Sascha läuft
Sascha läuft über
Sascha läuft über den Schulhof
Sascha läuft über den Schulhof und fällt auf
Sascha läuft über den Schulhof und fällt auf die Nase
Katja
Katja hat
Katja hat wirklich
Katja hat wirklich einen Vogel
Katja hat wirklich einen Vogel zum Geburtstag bekommen.
Dennis
Dennis platzt
Dennis platzt in der Mitte
Dennis platzt in der Mitte der Stunde
Dennis platzt in der Mitte der Stunde ein Knopf vom Hemd ab.
Christina
Christina zieht
Christina zieht sich aus
Christina zieht sich aus der Schulmappe
Christina zieht sich aus der Schulmappe ein Buch und liest.
Stefanie
Stefanie findet
Stefanie findet sich gut
Stefanie findet sich gut zurecht im Schulhaus.
5.2.
OHP
s.
Anlage
6.
Verlaufsplanung
Phase
/Zeit
|
Unterrichtsgeschehen
|
Didaktische
Funktion
|
|
I
15'
|
OHF:
Sch. lesen Wörter/Sätze in immer längeren Sinnschritten,
entdecken die Bedeutung
des betonten Vorlesens
Sitzkreis: Arbeitsanweisung z. Leseaufgabe, Wdh. "Leseprofi",
Vorgehen bei EA und PA,
Umgang mit Lesekarten
Austeilen der Lesekarten - Auflösung d. Sitzkreises
|
Weckung
v. Freude/Neugier
Hinführung
Zielorientierung
|
|
II
15
|
Einzelarbeit
- Partnerarbeit: stilles Lesen - Vorlesen
diff.
Aufg. für einzelne Sch.
Hilfen für einzelne Sch. durch L u. andere Sch.
Sitzkreis: Vortrag bes. lustiger Texte
|
Übung
des sinnerfassenden Lesens, des sinngestaltenden Vorlesens,
des aktiven Zuhörens
Binnendifferenzierung
Motivation
Verfügbarmachung
mehrerer Textbeispiele
|
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III
15
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Aufgabenstellung:
ähnliche Texte verfassen
Übertragung
der Ergebnisse auf eigene Textproduktion
Einzelarbeit - Partnerarbeit - Gruppenarbeit (freie Wahl)
diff.
Hinweise/Hilfen f. einzelne Sch durch L
Sitzkreis:
Vorstellen einiger Ergebnisse Teilergebnisse
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Ergebnissicherung
bzw. Ausblick auf Weiterarbeit
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