Förderung des mündlichen Erzählens im vorfachlichen Unterricht (Lernbereich Deutsch) in einer 2. ZWERZ-Klasse der Karl-Weise Grundschule in Berlin Neukölln - unter dem besonderen Aspekt der Erprobung ausgewählter Methoden

Schriftliche Prüfungsarbeit zur Zweiten Staatsprüfung für das Amt des Lehrers

Verfasserin;
Katrin Fischer
1. Schulpraktisches Seminar (L) Lichtenberg
Mai 2001

Inhaltsverzeichnis

0.  Einleitung

1.  Sprache als Mittel der Kommunikation und Welterschließung

1.1. Spracherwerb und Sprachentwicklung bei Kindern

2.  Mündliches Erzählen als kommunikative Kompetenz

2.1. Alltägliches und literarisches Erzählen

2.2. Entwicklung der Erzählkompetenz

3. Mündliches Erzählen in der fachdidaktischen Diskussion

3.1.  Mündliches Erzählen in der Grundschule

4.  Unterrichtspraktische Überlegungen

4.1. Bezug zum Rahmenplan

4.2. Situative Bedingungen

4.3. Voraussetzungen der Lerngruppe

4.4. Intentionen

4.5. Zur Auswahl der Methoden

4.6.Kriterienkatalog zur Auswahl der Methoden

5.  Übersicht über die geplante Einheit

5.1 Darstellung ausgewählter Stunden

5.2 Erzählen mit dem roten Faden

5.3. Das Nilpferd in der Badewanne        

5.4.  Erzählen mit dem Erzählbaukasten

6. Lernerfolge

6.1. Ausblick

7.  Literaturliste

0. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Förderung des mündlichen Erzählens in der Grundschule. Im Rahmen dieser Arbeit werden ausgewählte Methoden erprobt, die dazu beitragen sollen, das mündliche Erzählen in einer zweiten Klasse der Karl-Weise Grundschule in Berlin Neukölln zu fördern. Dabei geht es mir nicht darum, die Kinder Geschichten, die sie bereits kennen, genau nacherzählen zu lassen oder im Rahmen der Aufsatzerziehung mündliches als Vorbereitung zum schriftlichen Erzählen zu nutzen. Vielmehr sollen die Kinder durch bestimmte unterrichtliche Arrangements in die Lage versetzt werden, sich gemeinsam Geschichten auszudenken und diese zu versprachlichen. Mündliches Erzählen als gesellige Praxis schließt die gesamte Erzählrunde - Erzählende und Zuhörende - mit ein, denn Erzählen und Zuhören sind untrennbar miteinander verbunden. Das mündliche Erzählen ist ein eigenständiges Lernfeld, das sich besonders dazu eignet, die sprachlichen und sozial-interaktiven Fähigkeiten von Kindern zu erweitern. In Kapitel 2 werde ich auf unterschiedliche Formen des Erzählens und auf Ergebnisse der linguistischen Erzählforschung eingehen, die diese Thesen belegen.

Die Förderung des mündlichen Erzählens als Teil der allgemeinen Sprachkompetenz ist im Hinblick auf die Zusammensetzung meiner zweiten Klasse besonders notwendig. In dieser Klasse sind viele Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen. Hauptsächlich sind dies Schülerinnen und Schüler türkischer Herkunftssprache, die in sieben Kooperationsstunden pro Woche von der Klassenlehrerin und einem türkischen Lehrer im Rahmen des Modells "Zweisprachige deutsch-türkische Erziehung" (kurz: ZWERZ) unterrichtet werden. Viele Schüler dieser Klasse haben Sprechhemmungen und sind im Umgang mit der deutschen Sprache noch unsicher. Unsicherer, gehemmter, verkürzender und bildarmer Umgang mit Sprache ist jedoch keineswegs ein Phänomen, das ich nur bei den  Zweitspracherwerbern beobachtet habe. Viele Lehrerinnen und Lehrer bestätigten mir, dass der oben genannte Umgang mit Sprache im Unterricht generell zu beobachten ist. Die Förderung des mündlichen Erzählens liegt demzufolge im Interesse aller Beteiligten.

Bezüglich meiner Arbeit ergibt sich aus diesen Faktoren folgende Fragestellung: Ist es möglich, den Schülerinnen und Schülern in dieser zweiten Klasse mit einem differenzierten Angebot an Erzählanlässen und Methoden ihre Sprechhemmungen zu nehmen und sie zum mündlichen Erzählen zu motivieren? Da sich, wie oben bereits erwähnt, Erzählen und Zuhören gegenseitig bedingen, stellt sich im Zusammenhang damit die Frage, ob die Fähigkeiten der Kinder im Bereich des Zuhörens und des Sich-aufeinander-beziehen-könnens durch die Entfaltung einer geselligen Erzählkultur verbessert werden können.

Ich bin mir bewusst, dass eine Dokumentation der Unterrichtsabläufe und Arbeitsergebnisse schwierig ist. Mit Hilfe von Notizen und Videomitschnitten, die mir das Erinnern wichtiger Momente des Erzählprozesses erleichtern sollen, werde ich die Abläufe und Ergebnisse möglichst authentisch schildern.

 

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©opyright Katrin Fischer, Berlin, Mai 2001


 

 

 

©opyright Dagmar Wilde, Berlin, April 2001

letzte Aktualisierung 07.04.2003

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