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Ilka Seulen 1995
Klasse: 2
Die Jahreszeit Herbst
1
. Der Herbst - Woran erkennen wir diese Jahreszeit?
2. Erkennen von Bäumen - Zuordnen von Blättern und Früchten
3. Lesen und besprechen des Herbstgedichtes "Herbst" von Ilse Kleberger
4. Herbstbild der Klasse 2b
5. Erstellen einer Herbstwörtersammlung
6. Schreiben eines eigenen Herbstgedichtes (Elfchen)
7. Überarbeitung, Reinschreiben und malerisches Gestalten der Gedichte
Die Schüler und Schülerinnen
lernen ihre Umwelt bewußt wahrnehmen,
reflektieren über jahreszeitliche Stimmungen;
werden in ihrer Sprachgestaltung gefördert;
werden durch handlungsorientierte und produktive Auseinandersetzung in ihrer Freude an Gedichten unterstützt;
erfahren Bestätigung beim Verfassen eigener Texte.
Die Schüler und Schülerinnen
nehmen Produkte des Herbstes taktil wahr;
erkennen den vorgetragenen Text als Gedicht;
lernen den strukturellen Aufbau einer Gedichtform kennen;
lernen, daß dieser Aufbau eine übertragbare formale Gestaltungsmöglichkeit für weitere Gedichte bietet;
verfassen ein eigenes Gedicht und
wenden dabei ihre Kenntnisse im Umgang mit Wortarten an;
drücken ihre Erlebnisse, Erfahrungen, Beobachtungen und Gefühle zum Herbst aus.
werden in ihrer Freude an eigenen Texten unterstützt.
In dieser Stunde sollen die Schüler und Schülerinnen im Rahmen des kreativen Schreibens das erste Mal ein eigenes Gedicht verfassen. Sie haben geringe Vorerfahrung im freien, bzw. kreativen Schreiben.
Bei der Planung dieser Stunde habe ich mich bemüht, möglichst handlungsorientiert an ein Herbstgedicht heranzugehen. Um das Lernen mit allen Sinnen zu unterstützen biete ich den Schüler und Schülerinnen' zur Einstimmung in das Thema Herbst einen Fühlkasten, indem sich nur Naturprodukte, die im Herbst aufgesammelt wurden, befinden. Zum Einstieg in die Stunde raschelt die Lehrerin mit dieser Kiste, um die Neugier zu wecken, und um die Motivation anzuregen. Aus Zeitgründen ziehe ich das frontale Unterrichtsgeschehen, in welchem nur einige Schüler nach vorne kommen können, um zu fühlen, vor. Die anderen Schüler werden damit vertröstet, daß sie nach der Stunde, wenn der Fühlkasten im Klassenraum bleibt, ebenfalls fühlen dürfen. Um sie ein wenig an dem Fühlerlebnis teilhaben zu lassen, sollen sie erraten, was sich in der Kiste befindet. Dazu sollen die Kinder, die gefühlt haben, eine möglichst genaue Beschreibung des Gefühlten wiedergeben. Dabei müssen diese Kinder ihre Vermutungen für sich behalten. Zur Überprüfung der Vermutungen, werden einige Dinge aus der Kiste herausgeholt, gezeigt und benannt. Die Schüler sollen erkennen, daß es sich um Dinge handelt, die wir in der Jahreszeit Herbst einsammeln können.
Zur Hinführung, d.h. um auf die Stimmung des Herbstes aufmerksam zu machen, fragt die Lehrerin, woran sie erkennen, daß wir momentan die Jahreszeit Herbst 1 haben. Als Oberleitung zur Besprechung eines Gedichtes erzählt die Lehrerin, was sie erlebt und gefühlt hat, als sie beim Herbstspaziergang diese Dinge aufgesammelt hat. Als Schreibanlaß erzählt sie den Schülern, daß sie mit wenigen Worten ihrer Freundin in Afrika, wo momentan Frühling ist, mitteilen, bzw. sie mitfühlen lassen wollte, wie sie den Herbst empfindet. Daraufhin liest sie ihr Gedicht vor. Es soll nur kurz darauf eingegangen werden, daß es sich um ein Gedicht handelt, da die Schüler aufgrund ihrer sachstrukturellen Voraussetzungen noch nicht in der Lage sind ein Gedicht strukturell zu erkennen.
Die Kinder sollen zum Schreiben eigener Gedichte motiviert werden, daher teilt die Lehrerin ihnen mit, daß es nicht schwer ist, ein Gedicht zu schreiben, das Stimmungen festhält. Wir wollen unsere Gedichte der Klasse 2b an der Wand veröffentlichen. Dies erfordert vorerst eine Untersuchung der Gestaltungsprinzipien, die von den Schülern erkannt werden müssen.
In der Erarbeitungsphase wird das Gedicht formal analysiert. An der Tafel befindet sich das Gedicht der Lehrerin, das, nun Zeile für Zeile diskutiert wird. Gleichzeitig werden verbal andere Formulierungsmöglichkeiten gesucht.
Zum Schreiben der eigenen Herbstgedichte bekommen die Schüler für den Entwurf ein Arbeitsblatt, auf dem die Gestaltungsprinzipien zeilenweise formuliert sind. Das Schema des "Elfchens", das aus elf Wörtern besteht muß nicht unbedingt eingehalten werden. Es können auch mehrere Wörter gebraucht werden. Die Kinder experimentieren mit Sprache, ihnen wird eine neue Schreiberfahrung ermöglicht. Ihre Beobachtungen, Erlebnisse und Erfahrungen werden lyrisch verarbeitet. Da das Arbeitstempo sehr unterschiedlich ist, werden einige Schüler zu weiteren Elfchen kommen, bzw. schon Reinschreiben und das Gedicht malerisch ausschmücken. Die Herbstwörtersammlung soll als Rechtschreibhilfe dienen. Da vier Kinder der Klasse auffallend lese- und schreibschwach sind, bekommen diese ein differenziertes Arbeitsblatt, auf dem einsetzbare Möglichkeiten ausformuliert sind, die sie auswählen, einsetzen und abschreiben sollen.
Zum Schluß der Stunde sollen die Gedichte gewürdigt werden. Die Kinder kommen nach vorne und tragen ihre Gedichte vor, bzw. zeigen auch ihre Gestaltung.
In der folgenden Stunde sollen alle Kinder zur Überarbeitung und zum Reinschreiben kommen, damit die Ergebnisse dann veröffentlicht werden können.
Stanik, D.: "Elfchen"- Kinder schreiben Lyrik, in: Grundschulunterricht 1993
Vorläufiger Rahmenplan für Unterricht und Erziehung in der Berliner Schule. Grundschule 1 bis 6. Fach Deutsch. Hrsg.- Senator für Schulwesen, Berufsbildung und Sport, Berlin 1988
I Einstieg /
Motivation
ca. 10 Minuten
Unterrichtsgeschehen
L. raschelt mit einer kleinen Kiste
L. erzählt, daß es sich um eine Fühlkiste handelt
Einige Kinder kommen nach vorne, fühlen in der Kiste und behalten ihr Ergebnis für sich in Gedanken.
Kinder, die gefühlt haben beschreiben nun den anderen Kindern mit Worten, was sie gefühlt haben. Die anderen Kinder sollen mit überlegen, was das gewesen sein könnte.
L. holt verschiedene Herbstprodukte aus der Kiste und zeigt sie den Schülern.
L. fragt, was diese Dinge alle gemeinsam haben
Zu erwartende Schülerantwort: "Es sind alles Dinge, die wir im Herbst aufsammeln können."
Didaktischer Kommentar
Impulsgebung gelenktes Unterrichtsgeschehen taktile Wahrnehmung verbalisieren dieser Wahrnehmung mündlicher Sprachgebrauch
Überprüfung der Vermutungen
Einstimmung in den Herbst
Medien / Sozialform
frontales Unterrichtsgeschehen
Fühlkiste
Schüleraktivität
Unterrichtsgespräch
Lehreraktivität
verschiedene Naturprodukte
(z. B. Blätter, Bucheckern, Kiefernzapfen, Nüsse ... )
II Hinführung
ca. 5 Minuten
Unterrichtsgeschehen
L. fragt S., woran sie erkennen, daß Herbst ist?
L. erzählt, daß sie die Dinge beim Herbstspaziergang aufgesammelt hat und beschreibt die Stimmung, welche sie dabei gefühlt hat. Diese wollte sie mit wenigen Worten aufschreiben.
L. liest den S. den Text vor.
L. fragt um welche Textart es sich handelt.
S. stellen Vermutungen an und versuchen diese zu begründen.
L. erklärt den S., daß jeder ein Gedicht, welches eine Stimmung ausdrückt selbst schreiben kann.
L. erzählt, daß sie die Gedichte der Klasse gern an der Wand veröffentlichen möchte.
Didaktischer Kommentar
Verbalisieren von Erfahrungen und Wahrnehmungen
Verbalisieren von Stimmungen
L. formuliert ihren Schreibanlaß
Formulierung eines Schreibanlasses
Medien / Sozialform
gelenktes Unterrichtsgeschehen
Lehrervortrag
Unterrichtsgespräch
III Erarbeitung
ca. 10 Minuten
Unterrichtsgeschehen
L. klappt die Tafel auf, an der ihr Gedicht steht. S. liest Gedicht vor.
L. und S. untersuchen den formalen Aufbau des Gedichts Zeile für Zeile und finden verbal andere mögliche Formulierungen.
Gestaltungsprinzipien werden mit Wortkarten Zeile für Zeile angeheftet.
Didaktischer Kommentar
struktureller Aufbau der Gedichtform wird erarbeitet Fixierung der Gestaltungsprinzipien an. der Tafel Überleitung zur Eigenproduktion
Medien / Sozialform
Tafel
Gedicht
frontales Unterrichtsgeschehen
Wortkarten
IV Anwendung
ca. 15 Minuten
Unterrichtsgeschehen
L. teilt Arbeitsblätter aus, die die formalen Gestaltungsprinzipien als Arbeitsanweisung enthalten. Dieses Arbeitsblatt gilt als Entwurf.
4 lese- und schreibschwache S. bekommen ein differenziertes Arbeitsblatt.
Reinschreiben nach Überarbeitung durch die L.,
Weitere Elfchen schreiben, malerische Gestaltung der Gedichte.
Individuelle
Hilfeleistung durch die L. und evtl. durch S.
Überarbeitung evtl. d. L. und Herbstwörtersammlung
Didaktischer Kommentar
Erleichterung der Anwendung von formalen Gestaltungsprinzipien Entwurf Orientierung an der Tafel und an der Herbstwörtersammlung Differenzierung Anwendung Texte verfassen durch kreatives Schreiben
Medien / Sozialform
Stillarbeit
Eigentätigkeit
Arbeitsbögen
Tafel
Herbstwörtersammlung
V Ergebnissicherung
/ Würdigung
ca. 5 Minuten
Unterrichtsgeschehen
Einzelne S. tragen ihre Gedichte vor.
Gestaltete "Elfchen" werden angeschaut
Verweis auf die Überarbeitung und das Reinschreiben in der nächsten Stunde.
Didaktischer Kommentar
Ergebnissicherung
Würdigung
Medien / Sozialform
Schülervortrag
Arbeitsbögen
geplantes Tafelbild
Farbe:
Begleiter und Jahreszeit:
Was siehst du im Herbst?:
Was tust du im Herbst?:
Wie ist das?:
(1 Wort)
Gelb
Der Herbst
Bunte Drachen steigen
Ich schaue zum Himmel
Schön
Arbeitsbogentext:
Herbstgedicht
von:
Farbe:
Begleiter und Jahreszeit:
Was siehst du im Herbst?:
Was tust du im Herbst?:
Wie ist das?: (1 Wort)
©opyright Ilka Seulen, Berlin, 11/95
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06.04.2003
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